Arzt verweigert die Verordnung von Therapien-was tun?

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8 Antworten

Moin.

Der Hausarzt ist da der falsche Ansprechpartner. Die streichen sich zwar gerne das Geld solcher Fälle ein. Aber wenns an Verordnungen geht, reden sie sich gerne mit ihrem Budget raus.

Ansprechpartner der Wahl ist entweder das Krankenhaus, welches die Behandlung durchgeführt und auch die Reha veranlasst hat, oder ein niedergelassener Facharzt der Neurologie.

Sie sollte sich entweder an das behandelnde Krankenhaus wenden, oder sich von ihrem Hausarzt an einen Neurologen überweisen lassen. Sollte dieser die Überweisung verweigern: Krankenkasse anrufen.

In jedem Fall sollte sie zum ersten Besuch eines Neurologen alle ihr vorliegenden Berichte mitnehmen und gegenüber ihrem Hausarzt darauf bestehen, auch von diesem alle Berichte und Befunde in Kopie ausgehändigt zu bekommen (das ist ihr uneingeschränktes Recht und wenn der Arzt das anders sieht, sollte man ihm nahelegen, noch mal die Uni zu besuchen - im Zweifelsfall reicht aber auch hier ein kurzer Anruf bei der Krankenversicherung).

Sollte sie bei der AOK versichert sein: Diese bietet unter anderem eine Facharztvermittlung und einen entsprechenden Terminservice an. Einfach mal das Clarimedis Servicecenter anrufen:

0800 0 326 326 (Kostenfrei aus dem Festnetz)

Die sind 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr erreichbar. Alles was man braucht ist die Versichertennummer.

Andere Krankenkassen bieten vergleichbare Dienste an. Da am Besten mal deren Internetseite besuchen und dort entsprechend nachlesen.

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ASRvw de André

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Kommentar von Griesuh
04.11.2016, 08:14

Ansprechpartner der Wahl ist entweder das Krankenhaus, welches die Behandlung durchgeführt und auch die Reha veranlasst hat,

das ist nicht der Ansprechpartner für weitere Verordnung von Therapien.

Dafür ist der behandelnde Arzt der Ansprechpartner.

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Kommentar von airmac
04.11.2016, 08:19

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Normalerweise beträgt die Wartezeit beim ansässigen Neurologen mehrere Monate bzw. einige Wochen, ich bin gespannt. Der Weg über die Krankenkasse wäre jetzt das Mittel der Wahl auch von ihr gewesen, zumal bei chronischen Erkrankungen nicht mehr die Budgetierung der Ärzte betroffen ist. Ich werde hier den Verlauf nochmal später posten für ähnlich Betroffene.

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Für weitere ambulante Physio muß man einen Antrag bei der KK auf Leistungen außerhalb des Regelfalls stellen. Dafür bekommt man einen Vordruck der Kasse, den der Arzt unterschreiben muß. Nach Gewährung durch die Kasse kann der Therapeut wieder tätig werden. Das geht in der Regel ganz schnell.

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Der Hausarzt kann durchaus die weiteren Verordnungen ausstellen, macht es jedoch oft nicht, da es durch ständige Rückfragen der Krankenkassen einen hohen brürokratischen Aufwand bedeutet. Das hat zumindest mein Hausarzt gesagt, als ich in einer ähnlichen Lage war.

Besser ist es, wenn Deine Bekannte zu einem Neurologen geht, da der eh der geeignetere Ansprechpartner bei einem Apoplex ist.

Beim ersten Termin soll sie, bzw. ihre Begleitperson auf jeden Fall sämtliche vorhandene Unterlagen, bzw. Arztbriefe des Krankenhauses, sowie etwa vorhandene weitere ärztliche Unterlage mitnehmen. Sollte sie aus irgendeinem Grund diese Unterlagen nicht haben, soll sie sich diese vom Hausarzt kopieren lassen. Der Hausarzt ist zur Herausgabe dieser Unterlagen verpflichtet.

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Kommentar von airmac
07.11.2016, 08:06

Das ist alles grundsätzlich alles so richtig, aber hier wartet man wochen-wenn nicht monatelang auf einen Termin beim Neurologen, weil der völlig überlastet ist und übrigens gerade eine Regressforderung von fast einer halben Million hat. Für die Bekannte wird daher der Weg über die Krankenkasse gehen, wenn sie denn die Kraft und Nerven dafür hat. Denn die Schwierigkeiten sind nicht das einzige Problem, dazu kommen noch Schwierigkeiten mit der Pflege, Hilfsmitteln, die erst in einigen Wochen geliefert werden sollen usw. Leider lebt die Tochter 2000 km entfernt und kann auch nicht mal eben immer kommen. Vielen Dank für die Hilfe..!

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Hausärzte haben ein anderes Budget als ein Facharzt. sie sollte sich die Verordnungen vom Neurologen ausstellen lassen. damit gibt es idR weniger Probleme mit dem Ausstellen von Verordnungen.

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Kommentar von airmac
07.11.2016, 08:08

Wird sie versuchen, wenn sie dort einen Termin hat... bis dahin mal schauen...

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Sucht euch einen anderen Hausarzt, bzw. last euch eine Überweisung zu einem Neurologen geben. Und bitte fordert vom Krankenhaus alle Klinikberichte mit den entsprechenden Befunden an, damit der Neurologe weis worum es geht.

Verweigert der HA eine Überweisung, so könnt ihr auch ohne Überweisung zum Neurologen. Rechnet jedoch mit Wartezeiten bis zum Termin.

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Beim Hausarzt seid ihr auch falsch. Der darf in der Tat nur ein Rezept ausstellen. Das muss der behandelnde Orthopäde machen

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Kommentar von airmac
04.11.2016, 07:54

Nach meinen Informationen ist diese Aussage falsch, ich kenne viele Fälle, wo der Hausarzt verordnet. Es betrifft auch nicht seine Budgetierung, wenn er ein paar Punkte beachtet wie z. b. die passende Indikation.

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Kommentar von Griesuh
04.11.2016, 08:16

Leider falsche Aussage. Jeder Arzt darf Verordnungen über erforderliche Therapien ausstellen. Leider ist es so, dass die Kassen oft über die 6 Therapien hinausgehede Verordnungen die Kostenübernahme erst einmal ablehnen.

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Kommentar von airmac
04.11.2016, 09:42

Ablehnen durften sie bislang nur bei Verordnungen außerhalb des Regelfalls. Stellte der Arzt eine medizinische Notwendigkeit fest und verordnete ein Heilmittel, dann mussten bislang immer die Kosten übernommen werden. Das waren oder sind bei Schlaganfall 40 Behandlungen z. b für Ergo.

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Den Arzt würde ich sofort wechseln

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