Atombombe in Handyformat?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Bedeutet das das ich nur in eine Uranmine o.ä. einsteige, einen Tennisball Uran mitgehen lasse, in mit ordentlich Oktol "eincreme" und TaDa! Fertige Atombombe die eine ganze Stadt verwüsten kann????

Klar, darum hat auch jeder Diktator mit einer Uranmine Tonnenweise Nukes im Keller.

Nein Mal im Ernst, an Natururan zu kommen dürfte noch das geringste Problem beim Bau einer Bombe sein. Zunächstmal muß man das anreichern, heißt das nicht spaltbare Materiial vom nicht Spaltbaren Material trennen. Da es sich chemisch um das Gleiche Element handelt, muß die Trennung auf phyiskalischen Wege unter Ausnutzung der Massendifferenz erfolgen. Ein übliches Verfahren ist das ganze mit Flur zu verbinden und dann in Gaszentrifugen zu trennen.

Alternativ kann man in Reaktoen Plutonium herstellen. Das ist einfacher, allerdings läßt sich daraus nur schwieriger eine Bombe bauen.

Dann muß man die kritische Masse von der umgesetzen Masse unterscheiden. Die kritische Masse ist die die Du für die Bombe brauchst um sie zu bauen. Bei Little Boy waren das 64kg und nicht 1 kg.

Wenn die kritische Masse ( die hängt von verschiedenen Faktoren ab) erreicht ist, dann setzt eine Kettenreaktion ein.

Nun haben Atombomben die unangenehme Eigenschaft sich dabei selbst zu zerstören. Nur ist die Sache die, das wenn sie explodieren, die Masse wieder unterkritisch wird und die Kettenreaktion sich beendet. Daher wird nur ein kleiner Teil des Materials gespalten.

Daher reicht es nicht, einfach nur die kritische Masse zu erreichen. Man muß sie überschreiten und möglichst lange während der Explosion überkritisch halten. Dabei macht man sich zu nutze, das für die Explosion ein initiales Neutron gebraucht wird. Heißt das überschreiten der krischischen hin zu einer überkritischen Masse muß so schnell gehen, das es in dieser Zeit kein initiales Neutron gibt. Da das Auftretten der Neutronen zufällig ist, explodiert die Bombe nur mit einer hinreichend hohen Wahrscheinlichkeit. Es gibt also das "Risiko" einer Frühzundung.

Bei einer Uranbombe ist das noch verhältnismäßig einfach, da nur relativ wenige Ereignisse auftreten. Schwieriger ist es bei Plutoniumbomben. Hier muß die überkritische Masse viel schneller erzeugt werden. Das passiert mit einer gezielten Sprenung. So einfach "eincremen" ist aber nicht. Da ist Prezisonsarbeit vonnöten. Es muß von allen Seiten gleichzeitig gesprengt werden, so das sich das Plutonium in der Mitte vereinigt.

Die kleinste Atombombe die gebaut wurde, ist die Davy_Crockett.

http://de.wikipedia.org/wiki/Davy_Crockett_%28Kernwaffe%29

Nein, das Uranit (Pechblende) müsstest Du erst aus dem Gestein gewinnen und zu reinem Natururan verarbeiten. Und das ist noch lange nicht waffenfähig. Dazu brauchst Du erst eine gigantische Industrie. Natururan besteht zu etwa 99,3 % aus 238U und zu 0,7 % aus 235U. Unterschiedlich stark mit 235U angereichertes Uran dient als Kernbrennstoff für Kernreaktoren und Kernwaffen. Die Anreicherung ist ein Zweig der Uranwirtschaft. In Anreicherungsanlagen wird das Uran-Isotop 235U aufwendig aus dem Natururan-Isotopengemisch herausgetrennt. Dann erwartet Dich das Strahlenschutzproblem. Und dann kommt erst der Atombombenbau. Wie das dann geht, erzähle ich Dir hier auf Deine Anfrage, wenn Du so weit bist. Mit einem Kilo 235U wirst Du nicht zum Ziel kommen.

Natürlich geht das so nicht. Natürlich vorkommendes Uran enthält nur ganz wenig spaltbare Uran-Isotope. Die müssen erst mal angereichert werden (Zentrifugen). Alleine das ist sehr kompliziert und schwierig. Und dann noch die Sprengtechnik usw.

Was möchtest Du wissen?