Auf Betrügerfirma reingefallen, was nun?

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4 Antworten

Nein, musst Du nicht.

Das wird Dir alles Dein Rechtsanwalt erklären - Du solltest auch nur noch über ihn aktiv werden und nicht mehr dort anrufen bzw. wenn Du kontaktiert wirst, alles sofort an den RA weiterleiten.

Eine weitere Diskussion erübrigt sich daher.

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Guten Abend,
wenn ich dich beraten würde, würde ich folgenderweise argumentieren:

Zuerst einmal hast du in Vertretung für deinen Vater einen gültigen Vertrag abgeschlossen.
Da dein Vater offensichtlich jedoch nichts von der Vertretung wusste bist du ein sog. Vertreter ohne Vertretungsmacht (siehe §177 BGB).
Nach den Haftungsvorschriften aus §179 (1) BGB ist somit nicht dein Vater derjenige der den Vertrag geschlossen hat, sondern Du selbst.

(Die Rechnung ist somit falsch Adressiert. Nach Klärung mit dem Inkassounternehmen wird dein Vater nicht zahlen müssen. Stattdessen Du selbst.)

Im nächsten Schritt könntest du deine Annahme vom Vertrag nach §119 BGB anfechten, da du eventuell nicht gewusst hast, was du unterschrieben hast, oder dich beim Inhalt geirrt hast.
Voraussetzung ist dabei, dass du dich an die Anfechtungsfrist aus §121 BGB hälst (auf jeden Fall probieren!).

Ich hoffe du kommst aus der Sache raus.

Viel Erfolg!
Merlin

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Kommentar von mepeisen
25.05.2016, 13:04

Leider stecken da zu viele Fehler drin. Ohne Handlungsvollmacht hat man weder gültige Verträge abgeschlossen noch hat man einfach dann für sich einen Vertrag abgeschlossen. Auch ist es Unsinn, dass dann einfach nur die Rechnung anders zu adressieren ist.

Das allgemeine Schadensrecht funktioniert grundsätzlich anders und das einfache Umschreiben der Rechnung ist Blödsinn. Ganz grundsätzlich könnte der Anbieter sowieso nur den tatsächlich angerichteten Schaden ersetzt verlangen. Das wären beispielsweise die bereits für den Druck eines Flyers nachweisbar und anteilig angefallene Kosten.

Der Schadensersatz kann nie so hoch sein, wie der eigentliche Rechnungsbetrag ist.

Ob und wie viel Schadensersatz der Sohnemann zahlen müsste, kommt auf viele Details an. Das hier zu diskutieren führt eindeutig zu weit und dafür ist dann der sowieso bereits eingeschaltete Anwalt da.

Alles andere, da kann ich nur davor warnen. Denn Irrtums-Anfechtungen gehen beispielsweise so ohne weiteres nicht. Zum einen müssen die unverzüglich erfolgen nach Kenntnisnahme des Irrtums und zweitens ist "Ich wusste das nicht so genau" kein Grund. Unternehmer und deren Mitarbeiter müssen sich genau durchlesen, was sie unterschreiben oder es bleiben lassen. Die haben keinen Welpenschutz wie sie ein Verbraucher hat. Und bevor ein Unternehmer/Mitarbeiter etwas für den Geschäftsführer unterschreibt oder im Namen der Firma, von dem er keine Ahnung hat, lässt er es bleiben und gibt es lieber dem Chef.

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Kommentar von CodeExtreme
28.05.2016, 23:38

Hallo, ich lasse gerne mit mir über die Lösung diskutieren, jedoch nur wenn Einwände berechtigt sind. :)

Der Sohn hat für den Vater unterschrieben- hätte aber garnicht unterschreiben dürfen. Daher ist sehr wohl von einer Vertretung ohne Vertretungsmacht zu sprechen.

Die Rechtsfolge können (auch) Sie problemlos in §179(1) BGB nachlesen: Der "Vertreter" verpflichtet sich selbst.

Selbstverständlich wird das Inkassounternehmen nicht Schadensersatz, sondern Erfüllung des Vertrags verlangen.

Auf eine Zahlung darf das Inkassounternehmen erst hoffen, wenn man selbst auch tatsächlich davon benachrichtigt wird.

Bei der Anfechtung gebe ich Ihnen absolut Recht, daher habe ich das auch in meiner Antwort vermerkt!

Und ihr Einwand über Mitarbeiter der Geschäftsführers ist insoweit belanglos, da es sich nicht um einen Mitarbeiter handelt.

Bitte überprüfen Sie Ihr Halbwissen! Jeder macht Fehler, ich auch. Aber Sie wollten hier verschlimmbessern.

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Da dein Vater ein Gewerbe hat, gilt für ihn kein Rücktrittsrecht.

es ist zwar schlecht für euch, aber aus dieser Kostenfalle kommt er nicht raus.

Es gibt etliche Gerichtsurteile, die hier zu Gunsten der Werbefirma gefallen sind. Von einem selbständigen erwartet man, dass er seine Offerten prüft.

Vielleicht hast du wenigstens aus der Sache was gelernt.

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Kommentar von Xipolis
24.05.2016, 20:41

Der Vater hat allerdings den Vertrag nicht abgeschlossen. Und auch niemanden dazu bevollmächtigt.

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Kommentar von krasniqi12345
24.05.2016, 20:49

Ich habe aufjedenfall was dazu gelernt, mein Papa hat auch nicht geschimpft. Ich mein, ich wusste es wirklich nicht und bin einfach drauf reingefallen. 

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Kommentar von mepeisen
25.05.2016, 12:48

Da dein Vater ein Gewerbe hat, gilt für ihn kein Rücktrittsrecht.

Da diese Forderungen regelmäßig auf Trickbetrug basieren (sie tun so als gäbe es schon einen Vertrag), sind die Verträge aber problemlos anfechtbar. Und die Trickbetrüger wissen das auch. Die verschwinden schnell, wenn sie deutlichen Gegenwind mit Androhung einer Strafanzeige verspüren. Diese angeblichen Gerichtsurteile, zeige mir die mal. Ich kenne nur extrem wenige. Die Versäumnisurteile sind auf jeden Fall abzuziehen, denn da hat sich niemand verteidigt. Wenn sich niemand verteidigt, dann ist klar, dass er auch verliert, denn das Gericht kann ja dann nur annehmen, dass die Forderung korrekt ist.

Und den zweiten Grund, warum du einmal mehr Unrecht hast, hat Xipolis genannt.

Und drittens: Zwar gibt es für Gewerbetreibende nicht den üblichen Verbraucher-Welpenschutz. Dass Gewerbetreibende deswegen aber nie ein Rücktrittsrecht hätten ist Blödsinn.

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Eigentlich ja, so weit ich mich da juristisch auskenne.

Bist du minderjährig? Dann verhält sich dies anders.

Du hast jedoch Urkundenfälschung begangen. Rede mal mit deinem Vater, der wird dir nicht den Kopf abreißen.

Ich habe schließlich auf eine Abofalle auf dem Handy xD

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Kommentar von mepeisen
25.05.2016, 12:49

Du hast jedoch Urkundenfälschung begangen

Wenn er die Unterschrift gefälscht hätte, nur dann. Wenn er aber in Namen des Vaters unterschreibt, begeht er keine Urkundenfälschung. Es ist im Geschäftsverkehr völlig normal, dass Personen in Vollmacht oder in Vertretung für einen Geschäftsführer unterschreiben. Das ist keine Urkundenfälschung.

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