Auf das Herz hören oder auf den Verstand?

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15 Antworten

Man kann das gar nicht so einfach trennen. Gefühle sind der Motor unseres Verstands. Sie bestimmen, in welche Richtung wir denken wollen. Sie lassen sich übergehen. Dauerhaft ignorierte Gefühle machen aber unglücklich.

Wenn du von "Verstand" sprichst, dann meinst du wahrscheinlich "dir von außen zugetragene Erfahrungen", denn wenn dir niemand abraten würde, auf deine Gefühle zu hören, würdest du gar keinen Konflikt zwischen deinen Gefühlen und deinem Verstand verspüren.

Wenn du auf deine Gefühle hörst, behalte die Bedenken der anderen im Hinterkopf. So kannst du besser abschätzen / einkalkulieren, was auf dich zukommen könnte. Vielleicht wird es dann dadurch für dich leichter verarbeitbar.

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Kommentar von realistir
01.07.2014, 13:39

Du könntest Politiker oder verkäufer werden, bei deinen Fähigkeiten den Leuten was einzureden.

Wie kommst du auf Gefühe sind der Motor des Verstandes? Usw. Irgendwie hast du gefehlt als Mengenlehre vermittelt wurde. Ferner gehst du nur von einer gewissen Menge an Annahmen aus und ebenso nur mit einer minimalen Menge an erlaubten Betrachtungen.

Machen einige Menschen gerne, eine Komplexität auf ein sehr eingeschränktes Maß zu reduzieren. Irren ist menschlich.

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Letztlich entscheidet immer das Gefühl. Denn bei jeder Entscheidung geht es ja darum, was ich mehr mag und was weniger. Aber in der Regel gibt es bei jeder Entscheidung mehr als nur einen Punkt, den man beachten muss. Und beim einen Punkt mag mein Gefühl anders sein als beim anderen Punkt. Wenn ich zum Beispiel vor der Wahl stehe, ein Studium zu beginnen oder einen Beruf zu erlernen, dann muss ich Punkte wie Verdienstmöglichkeit, Familienplanung, Selbstverwirklichungsmöglichkeiten usw. berücksichtigen. Den Verstand brauche ich, um die möglichen Auswirkungen meiner Entscheidung in den genannten Bereichen zu beurteilen. Aber nur mein Gefühl kann mir sagen, wie wichtig mir jeder Bereich ist und ob ich z. B. erhebliche Einkommenseinbußen in den ersten Jahren hinnehmen würde, um mich selbst zu verwirklichen, indem ich mich in einem Studium meinen Lieblingsinteressen widme.

Ich würde daher eine Entscheidungstabelle aufstellen, wo ich alle mir wichtigen Aspekte der Entscheidung eintrage. Dann schreibe ich bei jeder Entscheidungsalternative eine Zahl rein, z. B. zwischen 0 und 3, die angibt, wie günstig sich die jeweilige Alternative vermutlich auf den jeweiligen Aspekt auswirkt.

Beispiel: Ich hab Lust auf was Süßes und will mich zwischen einem Pudding und einem Apfel entscheiden (natürlich mach ich bei so banalen Entscheidungen keine Tabelle ;) Wenn mir bei der Entscheidung die Aspekte "Geschmack" und "Gesundheit" wichtig sind, könnte meine Entscheidungstabelle so aussehen:

           Apfel Pudding
Geschmack    2      3
Gesundheit   3      1
           -------------
             5      4

D. h., ich entscheide mich für den Apfel.

Solche Tabellen lassen sich noch verfeinern, indem man die einzelnen Aspekte gewichtet. Falls mir also im obigen Beispiel Geschmack etwa doppelt so wichtig ist wie Gesundheit, gewichte ich den Aspekt Geschmack mit dem Faktor 2, multipliziere also jede Geschmack-Note mit 2. Dann sieht die Tabelle so aus:

           Apfel Pudding
Geschmack*2    4      6
Gesundheit*1   3      1
           -------------
               7      7

In einer solchen Pattsituation (7 Punkte für Apfel und 7 für Pudding) kommt wieder der Verstand ins Spiel, um nach weiteren Aspekten zu suchen, die für mich bei meiner Entscheidung eine Rolle spielen. Das könnte hier z. B. Haltbarkeit sein. Wenn der Pudding morgen abläuft, der Apfel aber noch gut aussieht, kann ich meine Tabelle so erweitern:

           Apfel Pudding
Geschmack*2    4      6
Gesundheit*1   3      1
Haltbarkeit*1  2      0
           -------------
               9      7

In diesem Fall entscheide ich mich also für den Apfel.

