Auf einen Leserbrief in der Zeitung anonym antworten, Adresse über Internet gefunden?!?!?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Ein Brief ohne Absender-Adresse erzielt keine Wirkung, lahoradelahora. Für die Auseinandersetzung braucht es einen Adressaten. Du kannst ja auch nur schreiben, weil der Meinungsgegner seinen Namen und seine Anschrift zumindest teilweise veröffentlicht hat. Und auch er setzt sich dabei einer Leserschaft aus, die keineswegs seiner Meinung sein muss; auch wenn er das ungefährlichere Ende besetzt, denn man hört ziemlich selten, dass Homosexuelle zu sozialer Isolierung Heterosexueller oder gar tätlichen Übergriffen neigen, um ihre Meinung zu vertreten.

Schreibe einen offenen Brief an die Zeitung und richte seinen Inhalt an den Autor des anderen Leserbriefs. Argumentiere darin, ohne dich persönlich oder deine persönliche Situation zu erwähnen. Stelle klar, was klarzustellen ist. Außerdem kannst du Unterschriften von Leuten, die bereit sind, deinen Brief zu unterstützen, sammeln. :) (Und ja: Auch dort gehört eine vollständige Anschrift drunter.)

Aber spare dir die Belehrungen. Solche Leute kannst du nicht belehren. Und du wirst sie auch niemals überzeugen; ganz egal, welche Argumente du hast. (Zum Überzeugen gehört DENKEN. Die meisten Menschen bilden sich ihre Meinung aber nicht durch Denken, sondern durch sozialen Herdentrieb. Und was sich da einmal verankert hat, sitzt hartnäckig fest, weil es hilft, das selbständige Denken zu vermeiden.)

Du kannst dich jedoch indirekt an alle anderen wenden; vor allem an jene, die ihren Verstand noch zum Denken benutzen. Die wollen aber auch nicht belehrt werden. Gib ihnen stattdessen Argumente an die Hand. Zeige ihnen die Fehlerhaftigkeit der gegnerischen Argumente, ohne dass du die Person hinter den Argumenten angehst.

Zeitungen lieben Kontroversen. Das bringt Leser. Insofern hat dein offener Brief eine gute Chance, zumindest auszugsweise abgedruckt zu werden und damit den 200.000 potenziellen Lesern ebenso zugänglich zu sein, wie der andere Leserbrief.

Außerdem kannst du diesen offenen Brief überall herumschicken, aber auch ausdrucken und auf dem Marktplatz verteilen.

... wenn schon sein Leserbrief soviele Menschen zu lesen bekommen?

Meinungen entstehen nicht auf der Grundlage EINES Leserbriefs. Insofern bräuchtest du dir keine Sorgen zu machen.

Vielmehr werden jene, die sowieso Homosexuellen abgeneigt sind, weise mit dem Kopf nicken; während die meisten anderen diesen Leserbrief vermutlich gar nicht wahrnehmen werden. ("Echt jetzt?! Das stand da in der Zeitung? Die bekomme ich doch auch; aber ich habe das gar nicht gesehen.")

Außerdem bist du nicht allein. Wende dich an eine der vielen Beratungsstellen. Suche im Internet nach Vereinsadressen in deinem Umfeld. Garantiert gibt es irgendeinen Verein oder eine Beratungsstelle in deiner Nähe. Dann packe die Zeitung und deinen Brief ein und fahre hin oder telefoniere mit den Leuten dort. Zweifellos kann man auf diesem Wege mehr organisieren. Mindestens aber wirst du Leute finden, mit denen du dich unbeschwert und ohne Sorge um Outing oder ähnliches unterhalten und austauschen kannst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Erlaubt ist das, aber nicht überzeugend.

Wer einen Standpunkt hat, sollte diesen auch vertreten. Dabei ist es glaubwürdiger, wenn man sich offen dazu bekennt. Anonymität hat immer den Beigeschmack des Feigen, weil der Gescholtene sich nicht wehren kann.

Wenn man der Auffassung ist, dass jemand anderer zu einer Meinung gelangt ist aufgrund fehlender Informationen, kann man doch ohne Problem mit dem Betreffenden selbst sprechen.

Letztlich mußt du dir die Frage beantworten, was du mit diesem Brief bezwecken willst. Und davon würde ich es letztlich wohl abhängig machen.

Allerdings gibt es hierzu auch Grenzen, weil es unbelehrbare Fanaten gibt. Bei diesen ist eine Diskussion ebenso zweckfrei, wie ein (anonymer) Brief.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Meine Meinung dazu ist klar: Entweder schreibst du "in deinem Namen - also mit Absender" und stehst zu deiner Meinung und deinen Äußerungen, oder du lässt es einfach bleiben, ärgerst dich und machst gedanklich einen Haken drunter.

