Atommüll--Entsorgung---Wer trägt die Kosten?

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8 Antworten

Ich rede mal gegen die allgemeine Stimmung an und bringe dafür, da bin ich hier wohl der Einzige, Quellen und Belege :-)

[de.wikipedia.org/wiki/Atommüll#Kosten] "Gemäß §21 des deutschen Atomgesetzes ist der Verursacher von radioaktiven Abfällen verpflichtet die Kosten für die Erkundung, Errichtung, sowie den Unterhalt von Anlagen zur geordneten Beseitigung des Abfalls zu tragen.[9] Zu diesem Zweck haben die Energieversorgungsunternehmen Rücklagen zu bilden, deren Höhe sich Ende 2009 auf etwa 28 Milliarden Euro belief."

[ww.bmu.de/atomenergie ver und entsorgung/endlagerung /allgemeines/doc/2738.php] "* 2. Finanzierungsregelungen in der Bundesrepublik Deutschland*

2.1 Entsprechend dem Verursacherprinzip sind die Erzeuger bzw. Ablieferer radioaktiver Abfälle, z.B. Kernkraftbetreiber , gesetzlich verpflichtet, die gegenwärtigen und zukünftigen Kosten für die Endlagerung (Errichtungs- und Betriebskosten) einschließlich der Kosten der späteren Stilllegung der Endlager zu tragen (§§ 21a, 21b AtG i. V. m. der Endlagervorausleistungsverordnung – Endlager VIV). Auch die bei den Abfallverursachern bis zur Ablieferung an ein Endlager oder eine Landessammelstelle anfallenden Kosten, z.B. für Konditionierung und Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle, werden von den Abfallverursachern getragen."

Haftpflicht-Versicherung von KKW

Übrigens, Kernkraftwerke sind auch Haftpflicht versichert [oh, wie kann er nur soetwas sagen :-) ]

[de.wikipedia.org/wiki/Atomgesetz_%28Deutschland%29#Novellierung 2002] "*Die Höchstgrenze der Deckungsvorsorge für Atomkraftwerke wurde auf 2,5 Milliarden Euro verzehnfacht. Unter „Deckungsvorsorge“ wird die Summe verstanden, für welche die Atomkraftwerksbetreiber für den Fall eines nuklearen Schadens eine Haftpflichtversicherung abschließen müssen. Die Betreiber haften nur unbegrenzt mit ihrem gesamten Vermögen, wenn es sich nicht um schwere Naturkatastrophen, bewaffnete Konflikte o. ä. handelt.*"

[de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kernreaktor-Versicherungsgemeinschaft] "*Auch wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit von Großschäden beim Betrieb von Kernkraftwerken gering ist, ist die maximal mögliche Schadenssumme außerordentlich groß. Aus diesem Grund ist ein einzelnes Versicherungsunternehmen typischerweise nicht in der Lage, diese Risiken alleine zu tragen. Auch die Möglichkeit, die Risiken an Rückversicherer weiterzugeben, scheitert an den generellen Nuklearausschlussklauseln. Seit 2002 schreibt das Atomgesetz eine Deckungssumme von € 2,5 Mrd. vor. Für nicht gedeckte oder nicht erfüllbare Schadenssummen bis zu diesem Betrag haftet nach § 34 Atomgesetz der Bund.*"

Und, für eine sinnvolle Argumentation lohnt sich immer der Blick ins BRD-Atomgesetz http://www.gesetze-im-internet.de/atg/index.html

