Auf welche Norm bezieht sich die 80 % Regelung bei arbeitenden einer Hartz 4 Gemeinschaft?

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4 Antworten

Die Anrechnung von Erwerbseinkommen regelt der § 11 b SGB - ll,dieser gilt aber erst ab dem 15 Lebensjahr,denn erst ab da gilt ein Kind im SGB - ll als arbeitsfähige Person und es steht ihm ALG - 2 zu,unter 15 ist es nicht arbeitsfähig und die Eltern würden Sozialgeld für das Kind bekommen !

Dann dürfte das Kind nur den so genannten Grundfreibetrag von 100 € pro Monat ohne Anrechnung auf seinen Bedarf behalten und der Rest würde dann voll von den Leistungen abgezogen,die die Eltern für das Kind bekommen,dass Kind müsste dann diesen Teil aus dem Einkommen wieder zusteuern.

Nur in einem reinen Ferienjob dürfte dann auch ein Kind unter 15 mehr verdienen und das ohne Anrechnung auf seinen Bedarf und zwar pro Jahr in bis zu 4 Wochen bis zu 1200 € Brutto,für die anderen Monate könnte es dann weiterhin diese 100 € pro Monat dazu verdienen,ohne das was angerechnet würde.

Diesen Ferienjob kann man natürlich auch über 15 Jahren ausüben,dass gilt sogar solange man noch keine 25 ist und zwar wenn man z.B. eine Berufsvorbereitung ohne Vergütung machen würde.

Allgemein gilt also bei normalen Erwerbseinkommen,du hast vom Bruttoeinkommen die ersten 100 € als Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Für deine Eltern würde dann ggf. gelten,dass diese letzte Stufe der Freibeträge von 1000 € - 1500 € Brutto steigt,davon dann 10 % Freibetrag,wenn in ihrem Haushalt ( BG - Bedarfsgemeinschaft ) min. ein minderjähriges Kind leben würde,gelten dann natürlich auch für dich,wenn du selber min. 1 minderjähriges Kind in deiner BG - hättest.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch vom Brutto / Nettoeinkommen abgezogen,dass ergibt dann das anrechenbare Erwerbseinkommen und dazu käme dann ggf.noch sonstiges Einkommen wie eigenes Kindergeld / Waisenrente usw.das würde dann das gesamte anrechenbare Einkommen ergeben und das wird dann auf den eigenen Bedarf angerechnet und die Leistungen für dich selber dementsprechend gekürzt oder ganz eingestellt,wenn du deinen Bedarf dann mit deinem anrechenbaren Einkommen selber decken könntest.

Dann würdest du aus der BG - deiner Eltern raus sein,sie bekämen für dich keine Leistungen mehr und du musst dann deinen Anteil der Miete / Strom / Lebenshaltungskosten usw.selber an deine Eltern zahlen.

Würdest du also in einem Nebenjob nach der Schule jeden Monat 400 € Brutto wie Netto verdienen,also ohne Abzüge auf dein Konto bekommen,dann hättest du erst mal deine 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 300 € ( 100 € - 1000 € Brutto ) stehen dir noch mal 20 %,also 60 € an Freibetrag zu.

Du hättest dann also 160 € die dir gehören würden,240 € würde dein anrechenbares Erwerbseinkommen betragen,um diesen Betrag würden dann deine Leistungen gekürzt und du müsstest deinen Eltern von deinen 400 € diese 240 € wieder geben.

Beachten musst du dann auch,dass dann ab einem bestimmten Einkommen ggf.nicht mehr benötigtes Kindergeld wieder zum Einkommen deiner Eltern wird,also auf die BG - deiner Eltern angerechnet würde,wenn du es dann bei zu hohem anrechenbaren Einkommen zur eigenen Bedarfsdeckung nicht mehr benötigen würdest.

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Man sollte wissen, dass ALG II eine nachrangige Leistung ist. 

Das heißt, du bist verpflichtet, alle deine Einkommen (kann z.Bsp. sein: Unterhalt, Kindergeld, Erwerbseinkommen (also Verdienst), aber auch Halbwaisenrente) zur Bedarfsdeckung zu verwenden.
Wenn das nicht reichen sollte, um deinen Regelbedarf nach SGB II zu decken, dann erst greift Hartz IV.

Wenn du also verdienst - egal, ob Minijob, Teilzeit oder Vollzeit - wird ein Teil deines Verdienstes auf deinen Bedarf angerechnet, du (bzw. deine Eltern als Oberhaupt der BG) bekommst also weniger ALG II.
Einen bestimmten Teil deines Verdienstes darfst du behalten - den sogenannten Freibetrag.

Und dafür gibt es eine bestimmte Berechnungsweise. 

Vom Brutto wird ein bestimmter Freibetrag ausgerechnet und der dann vom Netto abgezogen. Es gibt noch die eine oder andere Sache, die du absetzen kannst, aber das trifft fast alles für Schüler bzw. Jugendliche nicht zu.

Prinzipiell ist es so:
die ersten 100 € hast du als Freibetrag, der verbleibende Rest wird zu 80% angerechnet - das heißt, dir bleiben wirklich bloß 20% davon.

Dieser 20% - Freibetrag gilt bis zur Grenze von 1000 €, vom 1000. bis zum 1200. € darfst du noch 10% behalten. (Wenn ein Kind in der BG ist, verschiebt sich diese Grenze von 1200 auf 1500 €.

Wenn du einen Minijob hast, da gilt  natürlich Brutto = Netto, da berechnest du den Freibetrag gleich von deinem Auszahlbetrag. 

Wenn ein Schüler also einen Verdienst von 400 € hat, dann bekommen seine Eltern wirklich 240 € weniger Geld für ihn. Da ist, denke ich, klar, dass man das Geld, das der AG überweist, eben nicht für sich allein behält, sondern den Eltern den Anteil gibt, der durch den Verdienst wegfällt. Immerhin ist das ja Geld, dass auch für den betreffenden jugendlichen verwendet wird - anteilige Mietkosten, Strom, Verpflegung.

Gegenüber einem Erwachsenen, der im Hartz IV-Bezug dazuverdient, bist du aber im Vorteil: du darfst einmal im Jahr innerhalb von vier Wochen 1200 € anrechnungsfrei verdienen und der mögliche Miniverdienst in den anderen Monaten wird davon nicht berührt.

Wenn dich das Thema interessiert, dann schau hier

http://www.hartziv.org/news/20120724-ferienjobs-schueler-duerfen-bis-zu-1-200-euro-anrechnungsfrei-dazuverdienen.html

oder   unter Suchbegriff Ferienjob ALG II

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Kommentar von isomatte
08.07.2016, 03:37

Die 80 % Anrechnung trifft aber nur dann zu,wenn man sein Erwerbseinkommen Brutto wie Netto bekommt,sonst stimmt es nämlich nicht mehr !

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Vom Lohn wird nichts einbehalten, dieser wird angerechnet, da jedes Einkommen vorrangig ist und den Bedarf reduziert.

vgl. § 11 SGB II.

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einbehalten wird lediglich ein Teil der staatlichen Unterstützung ... der Lohn fließt in voller Höhe zu ...

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