Attische Demokratie + Sklaven?

J. Bleicken - (Schule, Geschichte, Leistungskurs)

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Analysieren bedeutet, etwas einer Analyse unterziehen. Analysieren ist eine geordnete Untersuchung, die etwas zergliedert/in seine einzelnen Bestandteile zerlegt und ihren Zusammenhang beschreibt und zu erläutert. Dazu gehört, den Inhalt und Gedankengang mitsamt dem Aufbau/der Struktur und der Argumentation (Thesen, Argumente, Schlussfolgerungen) zu erfassen. Bei einer anspruchsvollen Textanalyse/Deutung können auch eine Beschreibung und Erläuterung des Funktionszusammenhangs von Inhalt, Aufbau und Aussageabsicht (Intention) und reflektierende Schlussfolgerungen (möglicherweise mit Beurteilung/Bewertung) im Rahmen eines Verstehens dazugehören.

einige Hinweise:

Das behandelte Thema (in der einleitenden Bemerkung über dem Textausschnitt kurz „Sklavereiproblem“ genannt) ist das Problem, ob die athenische Demokratie/der Staat Athen von der Arbeit von Sklaven abhängig war.

Die Fragestellung wird als für die moderne Forschung nicht verwunderlich, sondern naheliegend eingeschätzt. In einer kurzen Bemerkung („nicht nur von marxistischer Seite“) steckt der Sache nach, der Marxismus (Historischer Materialismus) vertrete ganz allgemein eine Auffassung von antiker Gesellschaft als Sklavenhaltergesellschaft, bei der Einsatz von Sklaven für die Produktionsweise wesentlich ist, und eine Lehre von der Gesamtheit der Produktionsverhältnisse als Basis und Einrichtungen, Gedanken und Vorstellungen als Überbau. Die Fragestellung zum Problem der Sklaverei ist aber nicht auf eine marxistische Auffassung beschränkt, zu der eine Deutung als Sklavenhaltergesellschaft zu einem festen Weltbild gehört.

Einen Hinweis darauf, es könne ein Zusammenhang zwischen Demokratie und Skavenhaltung bestehen, enthält der Hinweis auf die Tatsache, dass in Athen unter demokratischer Verfassung die Zahl der Sklaven besonders stark zunahm. Dies zeigt, wie ein Zusammenhang naheliegend erscheint, nimmt aber noch nicht das Ergebnis einer erst noch vorzunehmenden Prüfung vorweg, ob wirklich so ein Zusammenhang bestanden hat.

Das Problem wird in drei Bereiche aufgegliedert:

1) Wirtschaft

2) demokratische Verfassung (also die Demokratie selbst), mit der politischen Grundidee, jeder Bürger solle seine politischen Rechte auch ausüben

3) machtpolitische Stellung Athens

Die Wichtigkeit der Frage unterstreicht die Darlegung ihres Inhalts in der Überlegung, ob eine Verwirklichung der demokratische Grundidee auf Sklaverei beruht, indem Sklaven arbeiten und Produkte schufen, damit die Bürger den politischen Geschäften nachgehen konnten.

Der Hinweis auf die Bezahlung der Bürger für politische Tätigkeit („er darum für das politische Geschäft bezahlt werden musste“) bezieht sich auf die Einführung von Zahlungen, die auch Ärmeren besser eine Beteiligung/Teilhabe/Partizipation ermöglichten: Tagegelder für Geschworene in Volksgerichten, Mitglieder des Rates der 500 und etliche Amtsinhaber, dann auch für die Teilnahme an der Volksversammlung: eine μισθός (misthos [Lohn, Besoldung]) genannte finanzielle Aufwandsentschädigung (heute wird so etwas „Diäten“ genannt), es gab auch noch die Einrichtung einer Schaugelderkasse (θεω�?ικόν [theorikon]) zur Teilnahme an den Theateraufführungen während des dreitägigen Staatsfestes der Großen Dionysien.

Jochen Blicken gibt in seiner Stellungnahmen eine differenzierte Antwort.

Dies beruht auf einer genaueren Auslegung davon, was in diesem Zusammenhang Abhängigkeit bedeuten kann.