Alles weitere läuft dann formal-juristisch wie bei der chemischen Endlagerung

ocin1 24.10.2012, 10:17

Abgebrannte Brennelemente sind nach 300 000. Jahren auf ein radioaktives Niveau von natürlichem Uranerz (Pechblende) abgeklungen (schau hierzu mal im Netz unter radiotoxicity oder unter , http://www.hzdr.de/db/Cms?pOid=30396&pNid=2721 oder ww.sciencedirect.com/science/article/pii/S0146641010000669). Der nukleare Abfall aus aktuellen Wiederaufbereitungsanlagen (Sellafield, Le Hage) ist nach 10 000 Jahren auf dem radioaktiven Niveau von Pechblende abgeklungen. Durch das Abtrennen von Uran und Plutonium verbleiben nur noch die hoch radioaktiven Spalt-Produkte und die mittel-radioaktiven Minor-Actinoide (ohne U, Pu). Somit wird der hoch aktive nukleare Müll der KKW um den Faktor 20 reduziert (siehe bei Wiki nach „Wiederaufarbeitung“). Wendet man das auf die 17 KKW der BRD an, fallen nicht mehr 400t Atom-Müll pro Jahr an, sondern nur noch 20t pro Jahr (hoch radioaktiver Abfall jetzt aber nur noch die Spalt-Produkte + Minor-Actinoide). Weiter verringert das Abtrennen (Wiederaufarbeiten) die Lagerzeit des Abfalls um den Faktor 100. Bei einer alternativen Reaktortechnik (Flüssigsalz-Reaktor, homogene Fluid-Reaktoren) ( ww.Energyfromthorium.com ) würden nur noch die Spalt-Produkte als Abfall anfallen. Der nukleare Müll solcher alternativen Reaktor-Typen ist bereits nach etwa 500 Jahren auf das radioaktive Niveau von Pechblende abgeklungen. Das ist möglich, da alle Transurane (Minor-Actinoide) im Reaktor verbleiben und dort vom epithermischen Neutron-Fluss gespalten werden. Somit nutzt man die Minor-Actinoide wie das Uran-235 oder das Plutonium-239. Siehe hierzu mal Netz unter "Energyfromthorium.com". Bei den chemischen Giftstoffen, wie den hoch krebserregenden Dioxinen, Furanen,... der Verbrennungs-Technik ist nicht mit einer Zersetzung zu rechnen. Chemikalien zerfallen leider nicht wie radioaktive Stoffe. Somit verbleiben diese hoch gefährlichen Abfälle für immer. Leider wurde 2005 unter den SPD/Grünen die Wiederaufbereitung, auch die deutscher Abfälle im Ausland, verboten. Interessanterweise lagert die BRD jedoch chemisch hoch giftige Abfälle des Auslandes gegen Geld ein. Damit haben die Grünen kein Problem. Weiter wurde dieses chem. Endlager in Herfa Neurode vom damaligen hessischen Umweltminister Joschka Fischer 1986 genehmigt und als "Juwel" bezeichnet :-) [ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13520557.html Spiegel.de, waste.informatik.hu-berlin.de/grassmuck/Texts/MuellSystem/joschka.html]. Also, wer "GRÜN" wählt, wählt chemische Endlager (die zweifellos notwendig sind).

Zur chemischen Endlagerung: de.wikipedia.org/wiki/Endlager , de.wikipedia.org/wiki/Müllverbrennung, ww.focus.de/politik/deutschland/sondermuell-ab-ins-bergwerkaid152486.html, ww.badische-zeitung.de/elsass-x2x/wohin-mit-dem-hochgiftiger-sondermuell-aus-wittelsheim--36297444.html , ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13489952.html , ww.toxcenter.de/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php, ww.eon-energyfromwaste.com/Umwelt/133.aspx und viele mehr. Schaut einfach mal im Netz unter "Sondermüll Bergwerk", „Joschka Fischer Herfa Neurode“ oder „Filterstaub Bergwerk“ :-)

Resultierend kann man sagen, dass auch mit der klassischen Kernenergie die endzulagernde Menge weit geringer ist, als bei der Verbrennungstechnik (Kohle, Öl, bedingt auch Gas, Müllverbrennung,...). Weiter ist der radioaktive Müll nicht in alle Zeit gefährlich. Am Beispiel der alternativen Reaktortechnik ist dieser Müll sogar schon nach etwa 300-500 Jahren nicht gefährlicher als natürliches Uranerz (Pechblende). Hier kann man also nicht mehr von Endlagerung sprechen. Bei der chemischen Endlagerung sieht das ganz anders aus. Jedoch lässt sich diese fast nicht vermeiden, wenn man sich mal klar macht, wo dieser Abfall überall her kommt (siehe Quellen). Übrigens auch bei der Gewinnung von den Seltenen Erden, Gold, Kupfer,... fällt schwach radioaktiver Abfall und chemisch hoch giftige Stoffe an. (siehe Wikipedia "Urangewinnung", "Bauxit","Sondermüll","Neodym-Eisen-Bor",..).

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ocin1 25.10.2012, 11:05
@ocin1

@mamiya: oh, vielen Dank für Deine Beurteilung :-)

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mamiya 25.10.2012, 11:47

Hallo Ocin! Vielen Dank für deinen wirklichen ausführlichen Kommentar. Du hast recht---die Frage von mir wurde sehr spontan von mir gestellt. (Berichterstattung über Asse2) Die gesetzliche Regelung ist mir nun einigermaßen klar, aber ich kann mir eine bissige Bemerkung nicht verkneifen--Gesetze sind dazu da, Sie zu umgehen oder zu brechen. Ist zwar etwas "flapsig" formuliert, entbehrt aber nicht eines gewissen Wahrheitsgehaltes.

