Auf Schwerbehinderte neidisch sein - ist das noch normal?

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Also, kein Mensch ist perfekt. Daher ist es auch nicht gleich eine geistige Behinderung, wenn man etwas denkt, was moralisch fragwürdig wirkt. Die Leute, die auf den Tag "Rollstuhl" antworten, sind entweder Rollstuhlfahrer oder haben Freunde oder sonstige Erfahrung damit. Deswegen sind die Antworten oft etwas aufbrausend, was durchaus verständlich ist. Man ahnt gar nicht, wie oft man als Rollstuhlfahrer behindert wird, ja, wird.

Sehen wir uns die Argumente im Einzelnen an:

"Andauernd gepflegt werden": Babys, Kinder und vielleicht der Pflegefall in der Familie (die Oma z.B.) werden auch alle gepflegt. Warum ist man auf diese Menschen denn nicht neidisch? Bei Babys und Kindern ist es irgendwie normal, weil die biologisch gar nicht von Anfang an auf sich aufpassen können. Bei der Oma will man auf keinen Fall mit ihr tauschen, weil es ihr einfach wirklich schlecht geht. Warum ist es also ein Problem, wenn Rollstuhlfahrer "gepflegt werden"? Zunächst sehen sie ja gar nicht so krank aus, viele können selbständig zum Einkaufen gehen, sie sitzen halt in einem Stuhl mit Rollen. Dass solche Menschen dann mehrmals die Woche Physio oder anderes Training brauchen, ziemlich verspannt sind, an verschiedensten Krankheiten leiden, weil sie viel sitzen, das bedenkt man nicht. Außerdem gehört zur Pflege auch das Unangenehme. Also vielleicht Hilfe für den Toilettengang, Duschen, Anziehen, Katheter. Da will man dann doch lieber selbständig sein. Fazit: Gepflegt zu werden, ist ganz selbstverständlich, wenn man gar nicht mehr richtig gesund leben kann. Und leider ist es auch selbstverständlich, dass man die unschönen Pflegeaufgaben nicht weglassen kann.

"Die finden überall mit Leichtigkeit einen Behindertenparkplatz." Nein, tun sie nicht. Entweder gibt es gar keine, sie sind von Leuten belegt, die den Ausweis der Oma illegalerweise in die Frontscheibe legen, oder auch einfach nur von Leuten besetzt, die sich nicht um das blaue Täfelchen mit dem Rollifahrer scheren. Dann kann man die Polizei rufen, die dann bestenfalls eine Viertelstunde braucht, um einem dann zu sagen, dass sie jetzt den Abschleppdienst rufen (noch einmal eine halbe Stunde), bis man den Platz nutzen kann oder der Besitzer zurückkommt. Dass er einen Strafzettel bekommt, ist dabei nicht einmal richtig Genugtuung. Wenn man tatsächlich einen freien Parkplatz findet, benötigt man dennoch viel Platz herum und Zeit zum Aus- und Einsteigen. Wenn man Pech hat und zugeparkt wird, dann steht man wieder einmal da.

"Die brauchen nicht arbeiten zu gehen." Theoretisch braucht man nie arbeiten zu gehen, weil man von Hartz IV tatsächlich leben kann. Auch als Rollifahrer kann man so denken, aber das kann deine Freunde/Bekannte ja nicht hindern, es ebenso zu machen.

"Die kriegen Unmengen an Unterstützung." Bei diesem Argument würde ich gerne lachen, aber es ist einfach zu traurig. Ja, wenn ein Rollifahrer sich durch Papierkram und Behörden telefoniert, streitet, etc. bekommt er eventuell das, was er braucht, um ein halbwegs normales Leben zu führen. Aber jetzt kommt der Clou an der Sache. Wenn er mehr verdient als ungefähr 2000 Euro, dann wird ihm sämtliche Unterstützung gestrichen, bis er wieder darunter fällt. Wenn er heiratet, ist die Grenze ungefähr bei 3000 Euro, aber die Regelung bleibt. Klingt unglaublich, oder? Was bedeutet das konkret: Niemals darf man etwas besitzen, ansparen oder kaufen, weil es dann zum Vermögen gehört und man weiter gekürzt wird. Erst wenn man nicht mehr davon leben kann, bekommt man wieder die Unterstützung, bis man wieder bei 2000 Euro ist. Das ganze Leben lang. Klingt das fair?

"Mitleid"? Welches Mitleid? Natürlich gibt es die ein oder andere Person, die sich denkt, "so ein armer Mensch", aber was bekommt man zu sehen? Behindertenparkplätze besetzt, Aufzüge voll (aber wenn man dann davor steht, dann schauen sie alle weg, noch nie ist jemand auf die Idee gekommen, den Aufzug zu verlassen, damit ein Rollstuhlfahrer Platz hat, wie traurig ist das eigentlich?), Busse nehmen einen nicht mit, weil der Rolli-Platz belegt ist ("der nächste Bus nimmt Sie bestimmt mit" - Nein, tut er nicht), Taxi-Unternehmen lehnen schon ab, wenn man Rollstuhl überhaupt in den Mund nimmt. Viele Rollstuhlfahrer müssen ein Leben lang für ihre Rechte kämpfen und am Ende haben sie bestimmt nicht mehr als jeder "normale" Mensch. Von dem Mitleid, das man ihnen entgegenbringt (was sie auch nicht alle wollen), können sie sich nichts kaufen.

