Artikel bei Abkürzungen - bleibt es immer der Artikel der Langform?

4 Antworten

  • Die Regel ist einfach: Bei deutschen Abkürzungen wird das gleiche Geschlecht verwendet wie bei der ausgeschriebenen Form: der PKW, das BGB, das BVerfG
  • Wenn du die Abkürzung "das Beck-Depressions-Inventar (BDI)" einführst, dann schreibst du ab dann folgerichtig "das BDI".
  • Schwierig ist die Lage nur bei dem Geschlecht von fremdsprachigen Wörtern. Dafür gibt es keine feste Regel, das Sprachgefühl entscheidet. Auch hier gilt aber in Bezug auf Abkürzungen: Du verwendest das gleiche Geschlecht wie ausgeschrieben.
  • Im konkreten Falle von "Caregiver Strain Index (CSI)" würde ich "der" wählen, weil es das Wort "der Index" ja auch im Deutschen gibt. Ein "das" erscheint mir heir völlig kontraintuitiv.

Offiziell ändert sich der Artikel durch die Abkürzung nicht. Umgangssprachlich wird aber (mangels Nachdenkens) oft ein anderer verwendet, und wenn man den oft genug gehört hat, kommt einem der richtige falsch vor (weil man als falsch empfindet, was dem üblichen Höreindruck widerspricht).

Das Blöde ist, dass man dann auch den falschen verwenden muss, da die anderen sonst irritiert sind, und wenn man ihnen erklärt, warum man das so sagt, dann steht man als wichtigtuerischer Korinthenkacker da.

Sich der Dummheit des Plebs unterwerfen und das Falsche nachplappern, damit man dazu gehört?! Du hast keinen Stolz, was Deine Muttersprache betrifft.

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@Mauritan

Du willst mir was von Stolz erzählen!? Ich beherrsche meine Muttersprache besser als die allermeisten anderen. Aber wenn ich in dieser Gesellschaft hier leben will, muss ich mich ihren Normen anpassen.

Du klingst so, als ob Du andere kulturelle Normen hättest. Dann solltest Du vielleicht darüber nachdenken, dort hinzuziehen, wo sie gesellschaftlicher Standard sind.

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@archmage

Dann SPRICH sie. Sprich sie so, dass der andere etwas lernt, statt Dich auf sein Level herunterplumpsen zu lassen. Leute, die falsches Deutsch sprechen, - das tut ja weh im Ohr. Je öfter Du den Fehler wiederholst, desto schlimmer für unsere Sprache, die ja gesprochen werden will, um zu leben.

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@Mauritan

Der andere lernt aber nichts. Er rümpft nur die Nase darüber, was Du für einen "komischen" Artikel verwendest. Da müsstest Du ihn schon explizit belehren. Hinterher spricht er trotzdem weiter den falschen Artikel, weil ihm Deine Belehrung am Hintern vorbeigeht und hält Dich obendrein für einen Idioten. Tolle Leistung.

Und unsere Sprache ist ohnehin nicht mehr zu retten. Dafür fehlt der politische Wille. Der Genitiv ist weitgehend tot, viele gewählte Formulierungen sind tot, das Futur II ist tot, das Futur I stirbt gerade, und das Denglisch ist massiv im Kommen. Der Duden ist eilfertig bei der Sache, jede falsche Formulierung für richtig zu erklären, sobald sie eine gewisse Verbreitung erlangt hat, und die Politik führt per Dekret völlig schwachsinnige Rechtschreibungen ein ("zurzeit"). Das werden Du und ich nicht ändern können.

Tatsächlich sehe ich dahinter ein Konzept, mit dem man mich mit Fug und Recht in die verschwörungstheoretische Ecke stellen kann. Gleichwohl glaube ich, damit recht zu haben.

Es bringt aber nichts, mich sozial zu isolieren, um solch Kampf gegen Windmühlen zu führen.

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@archmage

Dass mit dem Duden ist traurig. Auch wenn ich manchen RTL-Sprechern lausche, fröstelt mich angesichts der Sprachmisshandlung.

Ich spreche zwar den für meine Region typischen Dialekt. Trotzdem werde ich nicht sozial isoliert, wenn ich meine mir eigene Sprache spreche. Mit den Artikeln, die mir aus dem Mund kommen.

Was mir hingegen gewaltig auf den Keks geht, ist, dass die Nordhochdeutsch Sprechenden behaupten, dass Südhochdeutsche wäre ein "Dialekt". Linguistisches Idiotenpack. Das ist das einzige, dass ich ihnen jedoch lieber nicht so sage, ;-)

Obwohl ich am liebsten mit PARADEISERN auf sie würfe.

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@Mauritan

Die Artikel von Abkürzungen halte ich noch für das kleinste Problem. Von denen abgesehen achte ich durchaus darauf, sauberes Deutsch auch da zu sprechen, wo andere es nicht tun. Beispielsweise bei "je...desto". Man hört ja heute oft genug "je...umso"; ich habe aber auch schon völlig willkürliche Verwürfelungen bis hin zu "umso...umso" gehört. Die Leute sagen einfach irgendwas; es ist ihnen völlig egal.

Die viele Migranten, die wir seit einiger Zeit im Land haben, verschärfen das Problem noch, denn die machen naturgemäß im Deutschen typische Fehler, die dadurch in einer solchen Häufung auftreten, dass ich auch schon erlebt habe, dass Deutsche diese Fehler nachmachen und für richtig halten. Das geht hin bis zur Wortkomposition, die es im Deutschen, aber sonst in kaum einer Sprache gibt. So wird dann schnell aus dem Waldweg ein Wald Weg.

