Argumente gegen die Evolutionstheorie die nicht widerlegt werden können?

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11 Antworten

Fundierte und unideologische Kritik an den grundlegenden Aussagen der Evolutionstheorie ist mir noch nie untergekommen. Was es zuhauf gibt, ist religiös motivierte Ablehnung von diesem und anderen wissenschaftlichen Modellen, wofür dann halbgare bis lachhafte Argumente als Rechtfertigung herangezogen werden. Eine unvollständige Zusammenstellung samt Widerlegung findest du hier (auf Englisch):

http://www.talkorigins.org/indexcc/list.html

Dabei werden eine Vielzahl von logischen Fehlschlüssen bedient, von Unwissenheitsargumenten und Strohmännern bis hin zu aus der Luft gegriffenen Behauptungen. Trotzdem werden viele dieser Punkte von Kreationisten immer wieder aufgewärmt, als hätten sie tatsächliche eine Aussagekraft.

Christian3684 07.08.2017, 09:59


Welterklärungsmonopol der Kirchen

Wir müssen uns im klaren sein, dass bis in das 18. Jhd. hinein das Welterklärungsmonopol primär in den Händer der katholischen und evangelischen Kirchen lag. Dasselbe ist auch im Islam der Fall gewesen.

Das hat sich erst geändert als Menschen begannen die Natur zu erforschen und darauf kamen, dass bisherige Vorstellungen und Erklärung falsch gewesen sind.

Erde oder Sonne im Zentrum?

Die erste große Veränderung geschah durch den wissenschaftlichen Nachweis, dass sich nicht die Sonne um die Erde, sondern die Erde um die Sonne bewegen würde. Denn bis zu diesem Zeitpunkt wurde das ptolimäische Weltbild von den Kirchen als absolute Wahrheit anerkannt und auf das heftigste verteidigt.

Erst durch Kepler, Kopernikus und Galiäa wurde nachgewiesen, dass das bisherige kosmologische Weltbild falsch wäre.

Vielseitigen Ablagerungen und ihre Entstehung

Das setzte sich fort indem alle bisherigen erkennbaren Ablagerungen (Schichten) nicht allein auf die einmalige ca. einjährige Sintflut zurück geführt werden können. Zu dieser Erkenntnis kam schon Leonardo da Vinc (16. Jhd.), dass diese nicht auf ein einziges und kurzes Ereignis zurückgeführt werden können. Was man z. B sehr klar am Schweizer Matterhorn sehen kann. Indem hier zwei völlig unterschiedliche Ablagerungen und Gesteinsarten übereinander gelagert sind. Heute wissen wir, dass sich die afrikanische Platte unter die europ. Platte geschoben hat und auf welche Weise viele gleichbleibende  Meeresablagerungen enstanden sind und wie diese in große Höhen (Vergl. Himelaja, Anden usw.) geschoben worden sind.

Unveränderlichkeit (Konstanztheorie) contra Veränderung

Dies setzte sich fort durch Darwin und Wallace, die unabhängig voneinander zu gleichen Beobachtungserkenntnissen und Erklärungen gekommen sind, das wir in der Natur Veränderungen, Anpassung und Entwicklungsprozesse feststellen  können. Denn bis zu diesen Zeitpunkt wurde sowohl von der Kirche als auch von den Wissenschaftlern behauptet, dass alle vorhanden Pflanzen und Tiere seit ihrer Erschaffung vor ca. 6000 Jahren unverändert geblieben wären (Konstanztheorie). Auch diese bisherige Vorstellung hat sich als falsch erwiesen.

Anhand dieser drei Beispiel soll gezeigt werden warum sich das Welterklärungsmonopol der Kirchen/Religion als falsch erwiesen haben. Es geht nicht darum nur etwas zu glauben und daran festzuhalten, sondern ob es dafür auch nachweisbare Gründe/Beweise gibt. Darüber hinaus müssen wir uns auch im klaren sein, dass sich die Religion nicht primär mit der Beschaffenheit, den Prozessen, den Entwicklungen, den Veränderungen in der Natur auseinander setzt. Deshalb können wir auch von ihr keine detailierten wissenschaftlichen Erklärungen erhalten. Sie macht nur allgemeine Aussage über die Natur und mehr nicht. Alles andere bliebt der Wissenschaft vorbehalten den Wissens- und Erkenntnishorizont zu erweitern und zu untersuchen und festzustellen welche früheren Erklärungen haltbar sind oder nicht. Und dem sollten wir Rechnung tragen!

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Christian3684 07.08.2017, 11:19
@Christian3684

Ergänzung:

In der Religion geht es primär um die Beziehung der Menschen zu Gott und zu seinem Mitmenschen, so wie das z.B. in den 10 Geboten (2. Mose 20) - beiden Liebesgeboten (Matthäus 22, 36-40) oder in der "goldenen Regel" (Matthäus 7, 12) zum Ausdruck gebracht wird und um keine Naturerklärungen.

In diesen Verhaltensregeln (moralischen Prinzipien)  wird das ganze Gesetz(Thora) und die Propheten, d.h. ihr Sinn und Zweck  brennpunktartig zusammen gefasst.

Je mehr sie befolgt werden, um so besser wird es den menschen gehen.


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Das wir hier häufiger mal gefragt. Gibt es bisher nicht.

Die üblichen Pseudo-Wissenschaftlichen argumente der ID und Kreationistenschaar findest Du hier sauber nach Thema sortiert widerlegt:

www.talkorigins.org

Die par Stellen, an denen Sie noch ungenau ist, an denen wird eifrig gearbeitet und selbst wenn mal ein Widersprcuh auftauchen sollte: Um eine Theorie zu widerlegen muß erstmal eine bessere her, die umfassender Erklärt, bessere Vorhersagen macht, etc. und sowas habe ich noch nicht zu sehen bekommen.

