Auf welchem Stand ist Deutschland in Sachen Bildung?

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7 Antworten

"Bildung" ist ein Begriff, den es - soweit mir bekannt - überhaupt nur in der deutschen Sprache gibt.

Er stammt von Meister Eckhardt und wurde von Martin Luther wieder aufgegriffen und konkretisiert. "Und er schuf den Menschen nach seinem BILDE".

Luther verstand unter "Bildung", dass jeder Mensch ein von Gott geschaffenes Etwas ist. Und "Göttliches" (= "Gutes")  in sich trägt, dass sich dann möglichst frei entfalten sollte. (Siehe Grundgesetz Artikel 2).

Was deutsche Schulen treiben, hat mit "Bildung" wenig zu tun. Was andere Schulen treiben auch eher selten.

In Sachen "Bildung" belegt Deutschland (mit allen anderen Staaten dieses Planeten gemeinsam) einen verdienten letzten Platz. Was man - mit viel Sarkasmus - natürlich auch als ersten Platz definieren kann.

"Erziehung" ist da übrigens ziemlich genau das Gegenteil. Ein Begriff aus der "Gärtnerei" (siehe "Kindergarten"). Alles soll sich dort möglichst "norm-gemäß" entwickeln. Und falls die Norm von Hitler kommt, sind alle "Nicht-Nazis" dringend "erziehungs-bedürftig".

Aber tun wir mal, als ob wir sogenannte "BildungspolitikerInnen" wären und ignorieren auf Grund völliger Beschränktheit und Missbildung völlig, was "Bildung" meint. Einigen wir uns auf "Kompetenzen" (a la PISA).

Da liegt Deutschland nicht schlecht. Weil wir in Deutschland gut wissen, wie man Statistiken überzeugend fälschen kann.

Bayern ist natürlich der Gipfel. Okay.... Es gibt Schulleiterinnen in Bayern, die überhaupt nicht wissen, dass ihre Schule an der letzten PISA-Erhebung teilgenommen hat.

Weil: Sie nicht wirklich teilgenommen hat. Aber das bayerische Kultusministerium lässt sich durch bloße Tatsachen nicht von seinem Erfolgskurs abbringen. Die Schule war ausgewählt. Die Prüferinnen nicht. Also wird "hochgerechnet". Und das Ergebnis als real angenommen, das man eben erwarten darf.

Jo. Und wenn der Schulleiter plötzlich ein Lob für die Leistungssteigerungen an seiner Schule bekommt, an der überhaupt nichts gemessen wurde... hmpf... die meisten Schulleiterinnen halten da ihren Mund. Aber nicht alle. Und nicht immer.

An einer Berufsschule in Nürnberg wurde vielen PISA-relevanten Schülerinnen am Tag zuvor eindrücklich klar gemacht, dass sie am Prüfungstag krank sein dürfen. Und sollten.

Nicht allen. Nur denen mit unterdurchschnittlichen Leistungen. 

Sie würden ja den bayerischen Triumph versauen.

Und jo: Als das mit PISA losging... PISA an sich ist nichts Schlechtes, eher im Gegenteil (und jo: Ich kenne auch Andreas Schleicher persönlich) hat der Amtschef im bayerischen Kultusminsterium (Erhard oder so - ich war jedensfalls live dabei) betont, dass man PISA nicht wirklich ernst nehmen sollte, weil es sich ja nicht an den bayerischen Lehrplänen ausrichtet.

Also erfand man PISA-E. Die deutsche Ergänzungsstudie.

Da war und ist Bayern voll toll. Im Gegensatz zum echten PISA, wo eher Schleswig-Holstein und Hamburg gut abschneiden.

Weil halt "Bildung" im katholischen Bayern anderes meint, als "Bildung" im lutherischen Norden. Oder sonst wo auf der Welt.

Wir sind in den "Top 10". Weil Deutschland wirtschaftlich zu den "Top 10" gehört, und unser Land genug Geld hat, "Bildung" unseren Lehrplänen entsprechend zu definieren.

Die USA hat noch mehr Geld.

Also nicht wundern, wenn ein US-Präsident eines Tages der Schweiz den Krieg erklärt, weil er sie für ein arabisches Land und deshalb für "böse" hält. Wenn er das sagt, IST die Schweiz ein arabisches Land. Dass die Schweizerinnen das selbst gar nicht wissen, liegt bloß an deren geringerer "Bildung" (= "Finanzkraft"). Die Mehrheit der US-Amerikaner seine Behauptung akzeptieren, weil "selbst-denken" dort ähnlich unpopulär ist, wie in Bayern. (Falls das alles jemandem zu phantasievoll klingt, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg).

Also mal völlig anders:

Wie viel Prozent deiner Persönlichkeit hast du bisher "frei entfaltet"?

Traust du dich, DU SELBST zu sein?

Das wäre "Bildung" im eigentlichen Sinne.

Alles andere ist eine Mogelpackung.

Liebe Grüße,

Tanja


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Hey!

Hier mal ein Link zum Thema:

http://mobil.nwzonline.de/hintergrund/spannung-vor-der-zeugnisausgabe_a_6,0,2308042611.html

Die Pisa-Studie ist eine international Vergleichsstudie, die die Schulbildung von Schülern aus verschiedenen Ländern prüft.

Soweit ich weiß hat Deutschland Probleme bei der Studie, da sich das Schulsystem eher auf die Hauptfächer beschränkt und einige Fächer wie Physik und Chemie zB nur alle paar Jahre unterrichtet werden und sich nicht durch die komplette Schullaufbahn ziehen.

LG Birdy

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Also ich kann nur von meiner Schule reden, die mit 1500 Schülern nicht allzu klein ist. Letztes Jahr ist für mindestens 4 Monate Englisch entfallen,da die Lehrerin krank war und es keinen Ersatz gab. In Mathe habe ich Stand 10. Klasse noch nie etwas über Trigonometrie gelernt, auch wieder dank der Ausfälle. Anfang diesen Schuljahrs fehlten bereits 35000 Lehrkräfte. Das Schulgebäude ist völlig herabgekommen und eine Renovierung ist seit über 35 Jahren "geplant". Ist jetzt vielleicht nur ein Extrembeispiel, jedoch schließt Deutschland auch in den PISA-Studien grundsätzlich schlecht ab.

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Kommentar von BATMAN987345
20.01.2016, 21:17

35000 Lehrkräfte natürlich Deutschlandweit.

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Kommentar von Stkuber
20.01.2016, 21:22

Unsere Schulen, auch in der Umgebung sind allesamt in einem schlechten Zustand ( bis auf wenige Ausnahmen).

Unsere Lehrer, meist die älteren (ü.60) und die Referendare sind viel zu schlecht ausgebildet oder total demotiviert.

Lehrer müssen locker sein und eine Bindung zu den Schülern aufbauen.
Das animiert viel mehr zum lernen und zum aufpassen.
Wenn dein Lieblingslehrer dich ermahnt, oder dir eine schlechte Note gibt, ist das für einen persönlich schlimmer als wäre es eh der unausstehliche Lehrer.

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Nein, sondern allenfalls mittelmäßig.

MfG

Arnold

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ja, unter den Top 10. je nach Ansicht zwischen Platz 6 und 9.

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mittelmäßig schneidet D. bei den PISA-Studien ab

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Nicht gerade auf einem "Notstand". Es gibt schlimmere Länder...

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