Arztpraxis pleite - Konto gepfändet - Lohn der Angestellten

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4 Antworten

Wenn eine Kontopfändung erfolgt, heißt das nicht unbedingt, daß auch keine Gehälter mehr gezahlt werden können - vielleicht hat er ja mehr auf dem Konto als gepfändet wird.

Vielleicht hat er auch noch ein anderes Konto oder die Gehälter werden vorübergehend von jemand anderen überwiesen (z. B. Ehegatte etc.)

Ansonsten ist natürlich klar: wenn der ArbG keine liquiden Mittel mehr hat, dann kann er keine Gehälter zahlen.

Jeder Mitarbeiter muß selbst sein Gehalt einfordern, sollte es nicht mehr bezahlt werden.

Ein Arzt ist Freiberufler und unterliegt damit nicht der Pflicht Insolvenz anzumelden; er kann den Geschäftsbetrieb einfach einstellen und ggf. Privatinsolvenz beantragen.

Allerdings haben die Angestellten ggf. trotzdem einen Anspruch auf Insolvenzgeld (es muß entsprechend bei der Arbeitsagentur beantragt werden), wenn die Praxis geschlossen wird oder eine nicht nur einmalige Zahlungsunfähigkeit besteht; aber zuweilen stellt sich die Bundesagentur für Arbeit recht unbeholfen an, das Insolvenzereignis der Betriebseinstellung und Zahlungsunfähigkeit zu akzeptieren.

Daher wird i. d. R. auch Freiberuflern geraten ein Insolvenzverfahren einzuleiten, damit die Angestellten ohne Probleme wenigstens Insolvenzgeld erhalten.

Aber - erst einmal abwarten...

Sollte dauerhaft das Gehalt nicht oder nur verspätet gezahlt werden, dann wäre es zu empfehlen, sich auf eine andere Stelle zu bewerben.

Leider ist es auch so, daß man bei ausbleibender Gehaltszahlung nicht einfach fristlos kündigen kann; dazu müssen 2 Monatsgehälter aufgelaufen sein - ansonsten erhält man ggf. eine Sperrzeit beim ALG-I.

Vor einer Kündigung wegen ausbleibender Gehaltszahlungen sollte generell immer erst die Arbeitsagentur kontaktiert werden.

Ansonsten sollte man das ausstehende Gehalt zunächst mit Fristsetzung schriftlich einfordern; man kann es später auch einklagen oder per Mahnbescheid geltend machen.

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Für Arbeitnehmer, deren Betrieb insolvent ist, gibt es Insolvenzgeld von der BfA:

https://de.wikipedia.org/wiki/Insolvenzgeld

Zudem werden die ausstehenden Gehaltszahlungen vom Insolvenzverwalter aufgenommen und (falls möglich) aus der Insolvenzmasse beglichen (was allerdings meist nur zu einem kleinen Teil möglich ist).

Ein Arzt ist Freiberufler - er braucht (leider) keine Insolvenz anmelden - daher auch kein Insolvenzverwalter...

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