Schließlich wurde die Meinung der Person in der Zeitung ja scheinbar auch weitestgehend mit ihrer Person (Name...) genannt und ich finde anonyme Beiträge belanglos. Ich zumindest würde als Empfänger die Ansichten eines "Unbekannten" nicht sonderlich zu Herzen nehmen oder großartig drüber nachdenken.

Und vlt. nimmst du damit der Person auch die Möglichkeit, sich zu verteidigen, zu rechtfertigen, denn ohne deinen Namen und Adresse geht das nun mal nicht .

Ich fände es einfach unfair und wenn es dir um "political correctness" geht, solltest du es ja wohl gerade besser machen ;-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

In unserer heutigen Zeit finde ich es nicht mehr zeitgemäß anonyme Briefe zu schreiben.
Du hast eine Meinung zu dem Thema. Du weißt, wo diese Person wohnt.
Warum nicht ein klärendes Gespräch auf neutraler Ebene?!
Was Du willst ist sicher nicht richtg. Du könntest sonst einen "Gegen-Leserbrief" schreiben. Natürlich keine drei Seiten, aber einen kurzen, klärenden. Was Du vorhast finde ich nicht richtig und ist auch nicht der richtige Weg. Das ist einfach nur feige.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

lahoradelahora 03.07.2013, 06:57

Meinst du es wäre richtiger ihm den Brief persönlich in die Hand zu geben? Es geht darum dass ich schwul bin und im ländlichen Raum wohne. In einem Gebiet und einem konservativem Umfeld meiner Familie. Ich selbst breche da immer mehr aus. Dennoch will ich meine Familie und auch mich schützen. So traurig sich dies anhört, so wichtig erscheint es mir persönlich.

In dem Leserbrief werden Widernatürlichkeit, erzkonservative katholische Ansichten und das Bundesverfassungsgericht auf extreme Weise in Frage gestellt. Bekräftigt mit dem Argument Homosexualität sei vor nicht allzulanger Zeit noch strafbar gewesen, und zwar die Sexualität an sich was einfach komplett falsch ist!

Ich möchte lediglich erläutern, wissenschaftlich zitieren, ja aufklären und nicht zuletzt ein eigenes umfangreiches politischen Statement geben indem ich nicht für ein Ehegattensplitting, sonder ein Familiensplitting plädiere!

Findet ihr es dann immer noch nicht vertrebar?

LG

0
Kinderbuecher 03.07.2013, 07:07
@lahoradelahora

Sicherlich ist eine innere Aufgebrachtheit zu verstehen. Einerseits willst Du Klärung, andererseits willst Du Andere schützen. Das geht nicht. Ich würde sagen, in Deinem Fall gibt es nur ein ENTWEDER-ODER. Nicht beides.
Und vom Gefühl her würde ich sagen: Du hast zwar eine Meinung, aber man muss im Leben nicht immer alles "klären" wollen. Kann Dir doch egal sein, was ein Anderer denkt...Du hast Deine Meinung, er seine. Da muss man dann zum eigenen Schutz eben den Mund halten. Überlegen, was ist wichtiger. Das der jetzt weiß was ich denke oder das die Sache ansich geklärt ist. Also mir wäre dann immer noch meine eigene Person am wichtigsten.

1
lahoradelahora 03.07.2013, 07:22
@Kinderbuecher

Das sowieso, da stimme ich dir 100pro zu! Ich möchte nur, dass es irgendwann kein Thema mehr ist und sexuelle Identitäten außer Vergewaltigungen oder Pädhophilie etc. geschütze wird! Das es keine Diskussionen mehr darüber gibt. Und ich glaube daran mit Argumenten überzeugen zu können und einen Menschen, gerade auf eine stille Weise oder einen Brief überzeugen zu können! Aber einer ist keiner!

Danke auch für deine Antworten, ich werde es sein lassen!

LG

0

Tue dies! Auch wenn du in diesen zubetonierten Köpfen nichts bewegen wirst. Wenn dich das seelisch beruhigt ist es durchaus ein Weg.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn das Thema eine Auflage von 200000 erreicht, sollte die Antwort im gleichen Medium stattfinden. Nur das macht Sinn. Nur das ergibt die gleiche Breitenwirkung.

Ein anonymer Brief wird nichts an seiner Einstellung ändern. Schade um die Tun.... ähm Tinte :D

Deinen Leserbrief kannst du auch mit X.Y. unterschreiben [*)Name der Redaktion bekannt]...

