Asberger-Syndrom..Hilfe!

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo 1chrsytal1,

für mich klingt es eher so, als wäre Deine Schwester völlig orientierungslos und versucht Halt zu finden. Daher auch "Unsinnigkeiten". Du schreibst, sie ist sehr eifersüchtig, weil Du nach ihrer Wahrnehmung mehr erreicht hast, als sie es tat. Du schreibst ebenso, dass Du sehr lange für sie dagewesen bist. Für sie alles geregelt hast. Somit hat sie gar nicht die Chance gehabt, Problemlösungen für sich zu überlegen.

Vielleicht ist es nicht so, wie ich Deine Worte gelesen habe. Allerdings lese ich es heraus. Und falls dem so ist, dann braucht sie Unterstützung ihren Weg zu finden. Du kannst eher eine Begleitung sein. Sie ist aber die, die den Weg sagt.

Ob sie in einer Klinik gut aufgehoben ist? Kommt auf die Klinik an....

Vielleicht kann eine Autismus-Beratungsstelle hilfreich sein - zumindest dann, wenn es weniger um Stigmation geht, sondern um "Aufdeckung". Ihre Handlungsweisen entschlüsseln. Hierbei ist die Diagnose eher unwichtig. Sie reagiert und agiert so, weil sie sich anders nicht zu helfen weiß. Wenn sie neue Ressourcen finden, Umgangmöglichkeiten, einen Weg entdecken kann zu sich selbst - und einen Platz in dieser Welt, dann werden ihre Handlungen aufhören. Sie braucht selbstvertrauen. Und Menschen, die an ihre Stärken glauben. Wenn sie aber immer wieder für ihre Fehler verurteilt wird, dann fühlt sie sich noch mehr unverstanden.

Zum Beispiel Abschiedsbriefe - ebenso die Selbstverletzung. Ich entscheide mich für dieses Beispiel, weil meist ganz viel Hilflosigkeit aufkommt bei nahen Angehörigen. Die Botschaft wird aber sein, dass sie ihr Leben - so, wie sie es gerade führt, nicht weiterleben mag. Also sollte die Frage entstehen, was geändert werden muss, damit sie das Leben (erneut) kennenlernen mag?

"erst die Schuld bei meiner Familie zu suchen"

naja, ganz so "unrecht" wird sie nicht haben. Natürlich ist sie nun eigenverantwortlich für ihr eigenes Leben, aber es fehlen ihr offenbar wichtige Werkzeuge. ABER es darf niemals um Schuld gehen!!! Schuld macht handlungsunfähig. Schuld ist etwas, das zerstört. Schuld ist, wenn man etwas absichtlich - und bewusst getan hat.

Vielleicht hat Deine Schwester sich sehr lange und sehr oft unverstanden gefühlt von ihrer Familie. Sie hat und kann sich nicht anders ausdrücken, sich nicht erklären. Vielleicht hat sie auch selbst Schuldgefühle in sich.

Findet eine Basis gemeinsam. Lernt euch neu kennen. Das ist ganz wichtig!

"Sie sucht bei jedem Mitleid, obwohl ihr Leben so gut war."

Offenbar ist ihre Wahrnehmung anders. Es wird ihr nicht helfen, wenn sie (erneut) für ihre Wahrnehmung verurteilt wird. Hinterfrage die Wahrnehmung. Sei neugierig und interessiert. Zumindest dann, wenn Du es wirklich bist. Vielleicht ist eure Situation aber auch sehr unsicher, dass viele "schwere Gefühle" (Unverständnis, Wut, ... vielleicht auch Hass,) in Dir aufkommen. Und Du keine Geduld mehr für sie haben magst. Dann ist eine Auszeit besser, damit sich mit der Zeit wieder angenähert werden kann. Eine Auszeit, wo auch sie über ihre Handlungen nachdenken kann/mag. Diese reflektieren. Woher ihre enorme Verzweiflung kommt. Was tatsächlich dahinter steckt.

"Jetzt meinte sie, ihr ist jede Hilfe egal, sie will nur sterben. "

Kann ich nachvollziehen.

Sie kann sich selbst nicht helfen,

Hat offenbar die Erfahrung immer wieder machen müssen, dass ihr auch niemand anders helfen kann - langfristig - und nicht versteht, warum sie niemand unterstützen kann. Sie möchte einfach nur, dass es aufhört (was auch immer).