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ocin1 25.10.2012, 13:09
@mamiya

:-) Na ja, wenn ein Unternehmen ein Gesetz bricht, kann man es verklagen. Diese Klage kann jeder einreichen. Schau Dir mal die Urteile des Bundes-Gerichtshofes zur Kernenergie an.

Würde man die nukleare Endlagerung verbieten, dann müsste man aus gleichen naturwissenschaftlichen Gründen die chemische Endlagerung verbieten. Rational gesehen. Jedoch sollte man nicht vergessen, wo überall chemischer Müll "produziert" wird, welcher zwingend endgelagert werden muss. Bsp. Bei jeder Form von Bergbau kommen immer Nebenprodukte mit zum Vorschein da Mutter Natur unter ihren Bergen nicht aufgeräumt hat :-). Ob es sich im Speziellen um die Uran-Förderung, Gold-Vörderung, Kupfer-Förderung, Seltene-Erden-Förderung,... handelt. Schau Dich mal im Internet um zu Bergbau- und Mienen-Abraum und "Problemen". Beste Beispiel sind die leicht radioaktiven Abfelle der Neodym-Förderung (Seltene Erde).

Ich will die Sache nicht schön reden, jedoch ist es eine real existierende Tatsache, dass wir die wir mit Technik arbeiten auch Gift-Müll produzieren. Was jedoch angestrebt werden sollte, ist eine Minimierung dieses Mülls.

Quellen: http://thingsworsethannuclearpower.blogspot.de/2012/09/the-real-waste-problem-solar-edition.html ,

[ww.spiegel.de/wirtschaft/gefaehrlicher-goldabbau-ein-ehering-produziert-20-tonnen-giftmuell-a-542725.html] "Ein Ehering produziert 20 Tonnen Giftmüll

Der Preis für Gold ist hoch: Tausende Menschen verlieren ihr Land, das Grundwasser wird verseucht, giftiger Abfall ins Meer gekippt. Minenexperte Keith Slack erklärt im SPIEGEL-ONLINE-Interview, wie der Abbau des Edelmetalls sauberer werden kann.

[daserste.ndr.de/panorama/archiv/2011/windkraft189.html] "Die Produktion vieler getriebeloser Windräder verursacht katastrophale Umweltzerstörungen in China. Denn für diese Windräder setzen die Hersteller ein wertvolles Metall ein: Neodym, eine sogenannte "seltene Erde". Neodym-Windräder verzichten meist auf ein Getriebe. Dafür brauchen sie effizientere Generatoren, die sich besonders gut aus diesem Rohstoff herstellen lassen. Neodym wird nahezu ausschließlich in chinesischen Minen abgebaut. Bei der Trennung des Neodyms vom geförderten Gestein entstehen giftige Abfallprodukte, außerdem wird radioaktives Uran und Thorium beim Abbauprozess freigesetzt. Diese Stoffe gelangen zumindest teilweise ins Grundwasser, kontaminieren so Fauna und Flora erheblich und werden für den Menschen als gesundheitsschädlich eingestuft."

Das seien mal ein paar Beispiele. Aber schau Dich selbst um, und bleibe realistisch :-). Schöne Grüße :-)

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ocin1 25.10.2012, 20:29
@Aliha

Ähm ja, mit der Vokabel "waffentauglich" sollte man vorsichtig sein. Was ist überhaupt waffenfähiges Plutonium, und was ist dann nicht waffenfähiges Plutonium??? Was ist überhaupt Plutonium?

Welche Aussagen sind richtig?

1-Brennelemente aus zivilem Reaktorplutonium (ganz sicher nicht waffenfähig da durch Pu-Isotope stark verunreinigt) sind zurzeit teurer als reine Uran-Brennelemente. Grund ist unter anderem der Zufluss von Uran-235 aus ausgemussterten Kernwaffen und ein erhöhter Fertigungsaufwand da Plutonium radioaktiver als reines Uran ist.

