Attest anstatt AU?

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16 Antworten

Jetzt droht mir die kündigung.

Eine Kündigung dürfte in diesem Fall nicht berechtigt und haltbar sein - wohl eine Abmahnung.

Es gibt im EntgFG § 5 "Anzeige- und Nachweispflichten" keine zwingenden Formvorschriften für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung; die einzigen Vorgaben sind: Name des Arbeitnehmers und Dauer (durch Anfangs- und Enddatum oder Dauer ab Ausstellung) der Arbeitsunfähigkeit.

Wenn der Arbeitgeber Zweifel an der Aussage des Attestes hat, muss er sie begründen, sonst sind seine Zweifel irrelevant.

Da Du Dich immer wieder bei Deinem Arbeitgeber krankgemeldet hast und wenn das von Dir vorgelegte Attest diese vorhin genannten Angaben enthält, dann bist Du Deiner Nachweispflicht - wenn auch möglicherweise verspätet - nachgekommen und hast nicht unentschuldigt gefehlt!

Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 7 "Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers" Abs. 1 Nr 1 darf der Arbeitgeber das Entgelt für Krankentage, für die keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt wird, einbehalten (er muss es aber nachzahlen, sobald die Bescheinigung vorgelegt wird).

Er hat dieses Recht aber nicht, wenn ihm die Tatsache der Erkrankung aus anderen Gründen bekannt oder auf andere Weise nachgewiesen wird.
Da Du ein Attest Deines Arztes über die Erkrankung vorgelegt hast, ist damit ein solcher Nachweis erbracht, und der Arbeitgeber darf Dir nicht wegen angeblich fehlenden Nachweises der Erkrankung Kündigen oder das entsprechende Entgelt einbehalten!

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Dein Chef hat leider recht und das solltest du als Arbeitnehmer auch wissen.

In der Zeitspanne nur anrufen, da kann jeder behaupten er ist krank, aber da du keine gültige AU - Bescheinigung abgegeben hast, muss der Arbeitgeber das nicht hinnehmen.

Wenn ich mich hier nicht irre, könnte der dir sogar für die Zeit auch kein Gehalt zahlen, denn du bist da nicht zur Arbeit erschienen.

Wie ich gerade in deiner anderen Frage noch gelesen habe, was die Lohnkürzung betrifft, lag ich doch richtig.

Dass du so lange nicht zum Arzt gekommen bist, interessiert den Arbeitgeber nicht , es gibt immer Möglichkeiten zu einem Vertretungsarzt zu kommen und du hast die Pflicht, schnellstens eine Krankmeldung abzugeben.

Das hast du dir selber verbockt, vielleicht hast du Glück und du bekommst nur eine Abmahnung.

Nur wird da jeder Arbeitgeber anders damit umgehen, denn unzuverlässige Arbeitnehmer, die hat keiner gerne.

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 12:40

Dein Chef hat leider recht

Sicher nicht (siehe meine eigene Antwort)!

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Kannst Du mit dem Doc reden? Ärzte dürfen eigentlich rückwirkend keine AU ausstellen. Das stimmt.

Nur im begründeten Einzelfall. Und dann auch nicht sehr lange (1 oder 2 TAge).

Da es jetzt um eine Kündigung geht.. vielleicht doch irgendeine Möglichkeit vorhanden ?b (nb: 14 Tage null Möglichkeit zum Doc.. echt schlecht, sorry  :-S)


Was sagt denn Deine Kasse, wenn Du da mal anrufst?


Erstmal hat sich der Doc hier jetzt ganz korrekt verhalten, so leid es mir tut.


Oder aufrichtigstes Me-Culpa beim AG machen? Auch der muss kein Attest akzeptieren.. der kriegt ne AU.


Sch* Situation.. wenn Du das noch gerade biegen kannst, dann sieh in Zukunft imm er zu, Dir diese blöde AU zu holen, die ist absolut wichtig!


https://www.advocard.de/streitlotse/arbeit-und-karriere/arbeitsunfaehigkeitsbescheinung-rueckwirkend-krankschreiben-lassen/

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 12:53

Und dann auch nicht sehr lange (1 oder 2 TAge).

Der Korrektheit wegen:

Nach der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses § 5 "Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit" Abs. 3 Satz 2 ist die rückwirkende Bescheinigung

nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu drei Tagen zulässig.

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Selbst wenn du bettlägerig bist, macht er keine Hausbesuche mehr? Man kann einen Bekannten bitten, dich zu fahren oder ggf. mit den Taxi zum Arzt. Gibt es auch keinen anderen Arzt in deiner Nähe.