Du schreibst dir mit dem anonymen Brief vielleicht etwas Frust weg, aber die Wirkung ist gleich Null.

Das ist vielleicht einer jeder Briefe, die man zwar schreiben soll, aber niemals absenden.

Im übrigen mach eine besser Arbeit: Was sich auf 3 Seiten aufbläst, ist meist auch etwas aufgeblasen, überschätzt sich in der Wirkung, hält sich für den Nabel der Welt.

Verdichten und Verknappen wäre angesagt und das braucht viel Einsatz und Energie. Dann wird vielleicht sogar ein vernünftiger Leserbrief draus, den alle gern lesen.

Andernfalls: Vergiss es, solches Politgeschreibsel will niemand lesen. Niemand in einem öffentlichen Forum - und schon gar nicht jemand mit dieser Einstellung. Vergebene Liebesmühe.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Äußere deine konträre Meinung in einem Gegen-Leserbrief. Warum deine Identität verstecken? Ohne die Person anzugehen, pointiert und mit guten Argumenten. Müssen keine 3 Seiten sein. LG

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

lahoradelahora 03.07.2013, 06:58

Meinst du es wäre richtiger ihm den Brief persönlich in die Hand zu geben? Es geht darum dass ich schwul bin und im ländlichen Raum wohne. In einem Gebiet und einem konservativem Umfeld meiner Familie. Ich selbst breche da immer mehr aus. Dennoch will ich meine Familie und auch mich schützen. So traurig sich dies anhört, so wichtig erscheint es mir persönlich.

In dem Leserbrief werden Widernatürlichkeit, erzkonservative katholische Ansichten und das Bundesverfassungsgericht auf extreme Weise in Frage gestellt. Bekräftigt mit dem Argument Homosexualität sei vor nicht allzulanger Zeit noch strafbar gewesen, und zwar die Sexualität an sich was einfach komplett falsch ist!

Ich möchte lediglich erläutern, wissenschaftlich zitieren, ja aufklären und nicht zuletzt ein eigenes umfangreiches politischen Statement geben indem ich nicht für ein Ehegattensplitting, sonder ein Familiensplitting plädiere!

Findet ihr es dann immer noch nicht vertrebar?

LG

0
lahoradelahora 03.07.2013, 07:06
@adavan

Ich hab einfach das Bedürfnis solche Meinungen durch überzeugende Argumente zu eliminieren. Schließlich lesen das 1000e von Leuten.

In einer Haut zu stecken, wofür man nichts kann. Einer Minderheit anzugehören die immer wieder aufs Neue gleiche Rechte einfordern muss und durch wiederholtes Scheitern mit großen Enttäuschungen erschöpft wird. Nicht zu akzeptieren dass Liebe zu einem gleischgeschlechtlichen Mitmenschen einen gleichen Wert besitzt wie Liebe bei heterosexuellen Partnern oder Lebensgemeinschaften. Zu wissen dass viele Homosexuelle im 2. Weltkrieg nach nunmehr 60-70 Jahren aufgrund ihrer Orientierung umgebracht wurden. Ein Gesellschaftsbild durch Abgeordnete wie Herrn Ude oder Frau Steinbach noch immer als zeitgerecht zu verkaufen. All diese Tatsachen verletzen eine große Minderheit tief. Sie verletzen v. a. tief und lassen emotional erschöpfen weil sie durch das Schweigen einer mächtigen deutschen Kanzlerin öffentlich wahrnehmbar bekräftigt wird. Ob gewollt oder ungewollt, Tatsache ist das es so ist.

Durch die vergangene Anne Will Sendung hat die CDU nach langem Hadern nun auch meine Stimme verloren. Künftig hätte ich mir eine Schwarz-Grüne Koalition gewünscht, auch wenn Ihre Schnittmengen nicht sonderlich groß sind.

Konservativ zu sein heißt auch, Jahrtausend alte und von vielen Menschen gelebte Identitäten endlich öffentlich als gleichwertig, natürlich und ebenso würdevoll auszusprechen und anzunehmen sowie aus Jahrtausendelang unterdrückte Realitäten neue konservative Werte zuzulassen.

BTW - Das war ein persönliches Statemant, meine Argumente sehen anders aus...

0
adavan 03.07.2013, 07:08
@lahoradelahora

Nun dann schreib einen offenen Brief, den ebensoviele Leute lesen. Damit erreichst du mehr als, wenn du nur an den einen schreibst. LG

1
lahoradelahora 03.07.2013, 07:15
@adavan

Alles klar, vielen Dank für deine Meinung, ich werde den Brief jetzt nicht wegschicken, aber an die Zeitung schreiben! LG!

1

Was möchtest Du wissen?