2-Nukleare Wiederaufarbeitungsanlagen stoßen erhöht Radioaktivität aus, relativ zu KKW. Hier handelt es unter anderem um des Edelgas Krypton-85, welches eine Halbertszeit (HWZ) von 10,7 Jahren. Da es ein Edelgas ist, wird dieses Gas fast nicht von einem Organismus aufgenommen. Edelgase sind chemisch träge. Und 10,7 Jahre HWZ sind nun auch nicht die Ewigkeit sondern gut überschaubar. Nach 40 Jahren hat sich die Menge auf 1/16 der Ausgangsmenge reduziert. Das möge man mal mit chemischen Schadstoffen versuchen.

3-Die nukleare Wiederaufarbeitung kann auf Grund der sehr hohen Radioaktivität nur automatisiert und mit "Heißen Zellen" umgesetzt werden. Wir wollen die Dramatik jedoch nicht überspitzen, in der Industrie arbeitet man sehr oft mit sehr hoch reaktiven Flüssigkeiten wie Säuren, Basen.., welche auch nicht mit Hand sondern mit Automaten gehandhabt werden. Z.B. das Silizium der Photovoltaik wir mit hoch ätzender Salzsäure auf-konzentriert. Also bitte, immer schön mit der technischen Realität argumentieren.

4-Der hoch radioaktive Müll wird durch die Wiederaufarbeitung ganz klar reduziert, da man ihn aus den abgebrannten Brennelementen abtrennt. Die Sprache ist hier von etwa 3-4% Spaltprodukten + 0,06% Actinoide, welche um 90% der Radioaktivität eines abgebrannten Brennelementes aus macht (siehe Wiki Spaltprodukt). Es bleibt also nur noch 94% Uran-238, welches nun wirklich weniger als schwach radioaktiv ist (HWZ von 4,5 Mrd. Jahren) und somit problemlos mit der Hand zu handhaben ist (siehe Bilder der Brennelementfertigung).

Natürlich werden durch den industriellen Prozess (wie bei jedem anderen Prozess) auch Lösungen, welche unumgehbar kontaminiert sind, gebraucht. Hier ist es jedoch eine Frage der Klär-Technik und der Überwachung. Es ist nicht notwendig diese Flüssigkeiten ins Freie zu entlassen, sondern eingedampft und auf-konzentriert der Zwischen/Endlagerung. Die Radioaktivität dieser Flüssigkeiten ist jedoch um vieles schwächer als bei den Spaltprodukten oder den abgebrannten Brennelemente, und wird mit der Zeit weiter schwächer (radioaktiver Zerfall!!).

Resultierend : Der Artikel ist interessant und soll zu Recht aufmerksam auf eine Technik machen. Denn eines ist ganz klar, keine Technik ist 100% sicher oder 100% politisch umweltfreundlich. Darüber hinaus ist der Artikel an vielen Stellen grundlegend fachlich FALSCH. Besonders der unsachliche Umgang mit der Vokabel waffentauglich.

Ergänzend sollte man sich unbedingt fachlich bilden, z.B. bei Wikipedia unter Wiederaufarbeitung, Plutonium, Abbrand (Kerntechnik) und unter [http://www.faz.net/sonntagszeitung/wissenschaft/plutonium-das-elementare-boese-1623046.html], de.wikipedia.org/wiki/Reaktorplutonium#Waffenplutonium.2C Reaktorplutonium

Und nebenbei, neben den etwa 1% Plutonium (Gemisch aus Pu-238, Pu-239, Pu-240,..) werden auch die etwa 94% des Uran-238 wieder in neuen Brennelementen verwendet. Also, in der klassischen nuklearen Wiederaufarbeitung (besser nukleare Rezyklierung) werden etwa 95% der alten abgebrannten Brennelemente abgetrennt und bei Bedarf der Brennelement-Fertigung zugestellt.

Immer bei allen Seiten informieren :-)

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der ach so günstige atomstrom ,wird durch die bevölkerung teuer bezahlt (früher hieß es ja durch die kernenergie wird der strom bald für die bürger fast nichts mehr kosten ,weil das alles so günstig ist) ja jetzt sieht des wohl ein bisschen anders aus...wieso fehlentscheidung WIR ALLE ???????wollten doch den günstigen atomstrom ,ohne den ja die deutsche wirtschaft schon lange nicht mehr konkurenzfähig wäre ,und jetzt ???ja gut die atommaf.. hat ja soviel in die sicherheit etc investiert ,da müssen die natürlich auch entschädigt werden (von den noch zu erwarteten gewinnverlusten mal abgesehen),und die kosten müssen natürlich von der allgemeinheit (steuerzahler /stromkunden ,ausgenommen die großen konzerne ,wegen der hohen kosten ) getragen werden . ja die suche nach einem absolut sicheren endlager, die geht jetzt natürlich verstärkt weiter (bis sich das problem von selbst löst,( uns allen steht wohl eine strahlende zukunft bevor)........aber das prinzip das gewinne privatisiert und verluste /kosten verstaatlicht werden ist doch eigentlich sehr gut (für gewisse herrschaften).......siehe deutsche einheit (o-ton kohl ): ich verspreche ihnen, das die deutsche einheit/wiedervereinigung die deutschen bürger nicht einen pfennig kosten wird ,das regeln alles unsere freunde aus der wirtschaft ................?