Sorry, aber du machst es dir einfach zu leicht und klar ist der AG verärgert, aber deswegen gleich kündigen wollen, ich denke eine Abmahnung reicht erstmal auch aus.

Rückwirkend von vor fast 20 Tagen wird kein Arzt machen.

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 12:56

aber deswegen gleich kündigen wollen, ich denke eine Abmahnung reicht erstmal auch aus.

Genau so!

Unter den genannten Umständen (regelmäßige telefonische Meldung beim Arbeitgeber, Vorlage eines Attestes) ist im Fragefall eine Kündigung rechtlich nicht haltbar!

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Um zu wissen, worüber wir hier eigentlich reden, ist es wichtig zu wissen, was auf dem Attest steht, wann du es vom Arzt bekommen hast und wann du es deinem Arbeitgeber vorgelegt hast.

Grundsätzlich bist du als Arbeitnehmer verpflichtet, dem Arbeitgeber spätestens am vierten Krankheitstag (sofern Arbeitstag, sonst am nächsten Arbeitstag) eine AU-Bescheinigung (meistens "Muster 1") vorzulegen. Bei nicht rechtzeitiger Vorlage der AU-Bescheinigung drohen dir arbeitsrechtliche Konsequenzen sogar bis zur Kündigung. Ob und wie weit diese gerechtfertigt sind/waren, muss dann im Einzelfall ein Arbeitsgericht entscheiden.

Auszug aus dem Entgeltfortzahlungsgesetz:

§ 5 Anzeige- und Nachweispflichten (1) Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens an dem darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen.
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Nun, wenn der Arbeitgeber eine AU fordert ist diese zu liefern.

Da ist es erst mal egal wie weit weg der Arzt ist oder ob du nicht hinkommst.

 

Wenn du kein Auto hast --> Taxi rufen.

Wenn du so schwer krank bist, dass es nicht zum Taxi reicht --> Rettungswagen rufen.

Es gibt immer eine Möglichkeit zum Arzt zu kommen und diese darf der AG einfordern.

 

Wenn er gleich (beim ersten Mal) mit Kündigung droht ist das bedenklich und wohl auch rechtlich zu prüfen ob das überhaupt geht.

Gab es zu diesem Punkt bereits schon einmal eine Abmahnung, ist wohl auch die Kündigung rechtens.

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 12:34

Wenn er gleich (beim ersten Mal) mit Kündigung droht ist das bedenklich und wohl auch rechtlich zu prüfen ob das überhaupt geht.

Genau so!

Unter dieser Voraussetzung ist im Fragefall eine Kündigung rechtlich nicht haltbar!

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Da kann man nichts mehr machen. Eine AU kann der arzt nur maximal 3 tage rückwirkend ausstellen, und ab 3 tagen krankheit ist eine AU pflicht. Wärest du 1-2 tage krank gewesen hättest du deinem AG keine AU bringen müssen, wobei manche AG auch ab dem 1.tag eine AU verlangen, ab 3 tagen aber defintiv immer. Da du jetzt keine mehr bekommen kannst, wäre eine kündigung gerechtfertigt, denn es zählt als unentschuldigtes fernbleiben von der arbeit. 

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 12:51

Da du jetzt keine mehr bekommen kannst, wäre eine kündigung gerechtfertigt

Sicher nicht!

denn es zählt als unentschuldigtes fernbleiben von der arbeit

Das ist falsch, da dem Arbeitgeber die Tatsache der Erkrankung auch auf anderem Wege als nur dem der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bekanntgemacht werden kann!

Siehe dazu meine eigene Antwort!

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Selbst Schuld. Nur mit einer AU-Bescheinigung darfst du der Arbeit fern bleiben. Telefonisch kann dein Arzt deine AU nicht feststellen, da mußt du persönlich hin oder der Arzt kommt zu dir. Irgendwie geht das immer, wenn man will.

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Wenn man aufgrund einer Krankheit nicht zum Arzt gehen kann macht dieser Hausbesuche. Du bist als Arbeitnehmer verpflichtet spätestens ab dem 3. Tag eine AU einzureichen. Dieser Pflicht bist du nicht nachgekommen.

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Kommentar von Violetta1
27.02.2017, 10:17

Der Vertrag kann sogar festlegen: ab. 1 Tag eine Au.

Und 12 Tage nicht zum Doc zu kommen.. da wirds echt haarig.

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 13:14

spätestens ab dem 3. Tag

Um genau zu sein (nach der gesetzlichen Bestimmung):

Dauert die Erkrankung länger als 3 Kalendertage (also nicht ab dem 3. Tag), muss spätestens am folgenden Arbeitstag eine Bescheinigung vorgelegt werden.

