Astronomie: Eiförmiger Planet: Wie verhält es sich mit der Schwerkraft?

5 Antworten

Stell' Dir einfach mal den Extremfall vor, das Ellipsoid entartet zu einer dünnen Kreisscheibe.

Stehst Du am "Pol", bist Du tatsächlich sehr nahe am Massenschwerpunkt. Aber die Gravitation zieht vorwiegend nach links und rechts und vorn und hinten, was sich aufhebt. Übrig bleibt nur eine kleine resultierende Kraft nach unten.

Bist Du dagegen am Äquator, zieht der größte Teil der Kraft nach unten. Also hier die stärkere Gravitation.

Mit Berücksichtigung der Fliehkraft wird es kompliziert, denn diese ist am Äquator auch größer. Je nach Rotationsgeschwindigkeit kann daher die Summe aus Gravitation minus Fliehkraft am Äquator größer oder kleiner sein als am Pol.

Die Schwerkraft variiert je nachdem wo man auf der Oberfläche stehen würde. Diese Effekte sind allerdings nicht wahrnehmbar.

Aber messen kann man sie durchaus.

So wie auf der Erde. Da wo es Tiefseegräben gibt, ist die Schwerkraft geringer, da weniger Masse an diesen Orten vorliegt. Ergebnis: Der Meeresspiegel ist dort höher.

Auch unterscheidet sich die Fallbeschleunigung von Ort zu Ort.

Insgesamt gibt es ein Massezentrum, das ist aber nur für die Astronomie und die Himmelsmechanik interessant.

Würde man auf dem Grund des Tiefseegrabens stehen wäre die Schwerkraft aber größer als normal. das passt glaube ich besser zur Frage als die Schwerkraft 10km über dem Boden an der Wasseroberfläche

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Haumea ist nicht eiförmig, sondern ein stark abgeflachter Ellipsoid. Eine sichtbare Eiform ergibt sich nur dann, wenn ein Teleskop ihn äquatorial beobachtet.

Die starke Abflachung ergibt sich durch seine schnelle Rotation. Die Schwerkraft auf Planeten ist immer umgekehrt proportional vom lokalen Abstand zum Zentrum abhängig, minus der Rotationsgeschwindigkeit - ist auch auf der Erde der Fall: am Äquator ist man leichter.

Also genau umgekehrt zu deiner Annahme: je weiter vom Zentrum entfernt, desto geringer ist die Schwerkraft.

Der Pol- zu Äquatordurchmesser von etwa 1 zu 1.5..1.9 ergibt einen erheblichen Schwereunterschied. Dazu die schnelle Rotation dürften Pol- und Äquator-schwerkraft um mehr als Faktor 2 abweichen.

Allerdings hat Haumea nur knapp 1/3 der Plutomasse und der hat weniger als 1/100 der Erdmasse, bei einer Fallbeschleunigung von etwa 0,6 m/s²

Ich schätze mal vorsichtig (o.Gewähr), daß die Fallbeschleunigung auf Haumea zwischen 0,2 und 0,5 m/s² liegt.

Schönen Gruß

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