Versucht euch über eure Bedürfnisse klar zu werden. Vor allem Deine Schwester. Vielleicht ist in der Klinik (fernab der Familie) ein geeigneter Ort. Vielleicht wäre es für sie hilfreich, in einer Art "betreutes Wohnen" unterzukommen danach. KEIN Heim!!! sondern eine WG, oder eine eigene Wohnung mit Betreuung. Damit sie lernen kann, auch eigene Entscheidungen zu treffen. Damit sie sich nicht mehr an den Meinungen anderer orientieren kann. Denn offenbar tut sie das. Vielleicht ist sie aber für "allein wohnen" auch viel zu unselbstständig.

Ihr braucht unbedingt Unterstützung - als Familie. Euch sollte allen klar sein, dass ihr euch alle miteinander ändern müsst im Umgang miteinander. Vor allem diese Bewertungen müssen aufhören. Auch, wenn Du sie nicht aussprichst, unterschwellig sind sie da.

Entschuldigung für die lange Antwort. Hoffentlich kannst Du aber vielleicht etwas mitnehmen aus den Worten.

Alles Gute auf eurem Weg!

Vielen ♡-dank! Dieser Beitrag hat mir helfen können...bisschen Ordnung in meinem Kopf zu bekommen. :) ja Sie wird in ein Betreutes Wohnen kommen bzw war dort n Monat bis sie kurz vor Sxhulbeginn, wieder weggelaufen ist...ich vermute die Schule und alles stresst sie. Sie hat dort besonders das Gefühl anders zu sein und im Krankenhaus ist sie nicht die einzige sozusagen. Am Telefon gestern hat sie auch bestätigt, dass sie das "alte Leben" vermisst. Ich denke, dass das ein gutes Zeichen für Besserung ist.

Aber danke für diese Antwort....für die Zeit die du dir genommen hast :) hat mir sehr gut getan! Wahre Worte :)

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@1chrsytal1

Hallo chrsytal, ich freue mich eine Antwort von Dir zu lesen - und noch mehr, dass Dir meine Worte etwas Ordnung bringen konnten.

Magst Du noch schreiben, ob es vielleicht doch in der Nähe eine Einrichtung für Asperger Autisten (oder HFA) gibt? - Also wo Deine Schwester Unterstützung für ihr Leben erfahren kann (Ressourcen, Strategien,...) ? Weil wenn sie aus ihrer betreuten Wohngruppe abhaut, weil sie sich unverstanden fühlt, hingegen in der Klinik sich wohl(er) zu fühlen scheint, dann bedeutet es, dass der Weg mit einem Wohnheim/Wohngruppe wohl aktuell geeignet ist, aber der Schwerpunkt ist auch wichtig. Vielleicht kann - und möchte sie selbst sich informieren (bei Sozialarbeitern in der Klinik), ob es nicht eine bessere Einrichtung für sie gibt. Das heißt: sie muss aktiv werden, weil sie es kann. Das zumindest setze ich voraus, weil so vieles in Deinen Zeilen darauf hindeutet, dass sie nicht das Gefühl hat, dass sie selbstständig agieren kann und darf.

An einer Autismus-Beratungsstelle ist sie gewiss bereits "eingebunden"? Vielleicht können dort Selbsthilfegruppen gegründet werden. Denn bestimmt wird es auch anderen PatientInnen in ihrer Klinik ähnlich gehen. Vielleicht erklärt sich sogar ein Betreuungsverein in eurer Nähe bereit, eine Wohngruppe für Asperger/HFA zu strukturieren, umzusetzen. Die Umsetzung würde zwar auch dann 2-3 Jahre vielleicht brauchen (vielleicht doch früher) - es sollte auch darauf geachtet werden, dass nach dem 18, bzw. 21. Lebensjahr auch Wohnmöglichkeiten gegeben werden können Auch hier wird es ganz bestimmt Bedarf geben. Aber wenn jetzt angefangen werden kann, dann braucht nicht später angefangen werden.

Vielleicht habt ihr schon an alles gedacht. Dennoch hoffe ich, dass es Unterstützung für Deine Schwester und andere Menschen geben kann und darf.

Inwiefern noch die Initiative von "autismus.ra.unen.de" (http://autisten.enthinderung.de/) noch aktiv ist, das weiß ich nicht. Vielleicht gibt es aber auch im Forum (erster Link) hilfreiche Hinweise und Tipps. (Beides gleicher Verein).

Es muss Möglichkeiten geben, um zu entlasten. Euch wünsche ich das sehr!

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Das Krankenhaus durchbricht alle ihre Routinen und Gewohnheiten. Für Autisten sind Gewohnheiten extrem wichtig. Es ist "normal", dass Autisten depressiv werden und Folgekrankheiten (sogenannte Komorbiditäten) bekommen, wenn man sie aus ihrer Umgebung reisst und/oder ihnen einen "falschen" Tagesablauf aufzwingt.

