Warum werden eigentlich Vorführwagen verkauft?

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9 Antworten

Hallo!

Mein Mercedes C180 W202 war in seinem ersten Leben ein Vorführwagen, der einige Wochen lang in der Mercedes-Niederlassung ausgestellt wurde -------> allerdings hat der ältere Herr, von dem ich ihn dann kaufte den Wagen vorher nach seinen Wünschen zusammengestellt & bekam ihn nach Ablauf der Vorführwagenausstellung mit einem gewissen Nachlass verkauft, weil er laut Brief Zweitbesitzer gewesen ist und bekam trotzdem ein im Grunde fabrikneues Auto mit null Kilometern. Den Nachlass gab es 1997 bei Mercedes nur auf diese Schiene^^ 

Das hat mehrere Gründe:

- Die Autos sollen verkauft sein, so lange das noch so verlustfrei wie möglich geht (je älter das Auto, um so größer der Wertverlust und umso höher die laufenden Kosten)

- der Hersteller schreibt vor, dass die Vorführwagen ein bestimmtes Alter nicht überschreiten dürfen

- die Zulassungszahlen werden künstlich erhöht

- die Autos müssen immer aktuell sein, es gibt ständig kleine Änderungen

- ein "altes" Auto erweckt keine so große Kauflust wie ein neues

Die Frage ist eher, warum werden so viele Vorführwagen angemeldet und dann mit 10 km, also praktisch als Neuwagen verkauft?

Ganze einfach, es schönt die Zulassungsstatistiken der Hersteller und ist zudem ein versteckter Rabatt.

Wenn ein Wagen einmal angemeldet wurde, weil damit Probefahrten gemacht wurden, dann ist er nach einem Jahr über 35% weniger Wert. Auch wenn nur 150 km drauf sind.

Das Auto muß dann als "Jahreswagen" verkauft werden, der Verlust ist somit wesentlich größer, als wenn sie das gleiche Auto schon nach 3 Monaten für 15% billiger verkaufen würden.

Ausserdem ist dann auch noch weniger Garantiezeit auf der Karre, weil sie ja entsprechend älter ist - auch wenn das Auto nur rumstand.

Dann ist da ja auch noch der Jährliche Kundendienst, der dann durch das Autohaus gemacht werden muß und zusätzlich Geld kostet.

Summa sumarum: es rechnet sich für den Verkäufer einfach nicht. Allerdings kann es sich für den Kunden rechnen, wenn er ein unverkauftes Vorführmodell, das schon ein Jahr alt ist, erwischt. 

Aber auch Vorführmodelle, die nicht zugelassen wurden, werden frühestmöglich abgestoßen, meistens dann, wenn ein Modellwechsel ansteht. Die Hersteller ändern jedes Jahr einige Kleinigkeiten, man hat dann gewissermaßen ein 2016er Modell im Jahr 2017 neu gekauft. 

Viele Kunden möchten aber unbedingt ein "aktuelles" Auto. Warum da die Leute so komisch sind, ist mir auch schleierhaft.

Ein weiterer Grund sind die in einer hier anderen Antwort genannte Schönung der Zulassungszahlen. Genauer gesagt geht es um den sogenannten "Flottenverbrauch", also den durchschnittlichen Verbrauch, den die Fahrzeuge eines Herstellers im Schnitt haben.

Deswegen haben viele PKW-Hersteller Motorradfirmen erworben, um ihren Flottenverbrauch zu drücken bzw. bieten die sparsamsten Modelle am günstigsten an.

Das mit den Motorradfirmen verstehe ich nicht.

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@AnyBody345

Motorräder brauchen weniger Sprit. Der Verbrauch der Motorräder geht mit in den Flottenverbrauch. Somit kann der Autohersteller dann behaupten, das seine Fahrzeuge im Durchschnitt besonders sparsam sind.

Das in die Statistik selbst der windigste 125 ccm Roller mit eingeht, wird natürlich nicht verraten.

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@bit77

Das in die Statistik selbst der windigste 125 ccm Roller mit eingeht, wird natürlich nicht verraten

Der gute Grund, weshalb das nicht verraten wird, ist schlicht der, dass es nicht stimmt.

Außerdem wüsste ich mal gerne, von welchen "vielen" Herstellern da die Rede ist - außer Audi fällt mir da spontan niemand ein. Und die vielleicht 50.000 Ducatis im Jahr, die zudem nicht gerade auf Sparsamkeit getrimmt sind, würden den Flottenverbrauch selbst dann nicht nennenswert verbessern, wenn sie denn eingerechnet würden.

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Deswegen haben viele PKW-Hersteller Motorradfirmen erworben

Meinst Du jetzt BMW oder Honda?

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@godlikegenius

Vielleicht ja auch den VW-Konzern? Wobei meines Wissens die Motorräder nicht in die Flotte mit eingerechnet werden.

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Warum sollten denn Vorführwagen nicht verkauft werden? Vom Verkauf lebt der Händler. Außerdem muss er immer das neueste Modell vorhalten.

Na ja, nach z.B. 1 Jahr wäre es einfach nur noch ein Gebrauchter, er käme zu einem deutlich geringeren Preis weg. Noch ist es ein Vorführwagen, also ein "Quasi-Neuwagen".

... weil ein "Vorführer" immer das aktuellste Modell sein sollte, da zweimal

pro Jahr kleine Veränderungen in die laufende Serie einfließen....

Ein Kaufmann lebt davon, seine Waren gewinnbringend zu verkaufen. Warum also sollte der Autohändler einen Vorführwagen nicht verkaufen?

Warum werden eigentlich Vorführwagen verkauft?

Was soll denn sonst mit denen geschehen?
Sollen die verschrottet werden?

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