Atheismus! Warum kommen meine Mitmenschen damit nicht klar?


01.02.2020, 00:27

Fehler ich meine ich wollte beweisen, dass es ihn nicht gibt

24 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Weil Religion in erster Linie keine Frage des Verstandes ist, sondern der Emotion und des Glaubens. Wie deine Lehrerin gesagt hat - für einige Menschen ergibt das Leben ohne Gott keinen Sinn. Oder sie finden die Vorstellung tröstlich, dass sie nach dem Tod nicht weg sind sondern in den Himmel kommen. Manche Leute wurden damit auch einfach ihr Leben lang beschallt und haben es einfach akzeptiert. Andere hatten eine spirituelle Erfahrung, die sie sich so am besten erklären können.

Ich kann absolut verstehen, dass es frustrierend ist mit sehr religiösen Menschen zu diskutieren und daher würde ich dir auch raten es bleiben zu lassen.

"Gott ist nicht tot" ist ein evangelikaler Propagandafilm und hat meiner Meinung an Schulen nichts verloren. Der Film stammt aus Amerika, wo Christen eine sehr einflussreiche Lobby haben. Man denke an den Affen-Prozess 1925 und dem Intelligent-Design Unsinn 2005. Diese radikalen Ansichten sind also zum Teil importiert; Filme und Bücher, ursprünglich aus dem englischen Sprachraum, werden auf Deutsch übersetzt.

Zu den Zuständen in den USA musste ich für deine Frage etwas recherchieren. Folgende Zitate stammen aus dem Artikel Intelligent Design und der Kulturkampf in den USA:

Denn der dortige Streit um das intelligente Design ist nur vor dem Hintergrund der kulturellen Kluft verstehbar, die liberale und konservative, säkulare und „wiedergeborene“ Bürger voneinander trennt. In Kansas, dem am stärksten fundamentalistisch geprägten Staat, enthalten die Schulbücher nichts über das Alter der Erde, wie es die Kosmologie annimmt, nichts über die Altersbestimmung von Gesteinen, Fossilien und vorgeschichtlichen Menschenspuren, nichts über vormenschliche Fossilfunde, natürlich auch nicht die biologische Evolutionstheorie.

Dass Fundamentalisten Einfluss auf die Schulbildung haben, macht sie natürlich robuster. Ansonsten wären ihre lächerlichen Ideen auf wissenschaftlichem oder ideologischen Terrain schon in der Schule korrigiert worden.

Die Religionskritik von Richard Dawkins oder Edward O. Wilson gehört auch heute noch in eine Schublade mit der Aufschrift „geringe Qualität“. Was sich in den USA abspielt, ist der Versuch, unter den dortigen kulturellen Umständen mit dem christlichen Glauben gegenüber der oft unfairen Dauerkritik aus der Defensive in die Offensive zu wechseln.

Auch die Bücher dieser Religionskritiker wurden aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Und auch in Deutschland gibt es einen Dawkins ähnlichen Atheismus.

Noch was zu "Gott ist nicht tot": Der Film ist nicht nur feindselig gegenüber Atheisten sondern auch Muslime kommen darin nicht gut weg. Und Philosophie wird als Dogmatismus, Rechthaberei und Namedropping dargestellt.

..Religionslehrerin war, dass das Leben keinen Sinn machen würde ohne Gott.

Das trifft in der Tat auf einige religiös Verblendete in der Tat so zu. Das ist in meinen Augen allerdings ein geistiges Armutszeugnis und eigentlich auch ziemlich traurig, dass es Menschen gibt, die außer einer Fantasiefigur nachzulaufen keinen weiteren Sinn in ihrem Leben finden können.

Wenn diese Menschen dann auch noch von sich auf andere schließen, ist es durchaus nachvollziehbar, dass es ihren geistigen Horizont deutlich überschreitet, dass jemand auch ohne Gott einen Sinn im Leben finden kann.

Das ist das Gleiche wie mit den Flacherdlern. Die haben auch Tausend "Beweise" für ihr Weltbild. Ob das dann auch der Wahrheit entspricht wage ich stark zu bezweifeln!

Ein Gläubiger kann dir Tausend "Beweise" sagen, dass Gott existiert. Die Wahrheit ist das noch lange nicht. Lügen und Blindheit vor der Realität sind eng verknüpft mit Religion (und politischer Einstellung).

Auch du als Rechtsgerichteter hast natürlich dein Recht auf politische Meinungsfreiheit und Entfaltung, das steht dir zu. Jedoch muss ich dir sagen, dass Fremdenhass und Angst vor Ausländern weil sie das geliebte Vaterland schädigen könnten total irrelevant sind. Du brauchst nicht zu hassen und du brauchst keine Angst haben. Alles ist im Wandel, das ist normal und gehört dazu. Auch Deutschland und der Rest der Welt wird auch in Tausend Jahren noch fast so sein wie jetzt. Schau dir Ägypten an. Das exististiert schon seit über 7000 Jahren! Das hat so viel mitgemacht, das kannst du dir kaum vorstellen. Und trotzdem existiert es noch. Da laufen heute immer noch Ägypter rum und sprechen auch ägyptisch (modernes ägyptisch). Die freuen sich immer noch ihres Lebens und gehen ihren Beschäftigungen nach. Also wird das auch mit Deutschland und anderen Ländern nicht anders sein. Wollte das mal loswerden. Klar werde ich dich nicht mit meinem Text "bekehren" können, jedoch habe ich die Hoffnung, dass du dir wenigstens mal Gedanken über die Weltgeschichte und die Menschheitsgeschichte machst und dich darüber mehr informierst. Dann wird auch dir so einiges klar werden warum es keinen Grund gibt andere Leute zu hassen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

"ich meine ich wollte beweisen, dass es ihn nicht gibt"

Das ist genausowenig möglich wie das Gegenteil.

Gott ist eine abstrakte, uneinheitliche Vorstellung und hat damit nichts mit Wissenschaft zu tun.

Man könnte höchstens gewisse Einzelaussagen in Relation zur Naturwissenschaft setzen, aber auch hier ist das Problem, dass die meisten religiösen Texte keinen naturwissenschaftlichen Vorgang beschreiben, sondern etwas spirituelles, kurzum: Um die Existenz eines Gottes zu prüfen, müsstest du daraus zu erst einmal eine naturwissenschaftliche Theorie aufbauen und daraus eine Aussage ableiten. Das wird aber kaum machbar sein.

"Deswegen meine Frage wie kann es sein, dass es in unserem Zeitalter noch so viele verbleibendete Menschen gibt? "

Nicht jeder der gläubig ist, ist "verblendet".

Ursachen warum Menschen gläubig sind, gibt es viele, z.b.

-> Einfach allgemein durch das Umfeld geprägt

-> Suche nach Sinnhaftigkeit (z.b. durchs Umfeld oder auch eine Einzelerfahrung)

-> Identifikation oder Ventil, sieht man z.b. in Kriesengebieten

-> Die Ableitung von abstrakten Geschehnisse auf Naturgötter o.ä. spielt hierzulande in der heutigen Zeut sicher weniger eine Rolle, kommt aber global sicher auch vor

-> Im Einzelfall können gewisse psychische Störungen sich in religiösem Wahn projezieren. Als wirklich "gläubig" würde ich das aber nicht bezeichnen, da hier keine bewusste Willensentscheidung vorliegt.

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