Astrofotografie/Ausrüstung Kann mir jemand bei der Erstellung der Ausrüstung (für den Anfang) helfen bzw Tipps geben?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Frage ist, welche Art der Astrofotografie. Es unterscheidet sich nämlich generell ob Du nun Planeten/Mond oder Deep Sky Objekte (Galaxien, Nebel, ...) fotografieren willst.

Bei Mond und Planeten ist die Montierung nicht ganz so wichtig. Da reicht eine einfache parallaktische Montierung, die auf der RA-Achse motorisiert nachgeführt wird. Hier nimmt man dann über eine Kamera (am Anfang tut es auch eine umgebaute Webcam) sehr viele Bilder mit dem Teleskop auf und sortiert danach über eine spezielle Software die schärfsten Bilder aus und überlagert diese (Stacken). Dazu ist dann insbesondere ein Teleskop mit großer Brennweite wichtig.

Für Deep-Sky-Fotografie sieht das ganz anders aus. Hier ist eine genaue Nachführung das A und O. Hier reicht dann auch eine einfache motorisierte Nachführung nicht mehr aus. Selbst mit einer genau eingenordeten Montierung wird ohne Kontrolle der genauen Nachführung nicht in der Lage sein, länger als 60 Sekunden zu belichten. Hier wird dann eine Nachführung benötigt, die über einen Autoguider-Anschluss verfügt. (Gibt es ab einer EQ3-Montierung). Über eine zusätzliche Kamera wird ein Stern verfolgt und ggf. werden Korrektur-Signale an die Schrittmotoren gesendet, sodass die Montierung auf 1 bis 2 Winkelsekunden genau die Position hält. Das ist wichtig, da die Belichtungszeiten meist bei mehreren Minuten liegen. Eine Abweichung von 3 bis 4 Winkelsekunden sieht man bereits auf den Aufnahmen! Die Sterne werden unscharf und sind keine kleinen Punkte mehr sondern Scheiben.

Während man für Planetenfotografie schon ab ca. 500 Euro ordentliches leisten kann, wird man für DeepSky-Fotografie mindestens das dreifache ausgeben müssen (ca. 1500 Euro). Es geht zwar auch mit weniger, aber man ärgert sich dann schnell, dass man Ergebnisse produziert, deren Qualität man nicht steigern kann ohne bessere Ausrüstung zu kaufen.

Voraussetzung für DeepSky-Fotografie würde ich sagen: EQ3 ist absolutes Minimum, besser noch EQ5. Schrittmotoren in beiden Achsen mit ST4-Autoguiding-Controller (Minimum) oder eben das übliche Skywatcher SkyScan. Ein Leitrohr (8x50 Sucher) reicht hier aus für die Nachführkamera.
Die Brennweite kann nach belieben gewählt werden, Öffnungsverhältnis sollte aber nicht langsamer als f/6 sein - hier sind Verhältnisse um f/5 üblich.

Wenn Du mir nun also sagst, wieviel Du ausgeben kannst und was Du genau fotografieren willst, dann kann ich dir zu deinem Thema noch mehr Infos geben.

Ich kann bis 500€ ausgeben. Es wäre also sinnvoll wenn ich wenigstens schon mal Planeten fotografieren könnte. Auch würde ich gerne Aufnahmen einer Sternschnuppen Nacht machen bzw. Sternenhimmel Fotografieren.

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@Etycreyp

Den Sternenhimmel oder Sternschnuppen kann man auch ohne Teleskop fotografieren. Bei kurzbrennweitigen Objektiven (unterhalb 20mm) kann man mitunter schon mal 30s ohne Nachführung belichten. Bevor sich die Sterne zu Strichen verziehen. Als ganz grobe Richtlinie kann man sagen: Belichtungszeit in Sekunden ohne Nachführung = 100 / Brennweite. Bei 50mm kann man so z.B. noch 2 Sekunden belichten. In Zenitnähe geht es evtl. auch etwas länger. Wer etwas handwerklich begabt ist, kann sich auch eine Eieruhr-Barndoor selbstbauen. Das ist eine Art einfache Nachführung für eine Kamera, die durch eine Eieruhr angetrieben wird. Hatte ich mir auch mal selbst gebaut. Damit waren bei 300mm noch immerhin 30s Belichtungszeit drin. Google einfach mal danach.

