Warum konnte die Wehrmacht so groß werden?

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4 Antworten

Oh weh.

Viel habt Ihr entweder noch nicht über den NS im Unterricht gesprochen oder Du hast nicht zugehört.

Der Austritt aus dem Völkerbund diente u.a. dazu, die auf Frieden, den Status Quo und Abrüstung gerichteten Völkerbunds-Vereinbarungen nicht mehr respektieren zu müssen.

Die Einführung der allgmeinen Wehrpflicht mit dem dadurch folgenden Ansteigen der Personalstärke der Wehrmacht war zwar ein eindeutiger Verstoß gegen den Versailler Vertrag, aber die Reaktion seitens der VV-Partner beschränkte sich auf Protest. Mehr nicht.

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Also ich glaube ein wesentlicher Punkt wie die Wehrmacht so schnell so groß werden konnte betrifft die Art, wie die Reichswehr damals aufgebaut war. Man war sich ja damals chon darüber im klaren, dass die Sache mit dem Versailler Vertrag nicht ewig so bleiben konnte und hat sich entsprechend darauf vorbereitet.

Einerseits durch ein sehr professionelles Kaderheer. Jeder wusste, dass man mit 100000 Mann keinen Krieg anfangen kann. Deshalb war die Reichswehr von Anfang an nicht als normmale Armee ausgelegt, sondern als Kaderheer. Das heißt, dass es zwar nach außen den Anschein eines normalen Heeres hatte, die innere Struktur war aber ganz anders. Während das Heer 1920 noch ein im Prinzip stark dezimiertes Weltkriegsheer darstellte, sah es 1930 schon anders aus. Im Laufe der Zeit setzte man seinen Schwerpunkt auf Ausbildung. Die Proportionen an Stäben, Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften waren zwar ähnlich denen anderer Heere, wurden aber unterschiedlich gehandhabt. So wurden beispielsweise Leutnante so ausgebildet wie es Hauptmännern entspochen hätte und Unteroffiziere wurden in die Grundlagen der tieferen Strategie und Gefechtfeldführung eingeführt. Der Plan war, diese Soldaten bei der Aufstockung des Heeres zuerst zu befördern (oftmals um 2-3 Ränge innerhalb von nur 2 Jahren). War bei der Reichsmarine übrigens nicht anders.

Andereseits gab es in der Zwischen kriegszeit viele paramilitärische Organisationen, die hauptsächlich ehemalige Soldaten anzogen. Dort wurden militärische Traditionen gepflegt und den Mitgliedern auch das Schießen und der Nahkampf gelehrt. (Prominetes Beispiel: Der Stahlhelm). Diese Mitglieder stellten das Gros der Mannschften der Wehrmacht.

Der dritte bedeutende Punkt ist das Militärabkommen mit der Sowjetunion.

(Ich kann das leider nicht in wenigen Worten erklären, daher bitte unten den Links folgen)

Die Sache mit dem Völkerbund beruht primäre auf der Ablehnung Frankreichs von 1932, Deutschland die militärische Gleichberechtigung zuzugestehen. (Auch hier bitte dem dritten Link folgen)

https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Rapallo#Milit.C3.A4rische_Aspekte

https://de.wikipedia.org/wiki/Panzerschule_Kama

https://de.wikipedia.org/wiki/Genfer_Abr%C3%BCstungskonferenz#Verlauf

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Die Aufstellung und Aufrüstung der Wehrmacht basierte auf Planungen, die General von Seeckt und sein Stab bereits 1925 getätigt hat.

"Das Verblüffende an dieser Geheimstudie: Am 1. September 1939, als der Zweite Weltkrieg beginnt, steht das deutsche Heer tatsächlich mit 102 Divisionen bereit! Es sind, wie 1925 geplant, 2,8 Millionen Mann. Die Reichswehr hatte 42 Generäle für das Große Heer waren 252 vorgesehen - genauso viele Etatstellen für Generäle wies auch das Feldheer 1939 auf. Acht Armeen hatte man 1925 projektiert (soviel wie 1914 zu Kaisers Zeiten), und 1939 sind die Deutschen stolz auf ihre acht vollwertigen Armeen!" (Quelle DIE ZEIT, siehe unten)

Hitler und seine Leute setzten nur um, was man lange vor ihm geplant und vorbereitet hatte. Gerade hieran sieht man, daß die Kriegsvorbereitungen kein "Ein-Mann-Unternehmen" von Hitler waren, wie immer wieder suggeriert wird. Das wäre ja auch völlig unmöglich gewesen. Tatsächlich war Diktatur und Krieg von den Eliten in Militär, Politik und Wirtschaft gewollt und planvoll ausgeführt. Hitler als Person war dabei austauschbar. Den Job hätte auch jeder andere Jahrmarkt-Redner übernehmen können. Er eignete sich für die Eliten natürlich hervorragend dafür, nach dem Krieg mit dem Finger auf ihn zu zeigen und zu behaupten, Großbürgertum und Adel hätten keine Schuld gehabt. Die Nummer wird ja von bürgerlichen Apologeten bis heute so praktiziert. Und die einfachen Gemüter fallen immer noch reihenweise darauf herein.

Lesestoff zur Fragestellung:

http://www.zeit.de/1997/11/Der\_grosse\_Plan

https://de.wikipedia.org/wiki/Aufr%C3%BCstung\_der\_Wehrmacht

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Zum einen hat die Ruhrbesetzung 1923 gezeigt, dass die damalige Reichswehr viel zu schwach gewesen ist, zum anderen hat man sich irgendwann nicht mehr groß um die Verträge und Sanktionen geschert. So wurde das Heer zunächst in geheimer Planung, dann später ganz offen von 100.000 auf 3 Millionen Mann aufgestockt.

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