Arzt will bei Blasenkrebs im Endstadium kein Morphium verschreiben. Macht der Arzt sich strafbar wegen unterlassener Hilfeleistung?

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11 Antworten

Ich arbeite selber in der Palliativpflege und ja, das ist unterlassene Hilfeleistung. Aber was nützt dir die Anzeige - du hast weiterhin Schmerzen. Also brauchst du zunächst mal Hilfe.

Es gibt sogenannte SAPV Teams (Spezialisierte ambulante Palliativversorgung), die aus Ärzten und Pflegekräften bestehen und sich u.a. um Schmerztherapie kümmern. Der Gesetzgeber hat die Kassen dazu verdonnert, diese auch zu bezahlen. Nachteil für dich: der Hausarzt muss die SAPV verordnen, ohne dürfen die nicht tätig werden. Außerdem gibt es leider noch nicht in allen Landkreisen ein SAPV.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein vorübergehender Aufenthalt auf einer Palliativstation. Diese sind nicht dazu da, Menschen bis zum Tode zu betreuen (auch wenn das oft der Fall ist), sondern dienen der Symtomkontrolle (Sprich, die Linderung von Schmerzen/Erbrechen/Atemnot/Angst etc.). Generell organisieren diese auch die Sicherstellung der weiteren, ambulanten Versorgung nach der Entlassung. Ich habe gelesen, das du nicht im Krankenhaus sterben willst, aber vielleicht kannst du doch einen zeitlich befristeten Aufenthalt auf einer solchen Palliativstation akzeptieren. Ehrlich gesagt, würde ich das sogar empfehlen - einfach, damit dir schnell geholfen wird.

Palliativ "gepflegt" werden möchte ich auf keinen Fall um folgendes
zu vermeiden( habe Angehörige, die mir beistehen bis zum Tod)

Zu dem Link, den du angehangen hast, möchte ich noch folgendes sagen - das ist keine palliative Pflege! Ehrlich gesagt, bin ich jetzt fast ein bisschen beleidigt... das sind Kriminelle und so wie es bei Ärzten schwarze Schafe gibt (wie bei deinem Hausarzt), gibt es die natürlich auch bei Pflegekräften!

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Machen kannst Du das schon, auch eine Beschwerde bei der Kammer und Krankenkasse/Kassenärztlichen Vereinigung ist da meines Erachten sinnvoll. Die Frage ist aber wie Du schnellstmöglich die erforderliche Versorgung mit Schmerzmitteln sicherstellen kannst!? Da wird nur ein anderer Arzt helfen. vielleicht solltest Du mal auch die Unabhängige Patientenberatung anrufen oder Deine Krankenkasse. 

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Am Blasenkrebs alleine stirbst du nicht! 

Da brauchst du schon eine Menge Metastasen irgendwo im Körper! Ich gehe mal davon aus, dass du die nicht hast, weil du nichts darüber geschrieben hast.

Was machst du, wenn der Tumor die Blasenwand durchbricht und der Blaseninhalt in den Bauchraum sich ergießt? Dann hast du zwar keine Schmerzen mehr beim Urinieren, aber ein anderes Problem.

Hat dein Arzt, ich nehme an, es ist ein Urologe, dir keine Operation ans Herz gelegt, vorgeschlagen, dringendst empfohlen? Vielleicht eine Neoblase? 

Viele Krankenhäuser, besonders die größeren, haben eine Schmerzambulanz, eine sehr hilfreiche Einrichtung. Gibt es das in deiner Nähe?

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Kommentar von Rudolf36
08.11.2016, 10:11

Nachtrag:

Wenn du Kraft und Zeit für eine Klage hast, dann scheinst du wirklich nicht "schwer" krank zu sein im Sinne einer systemischen Krebsausbreitung.

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Zum einen den Arzt wechseln, zum anderen in ein so genanntes Schmerzzentrum gehen. Dort erhälst du eine adäquate Schmerzbehandlung.

Dein jetziger Arzt hat wohl seit seinem Studium nichts mehr dazu gelernt.

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Kommentar von WalterE
07.11.2016, 13:42

Ich habe schonmal gelesen dass es dieses Problem früher gab, dass Ärzte in solchen Fällen aus Angst vor Suchtgefahren keine Opiate verschrieben haben - offenbar muss ich jetzt feststellen dass sich da leider nichts geändert hat. 