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@archmage

"Wald Weg" - das schmerzt in den Augen.

Die gute Nachricht jedoch ist, dass etwas das Thunderbird-Wörterbuch mittlerweile Großartiges leistet, was zusammengesetzte Wörter betrifft.

Was mir oft seltsam ist, das sind auch die Betonungen. Etwa, wenn im Deutschen Fernsehen eine "Dokumentation" läuft, in denen ständig GroßGLOCKner gesagt wird, statt GROSSGlocker.

Dieses Betonen auf die falsche Silbe (ich behaupte, dass die Österreicher ihren eigenen Berg "richtig" betonen) irritiert mich sehr. So sehr, dass ich ich frage, ob es hier auch andere Regeln gibt. Denn oft empfinde ich "falsch" die Betonung auf die zweite, statt die erste Silbe.

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@Mauritan

Na ja, den Großglockner kennt halt außerhalb von Österreich keiner, auch in Deutschland nicht. Intuitiv würde ich das Wort auch auf der zweiten Silbe betonen. Dass ich überhaupt weiß, was der Großglockner ist, liegt nur daran, dass ich in der 5. Klasse ein Jahr in Österreich gelebt habe und genau in dem Jahr der Großglockner in Erdkunde drangekommen ist.

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@archmage

Das ist der höchste Berg Österreichs? Zugspitze kennt man ja auch und den Mont Blanc und die Hohe Tatra... na egal. Worüber ich irritiert war, war, dass es eine "Dokumentation" war. Wenn ich eine Doku drehe, dann finde ich doch wenigstens heraus, wie man das Objekt im Mittelpunkt ausspricht! Zweifellos waren die in Österreich, weil sie ja Filmmaterial hatten.

Aber wenn Du gestattest, setze ich Dich auf meine Freundeliste und schicke Dir das nächste mal ein Wort, das für mich komisch klingt vond er Betonung her.

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@Mauritan
Das ist der höchste Berg Österreichs?

Das habe ich damals gelernt, zusammen mit erdkundlichen Phänomenen, die in Deutschland aus geographischen Gründen kaum von Bedeutung sind, etwa Steigungsregen.

Ansonsten denke ich nicht, dass ich es wissen würde.

Zugspitze kennt man ja auch und den Mont Blanc und die Hohe Tatra

Die Zugspitze kenne ich als Deutscher natürlich. Mont Blanc habe ich mal gehört, Hohe Tatra nicht. Was Berge angeht, habe ich allerdings auch keinen Wissensehrgeiz.

Aber Du hast schon recht: Wenn man eine Dokumentation über etwas dreht und noch nicht mal weiß, wie man es ausspricht, dann ist das schon peinlich.

Aber was sagst Du hierzu: Der Aufzug hier sagt laut und deutlich, was er als nächstes macht: "Türe öffnet sich!" Weißt Du, wie mich das nervt, mindestens zweimal am Tag "Türe" zu hören? Wie kann man sowas ausliefern?

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@archmage

Das ist mir noch nie aufgefallen, doch Du hast recht! Es gibt nicht nur ein Deppen-S, sondern auch ein Deppen-E!! Woher kommt das? Ist das tiefe Sehnsucht nach altmodischer Poesie?

Die hohe Tatra gehört zu den Karpaten und dort sind die höchsten Berge von Polen und der Slowakei

https://de.wikipedia.org/wiki/Hohe_Tatra

Ach, Wissensehrgeiz oder nicht, - Polen ist extrem schön. Gerade die Naturparks. Und kaum ein deutscher Tourist dort, weil Polen in D so einen schlechten Ruf hat.

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Ja, gibt es.

Der Artikel folgt jenem der deutschen Übesetzung. Was natürlich nicht eindeutig sein muss. Du kannst sagen

das Geschäft

und

der Laden

und kommst dann zu das / der Shop.

Gibt es keine Übersetzung, so ist der Artikel sächlich, also das.

Ja, ja, es heist DAS BDI.

Lasse Dich nicht dazu verleiten, Analogien zu ähnlich klingenden Wörtern im Deutschen zu bilden. Dein Hirn hört wohl heimlich "Indikator" statt "Inventar". Es bleibt aber bei das. Denn Du würdest nie sagen "der Inventar".

Das ist so nicht richtig. Der Artikel folgt nicht dem Geschlecht der Übersetzung, sondern dem Geschlecht der verwendeten Sprache.

Wenn von „Beck Depression Inventory“ die Rede war, folgt der BDI, wenn die deutsche Übersetzung verwendet wurde, das BDI.

Man hört oft einen Fehler in Verbindung mit dem französischen Wort Chanson: Es heißt das Lied, jedoch die Chanson. Fälschlicherweise sagen jedoch viele das Chanson.

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@Mauritan

Natürlich ist das nicht "so" einfach, etwas komplexer ist die Fragestellung schon. Jedoch auch eine etwas umfänglichere Darstellung wie die verlinkte ist nur eine Momentaufnahme. "Das" Chanson gilt noch als falsch und von Unkenntnis zeugend. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die Unwissenheit kraft Ihrer Häufigkeit und Verbreitung dazu führen wird, dass das Neutrum als gebräuchlich und richtig gelten wird.

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