Für Planeten wie gesagt, braucht man etwas mehr Brennweite. So ab 1500mm bekommt das Ganze Sinn. Wichtig ist hierbei aber, dass die maximale Vergrößerung durch den Teleskopdurchmesser begrenzt wird (das nennt sich beugungsbegrenzte Optik). Ich würde für Planeten als wenigstens 120mm Öffnung empfehlen, besser mehr. Generell wäre für deine Zwecke also der "Skywatcher Explorer-150PDS Newton Teleskop - Mikro Untersetzung - EQ3 Montierung" nicht unbedingt verkehrt (499 Euro). Für diesen kann man nämlich noch ein Motorset mit Autoguider nachrüsten (150 Euro) oder sogar ein komplettes Goto (ca. 450 Euro) - und halt noch eine vernünftige 3x Barlow (apochromatische Barlow/ED Barlow). Wobei ich allerdings gestehen muss, dass die EQ3 für den 150er schon mehr als grenzwertig ist - vorallem wenn man beim Gewicht noch eine Kamera + evtl. Koma-Korrektor dazurechnen muss. Bei 500 Euro ist man wirklich knapp dabei, wenn man Neuware möchte. Aber zumindest kann man hier dann mit einer umgebauten Webcam auch Planeten fotografieren und per Hand über den Sucher den Planeten im Gesichtsfeld halten.

Ich würde aber dennoch empfehlen, mal Kleinanzeigen (ebay, ebay kleinanzeigen, heißer dreht) durchzusuchen. Dort findet man für 500 Euro auch schon mal einen Skywatchter 150/750 auf einer EQ5. Die trägt visuell 10kg und hat mit dem 150er Skywatcher auch im fotografischen Bereich keine Probleme. Später kann man dann noch das notwendige Übel (Koma-Korrektor, Motorset, Goto) nachkaufen und hat dann eine solide Ausgangsbasis.

Ich selbst fotografiere auch über einen SkyWatcher 150/750 auf EQ5 mit Goto und kann eigentlich nicht meckern - wobei ich hier mittlerweile aber auch schon weit über 1500 Euro investiert habe. Ist aber soweit immerno die günstigste Variante für Astrofotografie. Aber ich würde dennoch strengstens empfehlen, dich in diesem Thema noch etwas aufzuschlauen, bevor man irgendwelches Geld zum Fenster rauswirft. Insbesondere muss am Anfang erst einmal folgendes machen: Erfahrungen sammeln.

Es gibt speziell für Kameras ja noch andere Varianten (Skywatch Star Adventurer, Vixen Polarie oder iOptron StarTracker) - aber das sind eigentlich eher Nachführungen für Kameras oder wirklich enorm leichte Refraktoren.

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@Hellstorm

Was würdest du denn von dem hier halten ? Also jetzt gaaaanz für den Anfang:

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@Etycreyp

Ich glaube, da fehlt der Link :)
PS: Danke für den Stern.

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@Hellstorm

Ups ... der verschwindet beim eingeben. Es handelt sich um ein Bresser Messier AR 90/900 Refraktor Eq4

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Hallo,

gleich mal mit Astrofotografie anfangen? Da wirst du dich aber schwer erschrecken bei den Preisen!

Einfach mal ne Kamera an ein Teleskop schnallen reicht da nicht aus. Du brauchst eine stabile Montierung die auch noch mot. nachgeführt wird. Diese muss so genau wie möglich eingenordet werden, besser noch einscheinern. Bei Astrofotografie bedarf es langen Belichtungszeiten. Bei Aufnahmen über 30 Sekunden sollte schon geguidet werden - du brauchst also zusätzlich Laptop und ein zweites Teleskop als Guidingrohr.