Und wie Violetta1 richtig sagt: Die Bescheinigung kann vom Arbeitgeber schon bei einer Erkrankung von weniger als 3 Tagen verlangt werden.

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Du warst 14 Tage krank und bist der Arbeit ferngeblieben. Du kannst keine AU vorlegen. Daher kann dwr Arbeitgeber dich kündigen. Sofern er fristgerecht und nicht fristlos kündigt, wird er damit auch vor jedem Arbeitsgericht durchkommen. Da du die Kündigung durch dein Verhalten verschuldest hast, wirst du auch die ersten 3 Monate kein Arbeitslosengeld bekommen.
Der Arzt darf dir rückwirkend keine AU ausstellen. Das ist verboten. Daher hat er dir ein Attest gegeben. Um die Kündigung abzuwenden, könntest du dich bei deinem Chef entschuldigen und ihm anbieten für diese Zeit auf das Gehalt zu verzichten, wenn er nicht kündigt.

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 12:46

Das ist verboten.

Das ist Unsinn (siehe die Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses § 5 "Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit" Abs. 3 Satz 2).

Daher kann dwr Arbeitgeber dich kündigen.

Ganz sicher nicht, wenn der Fragesteller wegen des gleichen Fehlverhaltens nicht schon einmal mindestens eine Abmahnung erteilt bekommen hat!

Sofern er fristgerecht und nicht fristlos kündigt, wird er damit auch vor jedem Arbeitsgericht durchkommen.

Daran kann man mehr als nur Zweifel haben! Woher nimmst Du denn diese "Sicherheit"?!?! Kennst Du den Spruch, man sein "auf hoher See und vor Gericht in Gottes Hand"??

Siehe meine eigene Antwort ...

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Du musst spätestens 3 Tage nach Arbeitsunfähigkeit eine AU einreichen, damit dein Arbeitgeber auch weiß, wie lange du krank sein wirst und somit besser planen kann.

Leider hast du deine Pflichten somit nicht erfüllt und dein Arbeitgeber ist im Recht.

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 12:35

und dein Arbeitgeber ist im Recht

Sicher nicht (siehe meine eigene Antwort)!

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Da ist drin AG im recht! Du brauchst eine AU! 

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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 13:04

Da ist drin AG im recht!

Nein!

Der Arbeitgeber kann bezüglich des Attestes Zweifel haben - wenn er sie denn begründen kann!

Für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gibt es keine Formvorschrift (das übliche bekannte Formular ist nicht zwingend vorgeschrieben!); das Attest wäre dann als eine entsprechende Bescheinigung anzusehen, wenn es die notwendigen Angaben enthält.

Eine Kündigung wäre hier nicht haltbar (siehe meine eigene Antwort).

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Da hat dein Chef vollkommen Recht!

Du hast spätestens am 3. Krankheitstag eine Krankmeldung vorzulegen. In manchen Firmen auch schon am 1. Tag. Tust du das nicht, dann ist das Arbeitsverweigerung bzw. unentschuldigtes Fehlen.

Wie du zum Arzt kommst, ist dabei dein Problem.


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Kommentar von Familiengerd
27.02.2017, 13:08

Da hat dein Chef vollkommen Recht!

Nein!

dann ist das Arbeitsverweigerung bzw. unentschuldigtes Fehlen

"Arbeitsverweigerung" ist ohnehin Unsinn; und um "unentschuldigtes Fehlen" handelt es sich hier auch nicht, weil der Fragesteller den Arbeitgeber fortlaufend telefonisch informiert hat.

Allenfalls bei der Frage des Nachweises könnte der Arbeitgeber Zweifel anmelden, sofern er sie denn begründen kann!

Eine Kündigung ohne bereits einmal erteilte Abmahnung wegen des gleichen Fehlverhaltens wäre jedenfalls nicht haltbar.

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Innerhalb von 12 Tagen sollte man es zum Arzt schaffen. Gerade in ländlichen Gebieten gibt es meist eine Möglichkeit für Hausbesuche.

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Geh nochmal zum Arzt und bestehe auf die AU. Der muss dir eine Ausstellen. 

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Kommentar von BohemianLife
27.02.2017, 10:11

Aber nicht 12 Tage rückwirkend, wenn der Patient nicht einmal dort war.

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Kommentar von Repwf
27.02.2017, 10:11

Warum sollte er das müssen???

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Kommentar von ShitzOvran
27.02.2017, 10:12

Ein Arzt darf aber keine AU einfach so rückwirkend ausstellen... Die rückwirkende Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit ist nur in besonderen Ausnahmefällen möglich... und auch dann nur für maximal 2 Tage - Deswegen ein Attest

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