Ist Asse 2 nicht auch ein ehemaliges Salzbergwerg? Dann sollte es eigentlich wegfallen, denn jetzt ( nach all den Jahren wo hunderte Wissenschaftler das gesagt haben!) haben es auch die Politiker kapiert dass das wegen dem Salz nicht tragbar ist. Die Kosten werden vermutlich wieder (-.-) wir Steuerzahler tragen müssen!
Ich hoffe ich konnte deine Fragee Zufriedenstellend beantworten, hoffe auf Sternchen, Bis dann!

Luegendetektor 24.10.2012, 23:14

Salz ist zur Endlagerung hervorragend geeignet. Allerdings sollte man kein marodes Salzbergwerk dafür nehmen, das schon zur Betriebszeit genug Probleme hatte. Wir lagern im Salz täglich hunderte Tonnen nicht minder gefährlichen Sondermüll in Untertagedeponien (z.B. Herfa-Neurode) . Das interessiert keine S...

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ocin1 25.10.2012, 13:16
@Luegendetektor

Mal zur Realität, für die sich anscheinent keiner interessiert, denn es hat ja nichts mit der Kernenergie zu tun :-)

[" target="_blank">http://www.badische-zeitung.de/elsass-x2x/wohin-mit-dem-hochgiftiger-sondermuell-aus-wittelsheim--36297444.html] "Wohin mit dem gefährlichen Sondermüll aus der elsässischen Untertagedeponie Stocamine? In der elsässischen Kalimine kann der giftige Stoff nicht bleiben – der Stollen wird in 100 bis 150 Jahren überschwemmt werden und das Grundwasser verseuchen. Die Bergung des Mülls wird aber auch nicht einfach werden."

Ist das nun ungefärlich, da ja kein Deutscher sich über soetwas Gedanken macht? Die Gift-Mengen im angesprochenen Beispiel sind viel größer. Aber es hat halt nichts mit der bösen Kernenergie (oh sorry, ich meine natürlich Atomenergie) zu tuen... trauriges Deutschland, die Bürger verlieren den realen Bezug zur Technik und zum Preis dafür, das wir nicht mehr in Hölen leben wie die Neandertaler. ...

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mamiya 25.10.2012, 11:06

Frage--haben die entsprechenden Politiker eine Haftpflichtversicherung für diese anscheinend offensichtliche(Einschätzung bzw Warnung von vielen Wissenschaftlern)Fehlentscheidung? Ich weiß,daß haben sie natürlich nicht,denn die Prämien für eine Haftpficht für politische Fehlentscheidungen wäre astronomisch hoch----das war eine mit einem etwas bitteren Beigeschmack Bemerkung.

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Asse war ei staatliches Forschungsbergwerk in dem staatlich beauftragte Unternehmen Versuche zur Endlager von schwach und mittelradioaktiven Abfällen aus staatlichen Forschungsanstalten (vorwiegend FZ Karlsruhe) durchgeführt haben.

Wer sollte Deiner Meinung nach die Kosten für die (unsinnige) Rückholung bzw. für die Sanierung von Asse tragen?

mamiya 25.10.2012, 10:30

Ich sehe ja ein,daß Versuch(e) zur(sicheren) Endlagerung gemacht werden müssen.Ein Teilaspekt meiner ursprünglichen Frage ist--Werden die Atomkraftwerkbetreiber an den Kosten beteiligt--bzw sollten Sie?Und mal ganz nebennei--125.000 schwach- und 1.300 Fässer mittelradioaktive Fässer----kann man diese Mengen noch als Versuch bezeichnen?Sind solche "Unmengen" denn unbedingt erforderlich? Dann noch eines--Asse2 gilt als unsicher/einsturz gefährdet--es besteht die Gefahr einer Kontaminierung des Trinkwassers--unsinnig Maßnahme?

