Audi TT als Unfallfahrzeug gekauft?

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6 Antworten

Hallo

- der Kaufvertrag ist wegen falscher Eigenschaftsbeschreibung der Ware (Zugesicherte Eigenschaft) anfechtbar

- kontakte die Vorbesitzer wenn der/die letzte/n bekannte/n Vorbesitzer denn Käufer schriftlich informierte ist es leicht denn Mangel nachzuweissen. Falls das nicht möglich ist mal bei der Versicherung im Betrugsregister anfragen ob zu der VIN ein Schadensfall abgewickelt wurde. Ansonsten braucht man einen Gutachter (gleich einen Gerichtsfesten Sachverständigen also einen Gutachter der auch vor Gericht zugelassen ist) und muss die Kosten vorstrecken

- die Verbraucherzentralen und evtl. der ADAC haben Vordrucke für ein rechtssicheres Anschreiben um den Mangel beim Verkäufer anzuzeigen und durch eine erste Fristsetzung ebenden in Lieferverzug zu bringen.

- man kann evtl. das Thema "Betrug" recherchieren/vorbereiten aber die Hürde für einen Betrugsfall ist recht hoch und der Staat wird nur bei dicken Fischen tätig aber nicht bei Autoverkäufern welche die Ware nur "Optimaler" anpreisen als die real sind. Das läuft dann oft drauf hinaus das es ein Irrtum war oder ein Zwischenhändler der Schuldige war. (Der ist dann oft im EU Ausland)

- Zudem haben sie Verkäufer oft einen "Super" Anwalt der gleich mit Schadenenersatzklagen kommt

- Solange der Unfallschaden keine strukturellen Bauteile betrifft welche die Fahreigenschaften oder Sicherheit betrifft ist eine komplette Rückabwicklung sehr schwer es wird meist eine Wertminderung ausgehandelt bzw von einem Gutachter errechnet. Zudem hat der Verkäufer das Recht auf Nachbesserung (Bzw das Recht selber weiter rumzupfuschen). Sobald man als Verkäufer eine korrekte Unfallreperatur nach Herstellervorschrift nachweissen kann sind dort entstandende Mängel ein Problem der Reperaturwerkstatt (Die muss für deren Leistung aber nur maximal 2 Jahre haften/nachbessern). Oft wird bei der Konservierung gespart die kann man auch leicht nachbessern.

- Beim TT ab der 2ten Generation haben dann noch das "Problem" der Alu/Stahlverbundbauweise. Reperaturen im Alubereich dürfen nur spezialsierte Audi Zentren durchführen. Beim Stahlblechheck darf aber jede Fach-Werkstatt instandsetzen. Hat man Unfallschäden im Alubereich muss Instandsetzer seine "Auditierung" nachweissen also denn getrennten Aluminum Arbeitsplatz und das dazu geschulte Personal. Ist das nicht Vorhanden ist eine Fachgerechte Reperatur nicht unmöglich aber unwahrscheinlich. Aber in Deutschland haben wir keinen Schweizer MFK wo man nach einer Unfallreperatur zur Widerzulassung die korrket instandsetzung nachweissen muss oder der instandsetzer dafür haftet das er nach Werksvorschrift gearbeitet hat. Hier darf jeder verkürzen/pfuschen so lange er will und selbst bei Unfällen aus Pfuschreperaturen gibt es selten Verfolgungsdruck.

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Dazu wäre jetzt spannend zu wissen, um welche Art von Unfall es sich handelt, was im Vertrag steht, was dir erzählt wurde und wer evtl. noch anwesend war, als es dir erzählt wurde.

Was die Schäden angeht:

  • Beispiel 1: Der Wagen hatte einen leichten Auffahrunfall. Dabei ist die Stoßstange gebrochen, die Karosserie wurde jedoch nicht beeinflusst (z.B. Auffahrunfall bei Schrittgeschwindigkeit). Wird das beschädigte Teil, also die Stoßstrange, nun in einer Vertragswerkstatt mit einem Original-Ersatzteil erneuert, gilt der Schaden quasi als nie dagewesen und der Wagen ist immer noch unfallfrei. Wird ein Drittanbieterteil verwendet, muss dies angegeben werden.
  • Beispiel 2: Wie oben, nur mit heftigerem Aufprall. Die Karosserie wurde in Mitleidenschaft gezogen. Egal, ob wieder komplett gerichtet oder immer noch leicht verzogen - Das ist ein Unfallschaden, der beim Verkauf angegeben werden muss, da selbst beim kompletten Richten die Struktur der Karosserie weicher werden kann.
  • Beispiel 3: Der berühmte Pfeiler im Parkhaus an der Fahrzeugseite - egal wie gut repariert, das ist ebenfalls ein Unfallschaden.
  • Beispiel 4: Irgendwelche Spinner gehen einmal mit dem Schlüssel an der ganzen Seite vorbei. Dies sollte nach Reparatur als "Nachlackiert" angegeben werden, da hier garantiert der Lackschichtdickenmesser Alarm schlägt, damit es nicht zu Misverständnissen kommt.