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Ihn anzuzeigen wird Dir in Deinem Zustand nicht mehr viel bringen. Suche einen anderen Arzt auf, mehr kann ich Dir leider nicht raten. Ich wünsche Dir eine gute Reise über die Regenbogenbrücke..

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Kommentar von Atdeathsdoor
07.11.2016, 01:20

Wo sind die Chancen am besten einen guten Arzt zu finden? Ich lebe in einer Kleinstadt, die nächste größere Stadt ist ca. 30 kilometer entfernt und bei Schmerztherapie im Sterben braucht man einen Arzt der in unmittelbarer Nähe ist, ( Hausarzt) der notfalls auch Hausbesuche macht in den letzten Tagen und die Dosis anpasst.

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Kommentar von Secretstory2015
07.11.2016, 09:38

Ist schwer, klar. Aber den aktuellen Arzt anzuzeigen bringt ja auch nichts.

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Wenn du keinen anderen bekommst, hat es den in deiner Stadt nur einen, wuerde ich jemand bitten ihm mit einem Anwalt oder in einem Gespräch Dampf unterm Hintern zu machen.

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Hallo, ich würde schnellstens den Arzt wechseln. Wie das mit einer Anzeige aussieht, weiß ich nicht. Um deine Kräfte zu schonen, kann das vielleicht jemand anderes für dich erledigen und andere Ärzte aufsuchen, mit deinen Befunden und mal fragen??? Bzw. du suchst einen Arzt, der auf Palliativ-Medizin spezialisiert ist. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute! LG Korinna

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Kommentar von Atdeathsdoor
07.11.2016, 01:29

Hallo liebe Korinna, danke für deine schnelle Antwort. Das Problem ist, dass kaum andere Ärzte in meiner Nähe sind und ich einen Allgemeinmediziner in unmittelbarer Nähe brauche der notfalls Hausbesuche in der Zeit kurz vor dem Tod macht etc :( 

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Ich kann nur raten, den Arzt zu wechseln. Ob verklagen etwas bringt, wage ich zu bezweifeln.

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Das Problem ist dein Hausarzt - er scheint ein ausgesprochener Gegner von Schmerztherapie mit Betäubungsmitteln zu sein.

Du solltest unbedingt den Arzt wechseln. Es gibt übrigens ein Buch  "Wege zu einem humanen, selbstbestimmten Sterben" ISBN: 9789078581031 das sich unter anderem mit diesem Thema befasst.

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Kommentar von WalterE
07.11.2016, 13:40

So jemand gehört eigentlich das Handwerk gelegt. Ibuprofen hat enge Grenzen in der Anwendung. Rechts sehe ich eine Frage "Ibuprofen 800, kaum Wirkung" wegen postoperativer Knieschmerzen. Ja, das ist das Problem. Und mehr einzuwerfen von dieses Cox Hemmern nützt eben auch nichts, weil mehr als Hemmen kann man nicht. 

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Hallo,

eine Anzeige würde die Situation für Sie nicht ändern! Die Energie brauchen Sie an anderer Stelle.

Wenden Sie sich an die nächste Palliativ-Versorgung. Auch Pflegestützpunkte können Kontakte herstellen. Ein Palliativ- Team besteht auch immer aus entsprechend ausgebildeten Ärzten und Pflegefachkräften, die auch BTM´s verabreichen dürfen. Sie betreuen Patienten wie Sie zuhause, so lange es irgendwie geht. Zudem steht Ihnen ein amulanter Hospizdienst zur Seite, wenn Sie dies wünschen.

Meine Empfehlung ist, um Ihre Nerven zu schonen, den nächsten Palliativdienst zu kontaktieren. Alles andere wird dann für Sie geregelt.

Alles Gute und schnelle Hilfe!!

Nele

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Hallo

Ich gehe davon aus du lebst in DE? Gibt es bei euch keine ambulante Pflege? Also Pflegefachleute welche dich Zuhause pflegen? Wenn doch wende dich doch an diese Orga. und schildere denen deinen Fall. In der Regel besitzen sie ein Palliativ Care Team welches sich danach um alles kümmert auch um die Analgesie mit BTM.  Viel Kraft auf deinem Weg und eine möglichst schmerzfreie Zeit. 

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