Deshalb wäre es das Beste, wenn sie so schnell wie möglich wieder nach Hause in ihr Kinderzimmer kann. Oder, falls der Haussegen nur noch schief hängt, in eine betreute Wohngruppe als neues Zuhause einziehen kann.

Das kannst du den Eltern und Ärzten immer wieder vorschlagen. Ansonsten bleibt dir nur, deiner Schwester zu verdeutlichen, dass du immer ansprechbar bist und du jederzeit für sie da bist.

Jetzt noch etwas Allgemeines ...

Zunächst solltest du aufhören, zwischen deiner Schwester und ihrem Autismus zu trennen. SIE ist EINE Persönlichkeit, welche auf eine Art und Weise "seltsam anders" ist, die man fachlich als autistisch betitelt.

Den Konflikt im Elternhaus scheint es schon lange zu geben, wenn sie mehrmals weggelaufen ist. Hat sich, nachdem die Polizei sie zurück gebracht hatte, eigentlich etwas in der Familie gebessert? Wurden die Gründe für ihre Flucht herausgefunden und behoben? Ansonsten ist es kein Wunder, dass sie an den unverändert andauernden Schwierigkeiten zerbricht. Nachdem du sie nach Hause geholt hast, kannst du versuchen, mit ihr darüber zu reden was sich alles ändern muss.

Mit dem Asberger Syndrom hab ich mich jetzt lange beschäftigt. Der Konflikt daheim ist nur wegen kleinen Dingen gewesen, aber weil sie nicht wusste, warum sie anders ist, hat sie sich sehr komischen Gruppen angeschlossen, und das kam halt immer nach ner Zeit raus und wir wussten halt nicht warum sie die Dinge so macht, wie früher...meine mom hat immer alles für Sie getan. Sie ist einfach vor sich selber weggelaufen..wirklich n Grund gab es nie. Sie war jetzt auch in so ner Einrichtung mit anderen Jugendlichen. Aber ihr gefällt anscheinend die Atmosphäre im Krankenhaus und sagt immer sie will sich was antuen. Allein von solchen Aussagen müssen sie sie einweisen. Als sie ein Monat in diesem Betreutem wohnen war, ist sie wieder geflohen :/ sie will sich irgendwie nicjt weiter entwickeln..

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@1chrsytal1

Ich denk sie fühlt sich da so wohl weil sie da nicht so komplett anders ist und sich nicht so ganz seltsam fühlt 

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@1chrsytal1

Mit dem Asberger Syndrom hab ich mich jetzt lange beschäftigt.

Sorry, aber dann wüsstest du, dass man "Asperger" mit P schreibt. Hast du wenigstens den Wikipedia-Artikel gefunden?

ist nur wegen kleinen Dingen gewesen

Dinge die für dich klein sind, können für einen Aspie riesengroße Katastrophen sein. Bitte lass sie selbst beurteilen, was klein und was wichtig ist.

Aussagen wie "stell dich nicht so an, das ist doch Kleinkram" können extrem verletzend sein und machen einen Aspie nur noch wütender.

Sie ist einfach vor sich selber weggelaufen..wirklich n Grund gab es nie.

Ähm ... das willst du nicht wirklich jemandem weismachen, oder? Natürlich gab es einen Grund. Sie hat ihn euch nur nicht verraten. Vielleich weil ihr es nicht verstehen würdest, oder weil sie keine Worte dafür findet.

Als sie ein Monat in diesem Betreutem wohnen war, ist sie wieder geflohen :/ sie will sich irgendwie nicjt weiter entwickeln.

Ich raten mal ins Blaue ... doch, sie will sich dringend weiter entwickeln. Genau darum flüchtet sie aus allem was sie einengt. Wenn jemand sie in die "falsche" Richtung drängt oder ihr zu strenge Vorschriften macht, muss sie eben weg.

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@halbsowichtig

Wow danke echt sowas ist toll....ich bin ihre Zwilling und ich kenn sie. Also das was ich schreibe und sage mein ich das auch so. Ich war überall dabei und bin nicht blind oder doof. Und kluge Sprüche raushauen und in der Hinsicht unverschämt zu sein mich meiner Rechtschreibung zu verbessern....

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ja..egal ob sie deine hilfe nicht animmt mach eine große ansage an sie das du immer da bist für sie egal was sie denkt..und warte auf keinen komentar ab.Sag ihr du bis für sie da! viel glück!

Ja stimmt schon...danke :)

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@1chrsytal1

mir zerbricht das herz wenn eine person wie du in so einer situation bist :( Ich helfe bei sowas immer gerne ;)

Und nochmals! Viel glück

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@wasWeissIchxD

Danke! Ist echt nicht einfach....v.a ist das schon inzwischen so lange alles und man hat langsam keine Kraft mehr :/ wird schon :)

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