Zum Bestehen einer Abhängigkeit ist die Antwort zu einer sehr weitgehenden und allgemeinen Auffassung (A) verneinend, zu weniger weitgehenden, mehr eingeschränkten Auffassung (B) eher bejahend.

(A

Eine ganz allgemeine völlige Abhängigkeit („ist die Frage so … allgemein gestellt“) kann widerlegt werden. Sklavenarbeit war keine notwendige Voraussetzung in der Bedeutung einer Unersetzlichkeit („wären […] auch ohne Sklaven ausgekommen“). Die Arbeit von Sklaven ist nicht allgemein für die athenische Demokratie unverzichtbar und notwendig gewesen. Das System wäre nicht ohne Sklavenarbeit zusammengebrochen. Auf jedem Arbeitsgebiet (Landwirtschaft/Arbeit auf dem Feld; Gewerbe/Arbeit in den Manufakturen und Bergwerken; Handel) hätten die Athener bis auf wenige Ausnahmen auch ohne Sklaven auskommen können. Sklavenarbeit war insofern nicht eine unentbehrliche Voraussetzung, auf der athenische Demokratie beruhte.

(B)

Der Einwand mit einer nicht vorhandenen allgemeinen Unersetzlichkeit der Sklavenarbeit wird aber als nur bedingt richtig beurteilt. In einer weniger weitgehenden Auffassung von Abhängigkeit kann überlegt werden, ob Sklavenarbeit ein Faktor unter anderen war, der für die Entwicklung der athenischen Demokratie vorantreibend wirkte („Agens“, wird in einer Erklärung, die jemand im Textausschnitt in dem Geschichtsbuch hinzugefügt hat, als „Mittel“ angegeben; genaugenommen ist Agens eine Bezeichnung für eine antreibende Kraft).

53

Zu der These eines solchen Zusammenhangs, der aber trotz einer weniger weit reichenden Aussage („nur ein Agens unter anderem für die dynamische Entwicklung der Stadt“) als für das Urteil über die athenische Demokratie wesentlich gilt, werden Überlegungen in Frageform angestellt, die eine Bejahung der These nahelegen, weil in den Fragen die These stützende Argumente stecken.

Auch kleine Handwerker wie ein Töpfer oder Bauern konnte, wenn sie Sklaven hatten, zur Volksversammlung gehen, ohne einen Schaden für ihren Betrieb befürchten zu müssen.

Vornehme und Wohlhabende konnten durch den Besitz und Einsatz von Sklaven reich werden (größere Vermögen erwerben) und dadurch in finanzieller Hinsicht völlige politische Unabhängigkeit erreichen.

Ein ausgelassenes weiteres Argument ist, dass viele Athener für längere Dauer außerhalb des Staatsgebiets für außenpolitische Ziele tätig sein und für die machtpolitische Stellung Athens eintreten konnte, weil während ihrer Abwesenheit Sklaven weiterhin ihre Arbeit verrichteten und die Produktion aufrechterhielten.

Das Bedenkliche daran ist die Gesamtheit (Summe) der Möglichkeiten, die Sklaverei bot und wodurch der Zusammenhang nicht unerheblich ist.

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Also erstmal geht es um die ATHENISCHE Demokratie, einer der ersten ( wenn nicht die erste) Demokratien der Welt im damaligen fortschrittlichen Griechenland.

Im Text wird die Vermutung behandelt, dass die Demokratie die Sklavenhaltung fördert, da zum einen die Zahl der Sklaven stieg zum anderen die Bürger dadurch mehr Zeit hatten zur Ausübung der Politik. Im unteren Abschnitt wird erwähnt, dass die Athener durch die Sklaven auch zu Reichtum und Wirschaftskraft gelangten, was einen starken Staat-> starke Demokratie bedingte und Wirschaftskraft-> Militärische Stärke (nicht 1zu1 aber wichtig), was dadurch dann wieder die Demokratie gefestigt hat, da Sie für die Bürger vorteilhaft war und deshalb auch zustimmung hatte. Zusammenfassend wird die These bestätigt, dass durch Sklavenhaltung und den daraus resultierenden Wohlstand der Bürger Athens (nicht der Sklaven) die Demokratie funktionierte und aktiv an ihr mitgewirkt wurde.

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