Man sieht schon an diesem einfachen Beispiel, wie Verstand und Gefühl zusammenspielen. Man kann sich vorstellen, dass Kopf und Bauch auch ohne Tabellen einen ähnlichen Abwägungsprozess veranstalten.

Und ich denke, ausschließlich mit dem Verstand kann man keine Entscheidung treffen. Wenn ich z. B. einen Job als Handelsvertreter angeboten bekommen, sagt mir mein Verstand, dass man da viel reisen muss. Aber für oder gegen den Job kann ich mich erst entscheiden, wenn ich mein Gefühl befrage, ob ich gern reise oder nicht. Wir brauchen das Gefühl also, um die vom Verstand gelieferten Informationen zu bewerten.

Bei der ursprünglichen Frage war aber von wichtigen Entscheidungen die Rede. Und die sind oft komplex, d.h. viele Faktoren spielen eine Rolle, sind schwer vorauszusagen und beeinflussen sich gegenseitig. Hier kommt die Intuition ins Spiel.

Intuition ist ein Gefühl, das auf viel Erfahrung beruht. Der Kfz-Meister langt intuitiv an die richtige Stelle beim Motor, um die Ursache des Problems zu finden. Weil er Erfahrung mit vielen Motoren gemacht hat. Fragt man ihn, woher er das wusste, kann er es oft nicht erklären und nennt es "Bauchgefühl".

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, das bei komplexen Entscheidungen das intuitive Gefühl der verstandesmäßigen Analyse überlegen ist.

Und wir alle verfügen zumindest auf einem Gebiet über viel Intuition: Bei der Einschätzung von Menschen. Weil wir unser Leben lang viel Erfahrungen mit Menschen machen. Natürlich kann unser Gefühl auch da falsch liegen, es wird aber vermutlich immer noch besser abschneiden, als der Verstand. (Vorausgesetzt man ist seelisch gesund. Es gibt nämlich psychische Probleme die dazu führen, dass man bei der Einschätzung von Menschen immer wieder den gleichen Fehler macht und dadurch z. B. immer wieder an alkoholkranke oder gewalttätige Partner gerät.)

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Ich fasse mich kurz, und wills gar nicht sehen, habe Angast, sonst in meine tastatur zu beißen:

  1. Früher (Antike und noch ne Weile im Mittelalter) wurde das Herz für den Sitz des Denkens gehalten. Es wäre natürlich unseriös, zu behaupten, dass "hör auf Dein Herz" von daher kommt und so zu verstehen ist (ich denke, das stammt eher aus der Romantik), aber nen Gedanken und die Erwähnung ist es Wert.

  2. Abseits aller Metaphorik wären idealerweise Verstand und Gefühlsleben in Harmonie miteinander. Beide vermögen Urteiel zu leisten, allerdings haben sie unterschiedliche Grundlagen. Spontane Gefühle kann man als Indikatoren der eigenen Vorurteile nehmen. Aber Gefühle können sich auch aufgrund verstandesmäßier Urteile entwickeln. Und haben dann eine bessere Grundlage. Wenn es also eine Dysharmonie zwischen beiden gibt, würde ich es als Anzeichen nehmen, noch mal sehr genau über das Thema nachzudenken. Und, falls es zu keiner Übereinstimmung kommt, lieber dem Verstand zu folgen (aufgrund der Natur spontaner Gefühle als unausgesprochene Vorurteile – diese können wahr sein oder falsch, die Crux ist, dass man nicht genau weiß, wie man zu der jeweiligen Wertung gekommen ist – im Gegensatz zu einer Beurteilung durch den Verstand.)

