Auf welcher Art "Klavier" spielte Mozart und wie war der Klang?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Mozart hatte unter anderem einen Hammerflügel von Anton Walter, das war ein bekannter Klavierbauer aus der damaligen Zeit. Das Instrument hatte 5 Oktaven. Ein weiterer Unterschied zu modernen Instrumenten war die Besaitung, die viel dünner war als heute und aus einem anderen Material. Die Hämmerchen waren demgemäß kleiner und viel leichter und nur beledert und nicht befilzt, wie hier auch schon fälschlicherweise behauptet. Die Mechanik war eine Prellzungenmechanik (auch unter dem Namen Wiener oder deutsche Mechanik bekannt). Der Klang ist unter dem Strich viel leiser, er musste auch nicht so laut sein, denn so große Konzertsäle wie heute gab es damals nicht. Du findest zahlreiche CD-Einspielungen mit werken von Mozart, die auf einem originalen oder auch auf einer Kopie eines solchen Flügels eingespielt wurde, da kannst Du hören, wie diese Instrumente geklungen haben. Sie erfordern einen anderen, gefühlvolleren Anschlag als die modernen Flügel. Spielt man sie so wie ein modernes Instrument, so klingen sie schnell hässlich. Wesentlicher Unterschied ist auch, dass der Tastentiefgang viel geringer ist, als bei heutigen Klavieren.

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Das ist eine interessante Antwort, danke! So eine CD kaufe ich mir.

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@Kosmopolit2012

eine gute Antwort - allerdings darf man eines nicht vergessen/übersehen: dieser hier angeführte Hammerflügel wurde 9 Jahre nach dem Tode Mozarts "überarbeitet".... unter Kennern der Materie ist damit erwiesen, dass die Aufnahmen keineswegs mit dem Ton der Originalzeit übereinstimmt. (Es wird auch heute noch gerätselt, ob beim Originalinstrument der Dämpfer nicht doch mit einem Knieheben bedient wurde.... Das originale Instrument ist nicht mehr eruierbar) Aus diesem Grunde habe ich in meiner Antwort dies auch nicht genannt, da es eben einen irrtümlich Eindruck vermittelt... Trotzdem Gratulation zum Stern... Manchmal zählt eben Bemühung mehr, denn Wissen....

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@tintoretto

http://en.wikipedia.org/wiki/Anton_Walter :

Wolfgang Amadeus Mozart bought a Walter piano in about 1782, [ 1 ] and employed it in one of the most important phases of his career, the composition and highly successful premieres of his mature piano concertos (see: Mozart piano concertos ). In 1800 (nine years after Mozart's death), this instrument was modified by Walter. [ 1 ] It survives today (and is kept in Mozart's birth home in Salzburg ), but cannot provide reliable testimony for Mozart's own performance practice, due to Walter's modifications. Most pertinently, we cannot know whether Mozart was able to raise the dampers during playing using a knee lever (the equivalent of the modern damper pedal ) or had to make use of a hand stop at keyboard level, which would have necessitated a free hand. A Walter instrument in Nuremberg , dated 1790 by Kottick and Lucktenberg, uses hand stops. [ 4 ] [ 5

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@tintoretto

Es gibt keinen Flügel aus der damaligen Zeit, der sich noch in originalem Zustand befindet, wie sollte das auch nach so langer Zeit noch möglich sein. Es haben sich aber genügend verschiedene Instrumente aus dieser Zeit erhalten, die es erlauben, das eine oder andere davon so zu restaurieren oder zu kopieren, dass man heute einen guten Eindruck davon gewinnen kann, wie die Klaviere damals geklungen haben. Zu dieser Zeit gab es viel verschiedenere Instrumente, die viel unterschiedlicher geklungen haben als heutzutage, wo die meisten Flügel doch vergleichsweise sehr ähnlich sind. Mozart hat auf Reisen auch vermutlich die unterschiedlichsten Klaviere gespielt, schlechtere und bessere. Die Klangwelt der Hammerflügel kann heute auf zahlreichen gut restaurierten oder kopierten Instrumente nachvollzogen werden. Ob die Dämpfung mit einem Kniehebel oder einem Pedal bedient wird, macht klanglich keinen wesentlichen Unterschied.

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@Bluemilk

sicherlich, Bluemilk - eigentlich müsstest du wissen, dass zwischen einem "Umbau" und laufenden Erhaltungsarbeiten ein grosser Unterschied ist... daher - wie du meinem beigefügten Link aus dem englischen entnehmen kannst, kann man bei dem von dir angesprochenen Instrument durch den Umbau keine (!!) Rückschlüsse mehr auf die Leistung bzw. Tonqualität zu Mozarts Zeiten rückschliessen. Daher ist das Instrument, das ebenfalls in Salzburg steht, der "Schmid-Hammerflügel" das Originalere, da es nie "umgebaut" wurde!...Die Ausgabe für eine CD des ehemaligen Walter-Instrumentes lässt sich daher ersparen.

LG

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@tintoretto

Ich habe den Walter Flügel lediglich als Beispiel für einen Hammerflügel erwähnt und nicht den Anspruch erhoben, dass dieser das Non-Plus-Ultra eines Hammerflügels ist oder ausschließlich dieser als Beispiel für den Klang eines Hammerflügels dienen kann. Ich kenne übrigens als an historischen Instrumenten interessierter Klaviertechniker eine Reihe originaler Hammerflügel in unterschiedlichsten Erhaltungszuständen und auch etliche Kopien ziemlich genau!

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@tintoretto

tintoretto

".Die Ausgabe für eine CD des ehemaligen Walter-Instrumentes lässt sich daher ersparen."

Ob ich mir eine CD kaufe, entscheide ich allein.

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Ich denke mal Du spielst auf das Cembalo an. Das ist zwar ein Zupfinstrument, war jedoch zu Mozarts Zeiten sehr verbreitet.

Noch ein kleiner Nachtrag zu deiner Frage: Ich höre gerade im Fernsehen (ORFIII) ein Klavier-Recital von Paul Badura-Skoda der auf einem Hammerflügel Marke Walter spielt. Er hat dem Publikum zu diesem Instrument sehr informative Erklärungen gegeben, u. a. daß statt der Fußpedale zwei Kniehebel betätigt werden, die den Ton einmal dunkler und weicher machen oder mit dem anderen Hebel den Tönen einen Nachhall geben. Außerdem hat er erzählt, daß es für einen heutigen Pianisten nicht ganz leicht ist, von einem modernen Flügel auf ein Hammerklavier zu wechseln, weil man bei letzterem nur ganz zart anschlägt und für einen modernen Flügel "Muskelkraft" einsetzt.

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Danke, Christa, das kann ich mir gut vorstellen, dass dem Pianisten die Umstellung schwer fällt. Ich bewundere schon die Organisten, die mit Händen und Füßen ihr Instrument bedienen müssen. Ich glaube, Mozart hätte sich gefreut, wenn er seine wundervollen Klavierkonzerte auf den heutigen Klavieren gehört hätte

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