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Luegendetektor 25.10.2012, 20:51
@mamiya

Eine Gefahr für das Trinkwasser besteht nicht. Wenn das mit dem Salzstock in Kontakt kommt, wäre es als Trinkwasser ohnehin nicht mehr geeignet. Natürlich war Asse als Versuchbergwerk nicht die beste Wahl, aber hätte man Asse, wie geplant, verschlossen, wäre das Problem aus der Welt. Für die ganz Ängstlichen hätte man noch die Bodenluft und das Wasser über Messsonden überwachen können, und das wäre es. Es gibt aber Gruppierungen, die Versuchen die Endlagerung möglichst lange in der Schwebe zu halten, um das Argument der ungeklärten / unsicheren Endlagerung nicht aus der hand zu geben.

Im Rahmen der Endlagervorausleistungsverordnung haben die KKW-Betreiber schon > 1 Mrd. Euro bezahlt.

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Der Bürger trägt die Kosten. Würden die Kraftwerksbetreiber die Kosten tragen - für die Endlagerung und für realistische Versicherungskosten - dann wäre schnell Ende mit der Mär vom "billigen" Atomstrom.

Dirk001 23.10.2012, 18:14

Ja, so is es!! Eine Riesenschwindelei !

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ocin1 24.10.2012, 14:18

Wer trägt denn die Kosten für die chemische Endlagerung der leicht-radioaktiven Abfälle der neuen Windgeneratoren (Stichwort Seltene Erden) ? [de.wikipedia.org/wiki/Neodym-Eisen-Bor#Umweltauswirkungen] "NdFeB-Magnete werden unter Umweltaspekten zur Zeit kritisch betrachtet. Der größte Teil der NdFeB-Magnete wird heute in China produziert. Auch der Ausgangsstoff, das Neodym, wird zu 97 % in China abgebaut und extrahiert.[2] Der Abbau und die Aufbereitung führen vor Ort zu erheblichen Belastungen für die Umwelt und für die Gesundheit der Anwohner, wie das ARD-Magazin Panorama Anfang 2011 recherchierte.[3] Auch Uran und Thorium treten in Verbindung mit Neodym auf, so sind die Abfallstoffe aus den Aufbereitungsprozessen nicht nur giftig, sondern auch radioaktiv."

[" target="_blank">http://www.eike-klima-energie.eu/climategate-anzeige/windraeder-produzieren-atommuell-greenpeace-muss-eingreifen/] "Die neueste Generation der Windkraftanlagen hat kein Getriebe mehr, sondern einen Direktantrieb. Das, so schwärmt Prof. Dr.-Ing. Friedrich Klinger von der Forschungsgruppe Windenergie, ist „die Zukunft der Windkraft“.Auf den ersten Blick haben die Anlagen mit Direktantrieb nur Vorteile: 60% der Ausfälle deutscher Windkraftanlagen werden durch defekte Getriebe, Wellen, Kupplungen und den Generator verursacht. Direktgetriebene Windkraftanlagen haben diese Teile nicht. Sie laufen dadurch störungsfreier, benötigen auch keinen Getriebeölwechsel, ihre Energieausbeute ist höher, und sie eignen sich daher wunderbar für schlecht zugängliche Offshore-Anlagen - alles bestens also?"

Chemie-Katastrophe (Methylisocyanat) 1984 im indischen Bhopal.**

[Zitat aus Wiki-Artikel:]"Schätzungen der Opferzahlen reichen von 3.800 bis 25.000 Toten durch direkten Kontakt mit der Gaswolke sowie bis zu 500.000 Verletzten".

Ein weiteres Beispiel betrifft die Wasserkraft. Am 8.8.1975 ereignete sich ein Kaskaden-Bruch des chinesischen Banqiao-Staudammes, welcher 62 weitere Dämme brechen ließ (siehe Wikipedia de.wikipedia.org/wiki/Banqiao-Staudamm) .

[Zitat des Wiki-Artikels:]"Ungefähr 26.000 (nach anderen Angaben bis zu 85.000) Menschen starben durch die Überschwemmung und weitere 145.000 durch die darauf folgenden Epidemien und Hungersnot.[3] Der Kaskadenbruch dieser beiden Staudämme gilt als der schwerwiegendste Stauanlagenunfall der Menschheitsgeschichte."

