Artikel und Geschlecht von Ländernamen in der Deutschen Sprache

4 Antworten

Das hat eine Menge mit dem Hochmut der abendländischen Länder zu tun (Deutschland, England, Frankreich und andere). Worauf man ein wenig herabsehen konnte, wurde dann aus einer Ableitung des Landschaftsnamens gebildet und mit einem Geschlechtswort versehen, möglichst noch weiblich. Die hatten ja zu der Zeit noch untertänig zu sein!

Es ist typisch, dass die Tschechei aus diesem Muster heraus wollte und sich jetzt Tschechien nennt.

Bei den asiatischen Ländern, ehemaligen Kolonien, hast du dir die herausgesucht, die einen französischen Namen hatten. Im Französischen hießen die also Le (das ist eigentlich gar nicht maskulinum, sondern le steht auch für das Neutrum). Folglich war ein abschätziges "das ... " gemeint.

Dieser These widerspricht, dass es gerade in Afrika sehr viele Ländernamen ohne Artikel gibt ... und umgekehrt die Schweiz.

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@Albatroesser

Weltgeschichte ist nicht Mathematik, Regeln gelten immer cum grano salis, denn es geht ja keiner hin und achtet darauf, dass nach ihnen verfahren wird. Trotzdem waren die Trends schon so. Entwicklungslinien zeichnen sich immer erst im Nachhinein ab, ein Vorteil für Historiker.

Gerade was die Schweiz angeht, sie hatte nicht immer das Ansehen, das sie heute genießt.

Und Afrika ist ein besonderes Kapitel. Einige der deutschen Kolonien waren mal gerade namentlich als Bestandteil Afrikas deklariert. Was das Ansehen der Völker (nicht nur in Afrika) angeht, spiegelt sich bis heute im niederen Sprachgebrauch wider: Hottentotten, Botokuden, Kanaken, ...

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Es ist typisch, dass die Tschechei aus diesem Muster heraus wollte und sich jetzt Tschechien nennt.

Ähnlich die Ukraine, die auf Englisch jetzt gerne "Ukraine" sein möchte und nicht mehr "The Ukraine", weil sie sich als Land versteht und nicht mehr bloß als Region. (Auf Deutsch hingegen scheint es weiterhin "die Ukraine" zu sein.)

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Das ist 1. von der Sprache abhängig. Auch wenn es im Deutschen keinen Artikel für Belgien gibt, heißt das im Französischen "La Belgique", weil dort generell immer ein Artikel vor Ländernamen kommt.

Die deutsche Sprache ist da etwas willkürlicher, das heißt, es hat sich einfach etymologisch so entwickelt, daß manche Länder einen Artikel tragen und andere nicht (frag mich jetzt nicht nach den genauen sprachhistorischen Hintergründen).

Ob der Artikel mask oder fem ist, ist nicht viel anders als bei anderen Nomen, die einen Artikel tragen (das Tier, der Mensch, die Tüte), auch das hat sich sprachgeschichtlich im Laufe der Zeit entwickelt.

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