Au Pair als Muslima. Welches Land passt am besten?

9 Antworten

Hi, ich habe vor 8 Jahren ein Austauschjahr gemacht und ich hoffe ich kann dir helfen.

Wo es am besten für dich ist, solltest du eher mit der Agentur absprechen, denn die haben jahrelange Erfahrung, und hatten sicher schon einige Muslima die sie vermitteln sollten. Die können dir dann schon sagen, ob es ein Land gibt, wo es unmöglich ist, oder nicht. Bzw. kann man dir schon sagenn, wo es etwas länger dauern könnte, bzw. dir Erfahrungsberichte von anderen Muslimas geben.

Aber bei deinen Ländern sehe ich jetzt nicht wirklich ein großes Problem. Zumindest habe ich da noch nicht irgendeinen großen Negativbericht wegen Muslimas als Aupairs gelesen.

Es gibt sicher in jedem Land Gastfamilien die selber Moslems sind, und gerne eine Muslima als Aupair hätten. Genau so kann ich mir aber auch vorsellen, dass eine Familie mit einer anderen Religion dich nehmen würde, wenn du flexibel bist.

Damit meine ich, dass es Austauschschüler gibt, die zB. immer in die Mosche gehen wollen während des ATJ, und wenn das nich geht, wird die Gastfamilie direkt abgelehnt. Da ist also die Frage, ob du dir da für ein Jahr ev. vorstellen könntest, dass du weniger in die Moschee gehen kannst, und das anderweitig machst. Bzw. gibt es auch Religionen mit fixen Gebetszeiten, wenn diese aber mit den Abohlzeiten der Kids, etc. zusammenfallen, gibt es da auch schon wieder Probleme.

Also wenn du da sagst, dass es für dich für ein Jahr ok ist, wenn du es nicht ganz so intensiv, nicht zu den bestimmen Zeiten, bzw. mit weniger Moscheebesuchen, etc. vereinbaren kannst, wird die Auswahl an Familien schonmal größer sein.

Das es auch dort Leute gibt die dich für komisch halten, wird wohl so sein, und es gibt sicher in jedem Land Leute, die dir schlimme Schimpfwörter nachschreiben würden, wenn sie dich sehen ist auch fast klar. Nur weißt du ja nicht wo du genau landest, und wie deine Nachbarschaft so drauf ist. Es wird in jedem Land Familie geben, die dich nicht nehmen wollen, weil du Muslima bist, damit musst du rechnen. Bzw. dass es Familie gibt, die dich nicht nehmen, weil sie wissen, dass in ihrer Umgebung Muslimas nicht so gerne gesehen sind, und sie dir das nicht antun wollen.

Aber es ist definitiv möglich, wenn du dich offen zeigst. Wenn du ihre Religon akzeptierst, und nicht wie eine Fanatikerin bei allem erzählst, dass ihre Religion falsch ist, sie einen grausamen Tod sterben werden, etc. sollte die Religion kein Problem sein. Zumindeste war bei meinem Austauschjahr die Religion nie Thema. Es wurde mal nachgefragt, man hat erzählt, und man durfte Fragen stellen, aber das wars dann auch. Wenn wer beten wollte, so hat er das getan, wenn nicht dann nicht.

Am Besten rufst du mal bei einer Agentur an, und vereinbarst einen Termin. Schau dir die Preise an, und ob dir die Agentur gefällt und dann dort hin mit dir und deinen Fragen. Die werden dir sicher auch sagen, dass es ev. etwas länger dauert mit der Vermittlung, du aber denoch Chancen hast. Dann wäre es wohl schon gut, wenn du dich bald bewirbst, dann hast du generell mehr Zeit zum suchen. Bzw. kannst du dir ja auch Familien aussuchen und anschreiben, was du dann auch schon früher machen kannst.

Ich wünsche dir viel Glück dabei, aber ich denke, wenn du offen bist, sollte es wirklich kein Problem sein.

(Ich hoffe ich habe wegen Moschee oder Gebetszeiten keinen kompletten Blödsinn geschrieben, aber ich kenne mich bei Religion wirklich nicht so ganz aus, wer was wo und wann macht.) :)

Vielen vielen Dank für diese nette und hilfreiche Antwort :)!!

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Liebe FAMEx3, ich bin selbst als Au Pair in Kanada unterwegs gewesen und hatte zumindest was die Religion betrifft nie Probleme! Ich wurde zwar immer, von jedem gefragt warum ich denn kein Schwein esse oder Alkohol trinke oder warum ich als in Deutschland lebendes Mädchen Muslima sein, aber das war nie ein Problem. In der Zeit in der ich in der Familie war wurde kein Schwein gekauft, so wurde nie welches gekocht (Als Au Pair bist oft du fürs kochen zuständig), ich wurde nicht anders behandelt, ich wurde super nett aufgenommen und es wurde viel Interesse an der Religion (& meiner Person) gezeigt. Kanada war für mich die absolut beste Wahl! Das einzige das in Nordamerika etwas nervig ist, ist dass bei jedem Essen im Restaurant Bacon bei ist und man das so gut wie immer abbestellen muss, sonst sind alle super tolerant, ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Ich kann mir auch vorstellen, dass es schwieriger ist, als Mädchen mit Kopftuch eine passende Familie zu finden, gibt bestimmt Leute die das nicht so gerne haben, sicher aber auch welche die so etwas exotisches toll finden. Wünsche dir viel Glück bei deiner Suche!  

Vielen vielen Dank :))

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Ich kann mir gut vorstellen, das du in Australien auf jeden Fall Familien findest.

Von anderen Staedten kann ich nicht wirklich berichten (mangels Erfahrung) aber Sydney hat eine riesige Muslime community aus allen moeglichen Laendern.

Ich will nicht ins Fettnaepfchen treten und auch niemanden zu Nahe kommen aber ich denke das es ueberall einen Anteil von Menschen gibt die komisch reagieren auf "andere" (was auch immer das heisst) O.k. wenn ich (weissblond) durch Dubai maschiere werd ich auch komisch angeguckt, oder als Caucasian durch Hongkong gehe bin ich auch eine Besonderheit ;)

Viel Spass wuensch ich dir, fuer welches Land du dich auch immer entscheidest.

Vielen vielen Dank :))

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