Staudamm-Katastrophen ab 400 Toten: Frankreich 2.12.1959 (bis zu 429 Tote), Brasilien 25.3.1960 (etwa 1000 Tote) , China 18.5.1960 (etwa 1000 Tote), Indien 12.7.1961 (etwa 1000 bis 2000 Tote), Indien 29.9.1964 (1000 Tote), Italien 9.10.1963 (etwa 2000 Tote), Indien 29.10.1964 (etwa 1000 Tote), Bulgarien 1.5.1966 (bis zu 488 Tote), China 8.8.1975 (um 220 000 Tote), Indien 11.8.1979 (etwa 2000 bis 2500 Tote), Philippinen 1991 (3500 Tote), China 27.8.1993 (etwa 240 bis 1200 Tote.

Siehe de.wikipedia.org/wiki/Liste von Talsperrenunglücken . Auch auf dem Hoheitsgebiet der BRD gab es Staudamm-Katastrophen: 17. Mai 1943 starben 1.200 bis 1600 umgehend beim Bruch der Möhne-Staumauer und etwa 800 Tote durch Bruch der Edersee-Talsperre. Beides ausgelöst durch einen Bombenangriff.

Welche private Versicherung soll solche Katastrophen ausgleichen können? Also auch gegenwärtig politisch in der BRD bevorzugte Techniken haben ein vergleichbares Schadenspotential.

[Zitat aus ww.cipra.org/de/alpmedia/news-de/1734/ (Stand 2005) :] "Die Haftpflicht von Betreibern von Wasserkraftwerken nach dem Verursacherprinzip In Europa haben nur zwei Regionen ein Haftpflichtsystem nach dem Verursacherprinzip für Schäden durch höhere Gewalt bei Wasserkraftwerken eingerichtet: die schweizerischen Kantone Graubünden und Wallis. Sie haben von den Kraftwerksbetreibern gefordert, eine Zusatzversicherung beim von der SwissRe verwalteten schweizerischen Versicherungspool abzuschliessen, um die Risiken von Staudämmen zu versichern. Im Zusammenhang mit der Haftpflicht nach dem Verursacherprinzip sind Kraftwerksbetreiber verpflichtet, Schäden zu reparieren, auch wenn diese nicht absichtlich, verantwortungslos oder durch Nachlässigkeit verursacht wurden. Der versicherte Betrag liegt bei ungefähr 130 Millionen Euro pro Kanton. Die Versicherungsprämie wird auf der Basis des gespeicherten Wasservolumens berechnet. Wegen des hohen Sicherheitsniveaus der Staudämme in der Schweiz sind die Besitzer der Ansicht, dass diese Versicherung unnötig den Preis für eine kWh belastet. Zum Vergleich: ein Atomkraftwerk ist gemäss den Abkommen von Paris und Brüssel über Haftpflicht im Nuklearbereich in Höhe von 1,5 Milliarden Euro versichert. In der Schweiz liegt die gesetzliche Versicherungsdeckung für ein Atomkraftwerk bei 630 Millionen Euro. Die Prämien für . ..."

Ich bin sicher kein Gegner der Wasserkraft, jedoch bin ich auch nicht so politisch verblendet, dass Tote durch Ertrinken und Seuchen besser sind als Tote durch Strahlung.

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Der Staat, ohne die Kostenübernahme der Entsorgungskosten, wäre Kernkraft nie wettbewerbsfähig und viel zu teuer um sich irgendwie zu rechnen.

CrazyDaisy 23.10.2012, 12:58

Richtig. Stattdessen wird immer wieder betont, wie "teuer" doch der Strom aus regenerativen Energiequellen sei...

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MultiGameKanal 23.10.2012, 13:02
@CrazyDaisy

Da würde es auch keinen Großen Kostenunterschied zur Kernfusion geben....( Wenn der Staat nicht nachhelfen würde) Kernfusion ist zwar auch nicht das beste aber immernoch besser als die "Atomkraft". Ich bleib beim Wind und bei der Sonne...:D

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ocin1 24.10.2012, 10:29
@MultiGameKanal

@MultiGameKanal: Ist denn die Kernfusion nicht auch "Atomkraft"? Also es werden doch Atome fusioniert? Das ist doch dann auch wie bei der Kohle-Verbrennung, da werden doch auch Kohlenstoff-Atome mit Sauerstoff-Atomen zu CO2-fusioniert, oder :-) ? Bist Du dann auch gegen die Verbrennungs-Atomkraft, welche ja das ganze CO2 erzeugt, durch eben diese C-2O-Atom-Fusion???