Kommen wir jetzt zu deinem Vertrag:

  • Steht "Unfallfrei" drin, die Werkstatt kann dir aber glaubhaft darlegen, dass größere Unfallschäden dran waren (im Zweifel brauchst du vor Gericht das Gutachten eines vereidigten Sachverständigen, der wird aber vermutlich zu keinem anderen Ergebnis kommen - erst mal würde ich es aber auf Basis eines Gespräches probieren, einen Rabatt oder eine Rückabwicklung auszuhandeln - jedoch nicht unter Ausschluss weiterer Garantie oder Gewährleistung wenn man den Unfall einmal akzeptiert hat) dann steht dir definitiv eine Rückabwicklung zu.
  • Jetzt kann es natürlich sein, dass der dir erzählt hat "Unfallfrei" und hat klammheimlich "Unfall" angekreuzt. Jetzt kämen potentielle Zeugen ins Spiel. Jedenfalls würde eine Rückabwicklung deutlich schwieriger und würde im Zweifel vor Gericht enden.
  • Wurde klar Unfall angegeben, hast du das so akzeptiert.

Jetzt kann der Händler immer noch argumentieren, er hätte nur das weitergegeben, was der Vorbesitzer angegeben hat. Dennoch hat der Händler die Verantwortung der richtigen Angabe, gerade gewerbliche Händler sollten die Möglichkeit und das Fachwissen (intern oder extern) haben, ein Fahrzeug beim Ankauf gründlich zu begutachten. Tut er das nicht und gibt nur die Vorbesitzer-Information "kosmetische Reparatur" weiter ohne selbst den größeren Schaden entdeckt zu haben, wird das trotzdem zu seinem Problem. Es gibt zwar keinen "fahrlässigen Betrug" aber Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Ob man sowas noch Jahre später geltend machen kann, ist fragwürdig. Aber bis zu einem Jahr nach Kauf würde ich da durchaus hohe Chancen sehen.

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Kommentar von michaelc90
23.01.2016, 12:05

Hallo Volker, vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Ich habe noch mal genau im Kaufvertrag nachgeschaut. Das es Mangel bzw einen Unfallschaden geben soll, ist mit ja markiert. Zusätzlich gibt es eine Ergänzung zu diesem Teil. Auf der Ergänzung stehen die nachgebesserten teile: Stossfänger vorne, Kotflügel und Scheinwerfer ersetzt. Laut Verkäufer sollte es sich um einen Pfeiler gehandelt haben, der mitgenommen wurde. Bei einem Werkstattbesuch vor kurzem, wurde mir die Frage gestellt, ob es noch irgendeinen Unfallschaden gab, da irgendetwas im Motorraum kaputt sein solle. Diese Teil ist definitiv nicht aufgelistet und dürfe nur kaputt gehen bei einem "heftigen" Zusammenstoß. Bei den Gesprächen war meine Freundin immer mit dabei. Auch bei der Fahrzeugübergabe.

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Hi,

es kommt darauf an, was im Kaufvertrag steht!

Unfallwagen = ja

Dann kannst du gar nichts machen, logisch oder?

Unfallwagen = nein

Gutachter bestellen. Dann hast du den Beweis und kannst den Kauf z. B. rückabwickeln.

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Wie hast Du es gekauft? Unfallfrei oder nicht? Ein Zerkratze ist nicht unbedingt ein Unfallwagen.

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Kommentar von michaelc90
22.01.2016, 23:55

Als unfallfrei. Im Kaufvertrag steht was von einer Nachbesserung, aber nicht von einem Unfall.

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Alle Fahrzeuge die einen größeren Kratzer (ca 10cm) haben sind nicht Unfallfrei!

Es kommt drauf an was in deinem Kaufvertrag steht.

Wenn drin steht, dass es ein Unfallschaden gab, wirst du weniger Glück haben.

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Kommentar von RobTop96
23.01.2016, 10:10

Schwachsinn

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Ein Händler ist verpflichtet, dich über einen Unfallschaden aufzuklären (weiß ich von einem Bekannten der eine Autowerkstatt hat). Du kannst also auf jeden Fall dagegen vorgehen. Wie genau weiß ich jetzt nicht.

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