Aspie und Soziopath?

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4 Antworten

Asperger Betroffene haben in wahrscheinlich allen Fällen soziale Schwierigkeiten, allerdings kann man diese mit genügend Motivation und Ausdauer sicherlich bis hin zu überdurchschnittlichem Erfolg trainieren.

Das Problem hierbei ist, dass es gezielt erlernt werden muss - soziale Intuition fällt von Anfang an aus (da nicht vorhanden) und der "Lernende" ist sich immer vollständig bewusst, wie er sich da und dort zu verhalten halt, wie es ankommen wird, welche Mimiken einzusetzen sind usw.

Sobald der Aspie merkt, dass es Spaß und Vorteile mit sich bringt, ist es sicherlich vorstellbar, dass soziopathische Züge entstehen. Asperger handeln oft nach der rein logischen Maxime und besitzen ein verstärktes Ego - heißt die erlernten Vorteile nicht zu nutzen wäre unlogisch wenn nicht sogar schwachsinnig.

Dazu schätzen sicherlich alle Aspies das Alleinsein. Das wirkt sich positiv gegen die entstehende "Schwarm Illusion" aus, in die man leicht gerät, wenn man ununterbrochen unter Menschen ist (man kann nicht mehr individuell denken, da zu viel Reize von Mitmenschen einfließen). Aspies können diesem Strom kaum gezielt folgen, also ist pragmatisch logisches Denken fast immer da und möglich.

Kommen dazu noch Trigger wie beispielsweise frühkindliche Gewalt, Elternteile mit Kontrollzwang, Übermutterung, Missbrauch, Mobbing, Vergewaltigung o.ä. kann das dazu führen, dass Emotionen um die psychische Balance zu bewahren vermindert erlebt werden, sowie eine suspekt speziesistische Haltung gegenüber Artverwandten an den Tag gelegt wird. Fehlende Hobbys, Frustration, mangelnde Erfolgserlebnisse oder Fehlschläge jeglicher Art begünstigen alles genannte.

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Das wäre kaum möglich. Wenn überhaupt, dürfte der Autismus nur minimal ausgeprägt sein.

Zum Beispiel der Umgang mit Regeln und Normen: Die meisten Autisten empfinden logisch begreifbare Regeln - sofern sie in der Lage sind, sie zu befolgen - quasi als Gesetze. Dissoziale fallen gerade dadurch auf, dass ihnen Regeln egal zu sein scheinen. Das ist ein Widerspruch.

Oder das Verhältnis zu Plänen und Fehlern: Autisten sind bekannt dafür, dass sie gerne alles minutiös vorausplanen. Machen sie dann einen Fehler bei der Planausführung, ist der Ärger riesig. Laut Wikipedia planen Dissoziale nicht voraus, für eigene Fehler schämen sie sich später auch nicht. Eines dieser Symptome müsste einem Autisten also komplett fehlen, damit er gleichzeitig dissozial sein kann.


Und erst die kognitive Empathie: Autisten haben Probleme damit, die Gefühle anderer Leute zu erkennen oder vorherzusagen. Deshalb können sie kaum jemanden manipulieren, sich auch nicht beim Chef "einschleimen". Dissoziale fallen mitunter dadurch auf, dass sie ausgerechnet darin Profis sind. Einem dissozialen Autisten müsste also das manipulativ-intrigante Sozialverhalten komplett fehlen.

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Kommentar von Ostsee1982
29.08.2016, 16:23

Autist ist nicht gleich Autist. Es gibt Autisten die können lügen, stehlen, manipulieren was das Zeug hält, Gefühle erkennen, Gestiken und Mimiken erkennen, manche ziehen sich auffällig zurück, andere wirken fast normal wiederum andere können sehr aggressiv sein. Auch plant nicht jeder minutiös voraus, manche sind das Chaos in Person. Ich selbst habe ich die Diagnose Asperger Autismus und habe in meiner Kindheit Regeln nicht wie Gesetze befolgt und hatte getan und gelassen was ich wollte und auch auf Strafen nicht reagiert. Da kann man nicht von DEN AUTISTEN reden weil jeder anders ist.

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ja ich denke das ist möglich. 

ich bin aspi - und auf grund der menschen mit denen ich mich umgeben habe leide ich wahrscheinlich auch an diversen anderen störungen - aber nur leicht ... bzw an einigen der symptome ... dependent, bordi, narzismus ... ist ja eh alles ein spektrum und kann sich überlagern...

notfalls nennt man das dann einfach "kombinierte persönlichkeitsstöhrung" - aber eigentlich macht es in meinen augen fast gar keinen sinn noch namen für den ganzen sch... zu finden - so verrückt wie unsere welt inzwischen nunmal ist.

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Natürlich könnte das sein, dass Asperger Autismus das ursächliche Problem ist und aufgrund von ungünstiger Erziehung, Traumatisierungen, Veranlagungen, Umweltbedingungen, Umfeld etc. eine psychische Erkrankung/Persönlichkeitsstörungen/Suchterkrankungen, was auch immer, darauf aufbaut. Ein Teil angeboren, ein Teil anerzogen.

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