Es heisst Kernenergie und nicht Atomenergie!!! Und selbstverständlich ist die KERN-Fusion auch KERNENERGIE (10'te Klasse Physik Grundkurs), was soll es denn sonst sein? Und wer zu Kernkraftwerken Atomkraftwerke sagt, der muss konsequenter weise die Verbrennungstechnik auch als Atomkraftwerke bezeichnen, da ja dort C-Atome und O-Atome zu CO2-Atom-Molekülen fusioniert werden.

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ocin1 25.10.2012, 08:42

[http://www.ftd.de/unternehmen/industrie/:gau-in-japan-fukushima-katastrophe-kost...] "Im schlimmsten Fall werden sich die Kosten des japanischen Stromversorgers Tokyo Electric Power (Tepco) auf bis zu 11.000 Mrd Yen (93,6 Mrd. Euro) summiert. Das hat Analyst Yusuke Ueda von Bank of America Merrill Lynch errechnet. Sollte die atomare Krise am Kernkraftwerk Fukushima I binnen zwei Monate gelöst werden können, würden die Ausgaben unter anderem für die Entschädigung betroffener Bürger und Firmen allerdings mit 1.000 Mrd. Yen deutlich geringer ausfallen. Für ein Szenario, in dem die Krise bis zu sechs Monate andauert, nennt Ueda eine Summe von bis zu 3.000 Mrd. Yen."

Was kostet die Subventionierung der politisch "erneuerbaren" Energie? 2011 mit 16,4 Mrd. Euro, 2010 mit 12,8 Mrd. Euro [ww.handelsblatt.com/politik/deutschland/16-milliarden-euro-verguetungen-fuer-erneuerbare-energien-erreichen-rekordwert/6947116.html]

Was kostet doch gleich nochmal die Bankenrettung? Vielleicht 51 Mrd. Euro [de.statista.com/statistik/daten/studie/162197/umfrage/kosten-der-bankenrettung-fuer-den-staat/].

Was kosten die Entschädigung von Staudammkatastrophen? Staudamm-Katastrophen ab 400 Toten: Frankreich 2.12.1959 (bis zu 429 Tote), Brasilien 25.3.1960 (etwa 1000 Tote) , China 18.5.1960 (etwa 1000 Tote), Indien 12.7.1961 (etwa 1000 bis 2000 Tote), Indien 29.9.1964 (1000 Tote), Italien 9.10.1963 (etwa 2000 Tote), Indien 29.10.1964 (etwa 1000 Tote), Bulgarien 1.5.1966 (bis zu 488 Tote), China 8.8.1975 (um 220 000 Tote), Indien 11.8.1979 (etwa 2000 bis 2500 Tote), Philippinen 1991 (3500 Tote), China 27.8.1993 (etwa 240 bis 1200 Tote.

Siehe [de.wikipedia.org/wiki/Liste von Talsperrenunglücken] . Auch auf dem Hoheitsgebiet der BRD gab es Staudamm-Katastrophen: 17. Mai 1943 starben 1.200 bis 1600 umgehend beim Bruch der Möhne-Staumauer und etwa 800 Tote durch Bruch der Edersee-Talsperredurch. Beides ausgelöst durch einen Bombenangriff.

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alle nachfolgenden generationen werde die kosten aufbringen und die konzerne haben abgesahnt.

ocin1 25.10.2012, 08:23

@Paul1960: Warum haben denn nur die Konzerne "abgesahnt"? Alle KKW von EnBW sorgen für einen direkten Gewinn des Landes Badenwürtenberg. EnBW ist ein Staatskonzern [," target="_blank" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/Enbw], nämlich zu 46,55% NECKARPRI-Beteiligungsgesellschaft mbH (zu 100 % im Besitz des Landes Baden-Württemberg) und zu 46,55% OEW Energie-Beteiligungs GmbH. Die OEW war das erste gemeinnützige Unternehmen, welches in Württemberg von mehreren Gemeinden gemeinsam gegründet wurde. Es wurde das größte kommunale Überlandwerk in Württemberg [de.wikipedia.org/wiki/Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke].

Übrigens alle KKW Schwedens (Vattenfall), alle KKW Frankreichst (EDF), alle KKW des Vereinigten Königreiches (EDF), alle russischen KKW, alle Ukrainischen KKW, alle Tschechischen KKW,... sind in Staatshand. Aus diesem Grund provitieren eben auch die Normalen Bürger und "sahnen" eben auch mit ab.

Resultierend kann man sagen, mehr als die Hälfte aller europäischen KKW sind in Staatshand oder werden hauptsächlich vom Staat gehalten/verwaltet.

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