Atheisten-Ende mit dem Tod?

34 Antworten

Ich bin Buddhist und somit sowohl religiös, als auch atheistisch.

Tod ist Veränderung

Für mich ist der Tod etwas ganz natürliches. Alles auf dieser Welt ist der Vergänglichkeit unterworfen, nichts ist auf ewig unveränderlich.

Das gilt auch für Lebewesen, denn diese unterliegen Geburt, Alter, Krankheit und Tod. Auch hier gibt es also nichts ewig unveränderlich.

Meister Dogen drückte es in einem Gedicht aus

"Die Blüten fallen, obwohl wir sie mögen und die Wildgräser wachsen, obwohl wir sie nicht mögen".

Es ist also ohne Bedeutung, ob wie Dinge als "gut" oder "schlecht" bewerten - nichts bleibt auf ewig unveränderlich, egal wie angenehm oder unangenehm es scheint.

Nach dem Tod

Wenn ich sterbe, wird mein Körper durch Mikrolebewesen und Insekten zersetzt und löst sich durch Verwesung und Zerfall langsam in seine Einzelteile auf.

Dabei dienen meine Überreste diesen Lebewesen als Grundlage führ ihr eigenes Überleben, da sie dort fressen, und ihre Eier ablegen, aus denen Larven schlüpfen.

Die chemischen Bestandteile meines Körpers - Flüssigkeit, Mineralien und Spurenelemente gelangen in den Boden und fördern ihn womöglich.

Letztlich ist von mir selbst nichts mehr übrig - ich habe aber Generationen an Insekten und Kleinstlebewesen das Überleben ermöglicht.

Was ist daran schrecklich?

Angst vor dem Tod

Ich glaube die Angst vor dem Tod hat im Wesentlichen zwei Faktoren: Angst vor der Veränderung ins Unbekannte und die übertriebene Selbstbezogenheit des Menschen.

Jeder Mensch will irgendetwas festhalten - Partnerschaften, Anerkennung, Wohlstand, Weisheit, weil wir glauben, sie würden uns befriedigen.

Doch der Tod schlägt einem all diese Dinge, über die man sich selbst definierte - sozialer Status, persönliche Leistung, Erkenntnisse, Macht, oder Geld.

Der letzte "Besitz" an den wir uns klammern, ist unsere Identität (Leben).

Aber wenn man gelernt hat, alle Dinge nach und nach loszulassen, dann fällt es auch leichter, schließlich die Hand zu öffnen, wenn es so weit ist, und endgültig loszulassen

Würden die Menschen sich weniger wichtig nehmen und sich nicht ständig in den Mittelpunkt ihrer Welt stellen, dann wären viele Dinge einfacher - auch das Sterben

Wie du siehst, kann man auch ohne Vorstellung an einem Gott oder ein Jenseits durchaus ruhig leben und auch entspannt sterben.

Wow, länger Text aber voll das was ich auch denke.

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Hallo hayat3435,

ich denke, wir dürfen zwischen Atheismus und einer Einstellung dem Tod gegenüber differenzieren. Weiter dürfen wir beim Tod zwischen natürlich und geistlich differenzieren. Hintergrund letzteren ist die Annahme einer Geistlichkeit jenseits unserer Raumzeit und doch damit verbunden.

Ich habe Atheisten getroffen, die mit dem Geistlichen wenig am Hut haben. Sie lehnten Gott als irgendeine Persönlichkeit ab, zeigten sich nur dem geneigt, was natürlich wahrnehmbar, was wissenschaftlich beweisbar ist. Für sie war der Tod das Ende des Lebens.

Mit dem Fokus auf das natürlich Existierende ist ein geistliches Sein oder ein geistlicher Tod zunächst außen vor. Der natürliche Tod ist allein fassbar. Somit verstehe ich diese Menschen sehr gut.

Hat ein Mensch eine rein natürliche (nicht-geistliche) Lebenseinstellung, können wir aus geistlicher Warte noch vor dem natürlichen Tod von einem geistlichen Tod sprechen (auch wenn das schwer klingen mag).

Eine Lebenseinstellung eines Menschen, die unbewusst geistlich orientiert ist - und sich dann in Denken und Handeln entsprechend ausdrückt, eröffnet - nach meiner Ansicht - unbewusst das geistliche Sein dieses Menschen. Selbst wenn der Mensch nur den natürlichen Tod kennt, wird der kein Ende seines Seins bedeuten. Ich habe solche Menschen als Atheisten auch kennengelernt - einige verweilen nicht mehr in der natürlichen Welt, und ich "sehe sie gerne wieder".

Mit vielen lieben Grüßen

EarthCitizen

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

Nur, weil man Atheist ist, geht man per se nicht davon aus, dass mit dem Tod Schluss ist. Über Atheisten lässt sich im Allgemeinen nur sagen, dass sie keinen Glauben an Gott oder Götter besitzen. Der Atheismus trifft also im Allgemeinen keine Aussage über das, was nach dem Tod passiert bzw. nicht passiert.

Ich als agnostischer Atheist kann natürlich nicht wissen, ob und wie es nach dem Tod weitergeht bzw. weitergehen könnte, komme aber sehr gut mit dem Gedanken klar, dass mit dem Tod einfach Schluss ist. Es mag sicherlich nicht einfach sein sich vorzustellen nicht mehr zu existieren, da gebe ich dir recht. Hingegen fällt es mir aber nicht schwer dieses Schicksal zu akzeptieren. Menschen neigen dazu nicht loslassen zu können. Weder das Leben von Freunden und Verwandten, noch das eigene Leben.

Außerdem werden wir ja nicht einfach zu "Nichts". Unser Bewusstsein mag verschwinden, aber unsere Bestandteile bleiben ja erhalten. Die Atome verschwinden ja nicht einfach durch unseren Tod. Die Natur besteht eben aus Kreisläufen und der Erhalt von Atomen und Molekülen gehört auch dazu. Wir bleiben dann quasi noch in den Köpfen derer, die sich an uns erinnern, existent.

Tatsächlich verstört mich der Gedanke an ein ewiges Leben mehr als der Gedanke an ein Ende des Lebens.

Wenn du noch Fragen hast, kannst du mich gerne fragen.

Mit freundlichen Grüßen,

Kevidiffel

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