Und nein, Menschen, die gerne im Rollstuhl sitzen, haben zwar eine Störung (sie sind also krank), aber es besteht trotzdem kein Grund, so auf sie einzuhacken. Wie auch Rollstuhlfahrer haben sie sich nicht ausgesucht, so zu sein.

Deine 'Freunde' fühlen sich offenbar vernachlässigt und sind so eifersüchtig. Denn sie reden von "umsorgt werden", von "Leichtigkeit im Leben spüren", von "nicht arbeiten gehen".
Offenbar sind das deren Schwerpunkte. Vielleicht fühlen sie sich mit ihrem Leben überfordert, unfair behandelt (was offen gesagt wird). Ebenso wissen sie nichts von dem, wie es so wirklich abläuft.
Vielleicht wollen Deine Freunde einmal in einer Werkstatt für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung hineinsehen. Wissen Deine Freunde, dass einige Menschen mit Schwerbehinderung (Grad der Behinderung von 100) ganz regulär und normal arbeiten gehen? Obwohl sie im Rollstuhl sitzen und die Hürden und ggf. auch Schmerzen ertragen müssen?
Was ist mit Stephen Hawking? Er ist ein brillianter Denker und Wissenschaftler. Kann sich aber weder bewegen, noch Sprechen. Deine Freunde hingegen sind offenbar körperlich fit. Werden aber wohl niemals dies kognitive Leistung erreichen, wie der Stephen Hawking. Sind sie somit nicht auch dann "be-hindert" - also im Vergleich zu ihm? Wenn nun ein "ja" kommt, dann "Glückwunsch"! Es liegt eine be-Hinderung vor. Eine Hinderung, jemals seine Werke zu bewältigen. Und? Wird sich nun wohler gefühlt?
Nicht vergleichen. Sondern sehen, was selbst gut gemacht werden kann. Wo die Bedürfnisse, Sehnsüchte zu finden sind. Wie sie Raum, Zeit und Aufmerksamkeit bekommen dürfen.
Wonach gestrebt werden mag. Wo die Grenzen liegen, wie sie eingesetzt und vermittelt werden können, ohne sich selbst einschränken zu müssen.
Das wird die Herausforderung sein, das ist die Chance.

Probier es doch mal aus! Lass dich in der Stadt herumschieben, stoße an hindernisse, treffe auf Menschen, die dich nicht anschauen, wegstoßen, dumm daherreden. Versuche, in ein  Auto einzusteigen, und tue so, als seien deine Beine gelähmt. Schwerbehinderten haben chronische Schmerzen und leben damit. Täglich kann noch was dazukommen. sie werden ausgegrenzt, die Leistungen vom staat und der Krankenkasse reichen bei weitem nicht aus, dass sie nur annähernd ein Leben führen können wie nichtbehinderte. Aufzüge fehlen, Treppen stehen im Weg, sie dürfen manchmal froh sein, wenn sie für ein Konzert den Lastenaufzug benutzen können, sie stehen vor Gehsteigen, die zugeparkt sind, vor Menschen,die ignorant und unverschämt reden, die sie nicht mal als vollwertigen Menschen wahrnehmen. Wenn sie einen Partner suchen, dauert es länger und es ist alles schwerer als bei den Normalos. sie verdienen weniger Geld und müssen immer um Anerkennung kämpfen. Das alles selbst haben zu wollen, ist unverständlich. wir sollten diesen Menschen sensibel Hilfe anbieten, sie stützen, sie würdigen und gernhaben trotz ihrer Behinderung. solche Menschen sind genauso wertvoll wie jeder andere, solche Menschen arbeiten oft mit 100 % Schwerbehinderung und ruhen sich nicht daheim aus, sie suchen ihre Grenzen, sie machen Pläne, sie haben eine zukunft. denk mal drüber nach, was du alles tun kannst, ohne dass du es als Besonderheit empfindest. du kannst gehen, wohin du willst, über einen Graben hüpfen, tanzen gehen, in einen zug steigen....geh in dich und überdenke deine einstellung zu Schwerbehinderten.

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ach so noch etwas ganz wichtiges:

  • es ist ein 31 jähriger geistig behinderter Mann
  • der im Rollstuhl sitzt.
  • Er bekommt Hilfe beim Duschen.
  • Er ist geistig auf der Stufe eines 1 jährigen..
  • seltsam ist aber das er niemals seinen Penis anfasst
  • noch anschaut.
  • Weder seine Mutter noch sein Vater wissen das warum er noch nie eine Erektion hatte.
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