Lg,

Nemo

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Mir erscheinen beide Ziele fiel zu eng gefasst. Auswandern und dort studieren das sind langwierige Vorgänge, dabei dann sich auf genau einen AG festzulegen das klingt gefährlich. Vielleicht kommen daher ja deine Probleme damit Herz und Verstand in Einklang zu bringen. Wann immer die beiden in handfesten Konflikt geraten will und das etwas sagen und da solltest du erst einmal gut zuhören statt etwas erzwingen zu wollen.

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wer auf sein herz hört wird glücklicher...weil der verstand Gefühle nicht mit einbaut. Verstand denkt praktisch. Herz denkt an deine Gefühle und wünsche

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Finde eine dritte Möglichkeit, bei der sich die Frage gar nicht stellt und dein Herz und Verstand sich einig sind. Offensichtlich haben beide Varianten etwas, das dich zögern lässt. Hör darauf.

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Wer zu wenig auf seinen Verstand hört, wird das kurz über lang bedauern - oft sogar sehr bedauern. Aber ist nicht der noch mehr zu bedauern, der ganz grundsätzlich NUR auf seinen Verstand hört?

Kurz: Deine Frage mit JA oder NEIN zu beantworten ist unmöglich.

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Ich würde sagen auf dein Herz! Schließlich heißt es doch nicht um sonst ,,Hör auf dein Herz wenn es zu dir spricht,, oder?

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Das sollte man situationsbezogen entscheiden. Mal ist das eine sinnvoll, mal das andere.

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Eine einerseits witzige und doch interessante Frage.

Erstens ist irren menschlich und dementsprechend fehlerbehaftet. Zweitens, zeige mir einen einzigen Menschen der völlig frei von typisch menschlichen "Vorurteilen" und sonstigen "Regularien" ist.

Gehen wir im Idealfall von einer Verteilung 50:50 bei gedanklichen und gefühlten Bewertungen aus, ohne genauer zu hinterfragen was von wem abhänfig sein könnte. Was wäre dann vorzuziehen?

Drittens, wozu stellt sich überhaupt eine solche Frage wie deine? Gibt es sonst keinerlei vernünftigen Faktoren, die eine Entscheidung möglich machen?

Mich würde Amerika nicht reizen, vor allem aber niemals irgendwas mit Army. Folglich hätte ich schon lange entschieden.

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Kommentar von DerStaerkeZions
01.07.2014, 19:48
Mich würde Amerika nicht reizen, vor allem aber niemals irgendwas mit Army. Folglich hätte ich schon lange entschieden.

Jedes Herz ist ein besonderes. Jeden treibt das Leben woanders hin, gemäß seinen Erfahrungen und seiner Werte.

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Wahrscheinlich hast du dich eh schon entschieden.. Du willst nur wissen ob es die richtige entscheidung ist. So is das bei mir auf jeden fall imma:)

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Hi halojump:) Mhhh das is schwierig..ich würde auf das herz hören aber trotzdem bischen schauen das noch bischen verstand dabei is..XD Viel glück Lg zahraxD

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Die Sprache allein genügt nicht, um deine Frage beantworten zu können.

Auf das Herz hören wir vor allem dann, wenn wir nach unserem Glück suchen.

Auf den Verstand verlassen wir uns, um die Wahrheit zu finden.

Doch ist es nicht etwa so, dass in einem gewöhnlichen Falle Verstand und Herz getrennt sein könnten. Vielmehr spielen sie gerade zu den Zeiten perfekt zusammen, da wir es nicht merken.

Du suchst nicht nach einer Antwort auf die Frage, welcher Sinn zuverlässiger ist. Du suchst nach einem bestimmten Prinzip, das deinen Entscheidungen die belastende Schwere nimmt, nach einem Prinzip, das dir den richtigen Weg zeigt.

Ich sage dir:

Das Prinzip, woran du dich bei schwierigen Entscheidungen orientieren solltest, ist das Leben.

Kümmere dich um die Lebenden, bewahre das Leben eines jeden Menschen und du wirst vollkommene Gerechtigkeit finden.

Das Leben ist die einzige und erste Tugend, und die höchste.

Entscheide dich also immer für das, was dir im wesentlichen nützt, für das, was Leben bewahrt und das Leben erfüllt.

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"Follow your heart but take your brain with you." (unbekannt)

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Ich höre am meisten auf die Leber

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