So, was möchtest du denn überhaupt fotografieren? Milchstraße, Planeten, bestimmte astr. Objekte?

Um dich langsam an die Fotografie ranzutasten würde ich dir empfehlen, dass du erst mal klein anfängst. Einfach mal ne DSLR auf eine mot. EQ3 packen oder eine der vielen Reisemontierungen und dann erst mal in die Bildbearbeitung reinarbeiten - Stacken  will auch gelernt sein.

Nun ich habe ein wenig nachgeforscht und jetzt stellt sich mir die Frage welches Teleskop. Also bei astroshop.de gibt es ein Omegon Teleskop EQ 2 (250€) nicht empfehlenswert für Astrofotografie oder ein EQ 300 (390€) für Astrofotografie geeignet. Nur weiss ich nicht ob ich als Anfänger wirklich so viel für ein Teleskop ausgeben muss nur weils eher geeignet ist. Würde das denn mit dem EQ2 auch gehen oder gibt es da dann wirklich Schwierigkeiten ? Was die Kamera betrifft , ich habe bereits eine Canon 1100d. (Spiegelreflex)

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@Etycreyp

Hui, EQ2 ist recht wacklig, EQ3 wäre da schon besser. Ne kleine Faustformel besagt, dass man die max. angegebene Zuladung einer Montierung höchsten zu 2/3 ausnutzen sollte damit es stabil bleibt. Als Beispiel: Eine Montierung wird mit einer Traglast von max. 6kg veranschlagt, dann sollte das komplette Setup (Kamera, Adapter, Teleskop) max. 4kg wiegen.

Die EQ3 z.B. verträgt um die 4kg Zuladung, die EQ2 noch weniger. Nun ist fraglich ob dieses Teleskop zusammen mit der 1100d nicht schon mehr wiegt als die empfohlene Gesamtmasse.

Du verstehst was ich meine? :-)

Nur mal so als Tipp - schau dir mal hier die EQ3 Astrofoto an. Bei der ist wirklich alles dabei was du für die Fotografie brauchst (Schrittmotoren in beiden Achsen, Polsucher, Stativ). Es muss nur noch das passende Teleskop gekauft werden - vorzugsweise kleiner Refraktor.

http://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p6597_Skywatcher-EQ3-Astrofoto-Reisemontierung-mit-Nachfuehrung--Polsucher---.html

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Wenn Du das wirklich ernsthaft betreiben willst, dann brauchst Du zuerst ein gutes Teleskop. Und dann eine gute Astro-Cam für Videos.

Ja keinen Foto - auch nicht eine SLR von Canon oder Nikon. Statt dessen eine Astro-Cam deren Videos auf einem PC/Laptop gespeichert und bearbeitet werden können.

Dann kannn man mittels Lucky-Imaging die jeweils besten von zig 100 Aufnahmen heraussuchen und so überlagern, dass das Bild besser wird als früher mit einem 5-m-Teleskop.

Hast du ein Teleskop oder eine Astro-Cam die du mir empfehlen könntest ?

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@Etycreyp

Nicht persönlich, aber einen Freund der darauf recht gut spezialisiert ist.

Wenn Du also nicht schon früher eine bessere Antwort erhältst kann ich ihn fragen.


Gibt es bei dir eine Fianzielle Obergrenze?


Tipp als Teleskop sind die Refraktoren von Televue erste Sahne, aber leider eben nicht billig.

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@BurkeUndCo

Also Teleskope eignen sich ja perfekt zum Planeten beobachten. Was genau brauch ich denn wenn ich eine große Fläche von Sternen fotografieren möchte geschweige denn eine Sternschnuppennacht aufnehmen möchte ?

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@Etycreyp

Das kannst Du mit jedem Fotoapparat machen. Einfach ein Weitwinkelobjektiv nehmen und möglichst lange belichten (natürlich auf einem Stativ).

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