Aristoteles Gemeinschaft?

2 Antworten

Zu diesen Fragen steht vor allem etwas bei Aristoteles, Politik, Buch 1, Kapitel 2.

1) der Mensch als staatsbezogenes Wesen (Zoon politikon)

Aristoteles, Politik, Buch 1, Kapitel 2, 1153 a wird der Mensch als seiner Natur/seinem Wesen (φύσις [physis] = Natur, Wesen) nach (ausgedrückt mit dem Dativ φύσει) politisches/auf eine politische Gemeinschaft ausgerichtetes/staatenbildendes/staatsbezogenes Lebewesen bezeichnet (φύσει πολιτικὸν ζῷον).

Der Mensch bedarf des Staates, um seine Möglichkeiten (seine Anlagen, die in ihm steckenden Fähigkeiten) voll zu verwirklichen. Der Staat ist die Voraussetzung, um das Ziel eines guten Lebens zu erreichen.

Der Mensch hat nach Auffassung von Aristoteles Anlagen zu sozialem Verhalten und Sprache bzw. Vernunft/vernünftiger Überlegung.

Sprache kann dazu dienen, das Nützliche und Schädliche und daher auch das Gerechte und Ungerechte darzulegen. Den Menschen ist eigentümlich, ein Empfinden für gut und schlecht, gerecht und ungerecht und Ähnliches zu haben.

Das Zusammenleben und die Kooperation (Zusammenarbeit) mit Mitmenschen in einem Staat (einer Polis [griechisch: πόλις]) entspricht nach Auffassung des Philosophen Aristoteles der Natur/dem Wesen des Menschen. Der Mensch kann nicht gut isoliert existieren. In einer Gesellschaft/Gemeinschaft gibt es mehr Möglichkeiten zu Schutz, der Herstellung und Beschaffung von Gütern und des Austausches von Gedanken. Der Staat (die Polis) ist in dem Sinn vollendete Gemeinschaft, alle anderen Gemeinschaften zu umfassen und ein höherstufiges Ziel zu haben. Er entsteht zwar um des Lebens willen (faktisches Überleben), existiert aber wegen des guten Lebens. Die politische Gemeinschaft bietet günstige Chancen für das Daseinsziel Glück.

2) Formen der Gemeinschaft

Aristoteles, Politik, Buch 1, Kapitel 2 nennt verschiedene Gemeinschaften, wobei sich aus kleineren Einheiten größere Einheiten aufbauen.

  • Paarbeziehung Mann – Frau
  • Verhältnis Herr – Sklave
  • Familie/Haushalt/Hauswirtschaft (griechisch οἰκία [oikia] und οἶκος [oikos]), mit Herrschaft des Mannes über die Frau, des Herrn über den Sklaven und des Vaters über das Kind
  • Dorf (griechisch: κώμη [kome])
  • Staat/politische Gemeinschaft

Verfassungsformen:

Aristoteles hat unter anderem ein Schema mit 6 verschiedenen Verfassungen verwendet, wobei nach der Anzahl der Menschen, die an der Herrschaft Anteil haben, eingeteilt wird und jeweils eine gute Art (Allgemeinwohl/gemeinsamer Nutzen und Gesetzlichkeit/Regieren nach dem Gesetz sind Maßstab) und eine schlechte Art (Entartung/Abweichung/Fehlform) unterschieden wird.

ein einziger: Königtum (βασιλεία [basileia]) - Tyrannis (τυραννίς [tyrannis])

wenige: Aristokratie (ἀριστοκρατία [aristokratia]) - Oligarchie (ὀλιγαρχία [oligarchia])

viele/die Volksmenge: Politie (πολιτεία [politeia]) - Demokratie (δημοκρατία [demokratia

Aristoteles nimmt an einigen Stellen noch feinere Unterscheidungen in Unterarten dieser sechs Verfassungen vor und als stabilste Verfassungsform unter den gewöhnlich meist vorhandenen Umstanden bevorzugt er eine Mischverfassung, die er (ebenso wie die gute Form einer Volksherrschaft) Politie (πολιτεία [politeia]) nennt.

Für Aristoteles ist der Mensch ein auf Gesellschaft, Gemeinschaft angewiesenes Wesen. Ob das ursprünglich Familienclans waren, frühe Clan-Gemeinschaften oder zu seiner Zeit dann Stadtgemeinschaften (in unserem Sinn waren das noch keine Staaten).

Die Formen sind:

Kreislauf der Verfassungen bei Aristoteles

Aristoteles unterscheidet zwischen sechs Staatsformen: der Monarchie (Alleinherrschaft), der Aristokratie (Herrschaft der Besten) und der Politie als gute Formen sowie deren entarteten Pendants TyrannisOligarchie (Herrschaft weniger) und Demokratie (bei ihm als Herrschaft der freigeborenen Armen definiert; zur Differenzierung zum heutigen Demokratiebegriff heute auch als Ochlokratie bezeichnet). Aristoteles glaubt, eine gute Staatsform neige zur Entartung, aus dieser entarteten Form gehe dann die nächste gute Form hervor usw.[3] Um diesem Kreislauf zu entgehen, plädiert er für eine Form der Mischverfassung zwischen Demokratie und Oligarchie, die er auch wieder als Politie bezeichnet.

Siehe: wikipedia.org/wiki/Verfassungskreislauf.

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