Arzt und Pharmaindustrie?

10 Antworten

Jein. Als Arzt ist man eigentlich durch den hypokritischen Eid angehalten seinen Patienten nach bestem Gewissen zu behandeln mit denn besten verfügbaren Mitteln.

Leider kann ein Arzt diese Mittel nicht immer selber bestimmen durch Regulierungen im Gesundheitssystem. Oft sind Ärzten im wahrsten Sinne die Hände gebunden. Ich werde dir mal ein paar Beispiele geben:

BSP1: Einfluss der Pharmaindustrie

Durch die reformierte Hygieneverordnung zum Schutz des Patientens vor pathogenen Keimen: darf ein Arzt in seiner Praxis keine geöffnete Salbe für die Ohren auf einen Kuhtipp machen und dem Patienten in die Ohren schmieren. So könnten eventuell Keime übertragen werden. Der Patient braucht für seine Erkrankung X aber nur 2 ml Salbe bis zum Behandlungserfolg. Durch die Hygieneverordnung muss der Arzt nun seinem Patienten diese Salbe aufschreiben. In der Apotheke stellt der Patient fest, dass es diese Salbe nur in 30ml Tuben gibt. Meine Frage: Wer verdient jetzt im Schutz der durchaus sinnigen Hygieneverordnung an der Salbe? Die Pharmaindustrie könnte diese ja auch in 5ml Tuben verkaufen.

BSP2:

In der Forschung hat man festgestellt ein bestimmtes Medikament wäre einfach Herzustellen, jedoch ist die Erkrankung nicht sehr weit verbreitet. Da sagt die Pharmaindustrie: die Entwicklung dieses Medikament und die Herstellungskosten rentieren sich nicht, da es nicht genügend Abnehmer gibt. Der Arzt würde gerne dieses Medikament einsetzen, kann es aber nicht, da es überhaupt nicht produziert wird.

BSP 3:

das Medikament X wird in der Packungsgröße 20 Tabletten und Packungsgröße 10 Tabletten hergestellt.

Ein Kassenpatient benötigt die 20 Tabletten für den Behandlungserfolg. Jedoch übernimmt seine KK nur 10 Tabletten.

Nun versucht sein Arzt zu tricksen und schreibt auf zwei Rezepten jeweils 10 Tabletten auf, und nicht auf einem Rezept.

Glaube mir wenn ich dir sage, manche Ärzte schaffen es sich über diese Richtlinien hinweg zu setzten und zahlen teilweise Strafen dafür.

BSP4: der gute Arzt

Arzt A ist ein Facharzt für ..., normalerweise machen diese Fachärzte keine Hausbesuche sodass bei der KV eine Hausbesuchsquote von 0% herrscht.

Arzt A hat aber einen langjährigen Stammpatienten der bettlägerig geworden ist und fährt 6 mal in einem Quartal zu ihm nach Hause um ihn zu behandeln. Diese Leistung gibt der Arzt in der Quartalsabrechnungen an. Kurze Zeit später bekommt er ein Schreiben, dass er über 100% über der Quote für Hausbesuche für seine Facharztgruppe liegt. Nun muss Arzt A ein Strafe zahlen, da er über seiner Quote liegt.(Das nenne ich Einsatz für seinen Patienten)

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Ok ich bin etwas abgedriftet. Eigentlich arbeiten Ärzte nicht für die Pharmaindustrie direkt. Außer sie haben ein Vertrag um eine Studie oder ähnliches durchzuführen. Jedoch darf man als Patient niemals den Einfluss der Pharmaindustrie und der Regulierungen durch das Gesundheitssystem vergessen. Ein Arzt wird aber immer versuchen im Sinne des Patient zu handeln.

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Nein.

...Gäbe es keine Pharmaindustrie, könnte der Arzt - wie hier schon gesagt - keine Medis anwenden/verschreiben. Auch keine, die gegen gegen schwere Erkrankungen allgemein gängige Praxis sind, und womöglich sogar Leben retten..

...Erst heute sah ich solch ein "unsinniges" Video, wo ein sog. "Naturheilkundler" empfahl, eine akute Bauchfellentzündung lediglich mit einem Getränk aus Karotten und Spinat "auszuheilen". Als "Veranschaulichung" seiner "Thesen" trank er selbst dieses (angebliche) Getränk wiederholt vor laufender Kamera.

...Jemand anders erzählte, wer bereits eine Vollnarkose erhalten hat, befand sich "an der Schwelle des Todes". Sein Körper ist dermaßen zerstört, nach der Op und der Nachbehandlung, dass er selbst solche Leute nicht mehr behandeln kann. Und Krebs, betreffend die Op-Narben, bekämen diese Leute dann irgendwann sowieso - von Grund auf....

....Soviel zu der "Logik" der "anderen" möglichen Sichtweise.

...Ich selbst erkenne die aber beim besten Willen nicht.

Ha

llo.

In der Regel nicht, aber bei einem meiner früheren Ä'rzte hat man mir klar gesagt, wenn ich die "Igel" Angebote nicht nehmen wolle, dann sollte ich mir einen anderen Arzt suchen.

Hab ich dann auch zu meinem Glück sagen.

Mit Gruß

Bley 1914

Woher ich das weiß:
eigene Erfahrung

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