P.S.: Wenn es Wissenschaft sein soll, dann muß es widerlegbar sein :-P

Diese gibt es nicht.

Die Evolutionstheorie ist ein Fakt, belegt jenseits jedwedes rationalen zweifels. Außer einigen hanebüchenen und schlicht falschen Aussagen verzweifelter religiöser Fanatiker die antike Märchen der Realität vorziehen gibt es nichts was dieser widerspricht.  

Was heißt, die nicht widerlegt werden können ?

Anhand von Fosillienfunden lässt sich schon recht deutlich in der Erdgeschichte erkennen was und wie sich etwas entwickelt hat.
So hatte man im Karbon, als es den vermutlich höhsten Anteil an Sauerstoff in der Atmosphäre gab, auch die größten Insekten etc.

Es ist schon ziemlich sicher, dass sich Tiere und Organismen an ihre Umwelt anpassen über Millionen Jahre hinweg.
Durch das "last appearance datum" und "first appearance datum" lässt sich dabei super stratigraphisch belegen zu welcher Zeit wie sich das Leben entwickelt hat.

So hatte man z.B. mit Ichthyostega einen Beleg für die Entwicklung der Tiere in Richtung des Landes, gepaart mit dem Landgang der Pflanzen konnte man die Theorie dann stützen.

Ich würde nicht an die klassiche Evolutionstheorie nach Charles Darwin glauben, aber eine vergleichbare Theorie mit leichten Abwandlungen ist schon sehr, sehr, sehr, sehr wahrscheinlich.

Es ist auch immer schön zu sehen wie sich Arten erholen und wie sich Arten verändern nach den Massenaussterbe-Events in der Erdgeschichte.

Anpassung und Veränderung von Arten ist eigentlich schon belegt.
Ökologische Nischen und Veränderung in der Umwelt sind dabei ausschlaggebend.

Jedenfalls würde ich dir raten sich die Aussterbe-Events anzuschauen und wie sich das Leben nach den jeweiligen Events verändert hat und woran es lag.
Danach klingt die Theorie für einen wie ein Fakt.

Hallo NoNst0p,

es gibt zumindest einige berechtigte Einwände, die man gegen die Evolutionstheorie anbringen könnte. Einen davon will ich anhand des Beispiels der "Selektion" einmal kurz darstellen.

Viele Neodarwinisten sehen in der Selektion einen unabdingbaren und richtungsgebenden Faktor in der Höherentwicklung der Lebewesen. Ist er das aber wirklich? Was zeigen die Tatsachen?

Zunächst ist anzumerken, dass Selektion nichts qualitativ Neues hervorbringen kann. Dr. Hennig Kahle schreibt in seinem Buch "Evolution - Irrweg moderner Naturwissenschaft" dazu: "Sie [die Selektion] ermöglicht lediglich in gewissen Grenzen die Verstärkung von Merkmalen, die einzelne Individuen bereits zuvor besaßen" (Seite 41; nachfolgende Zitate entstammen, soweit nicht anders gekennzeichnet, obigem Werk). Kahle beschreibt die natürliche Selektion als einen "Aussonderungsmechanismus, durch den schädliche Mutationen in nachfolgenden Populationen langsam reduziert werden" (Seite 42). Selektion hat daher eigentlich nichts mit evolutiver Höherentwicklung zu tun. Es ist experimentell festgestellt, dass Selektion keine neuen Gene schafft, sondern lediglich die Genhäufigkeit verändert.

Als Musterbeispiel für Veränderung und Anpassung wird von vielen Evolutionsforschern der Birkenspanner angeführt. Doch sollten dabei folgende Faktoren bedacht werden:

1. Es gab auch schon vorher eine schwarze Variante des Birkenspanners in Schottland, Nordkanada und Neuseeland (dort musste ja keine Anpassung in diese Richtung stattfinden).

2. Die Schutzfärbung des Birkenspanners fand nicht aufgrund von Mutation, sondern aufgrund von Rekombination der Gene und einem Selektionsdruck statt.

3. Um ausreichend geschützt zu sein, müssten die Spanner die Gewohnheit entwickeln, sich auf dunklem Untergrund niederzulassen.

Aus diesen und weiteren Gründen stellen inzwischen einige Naturwissenschaftler in Frage, ob der Industriemelanismus wirklich als Beispiel für Selektion im Sinne Darwins gelten kann.

Selektion führt auch zu einer Einschränkung der Variabilität. Nach Meinung von Evolutionsforschern wird diese Variabilität durch Mutationen immer wieder regeneriert. Doch Dr. Kahle bemerkt dazu: "Mutationen schränken aufgrund ihres eindeutig gewiesenen Defektcharakters Variabilität und Anpassungsmöglichkeiten eines Organismus eher ein" (Seite 46).

Durch Selektion können zwar bestimmte Merkmale stärker ausgebildet werden, doch werden die Individuen mit diesen Merkmalen untauglicher im Überlebenskampf sein. Entsteht in einer Lebensgemeinschaft durch eine zu strenge Selektion und zu geringe Variabilität eine Verarmung des genetischen Materials, droht diese auszusterben. Die Konsequenz, die sich daraus ergibt, beschreibt Kahle so: "Je strenger, intensiver die Selektionswirkung ist, desto geringer wird die Gesamtvariabilität der Population...Damit ist die Selektion keine evolutive Kraft in Richtung auf eine Höherentwicklung, sondern nur ein spezieller Anpassungsmechanismus" (Seite 47).

Das sind nur einige wenige Einwände, die man in diesem Bereich vorbringen könnte. Es gibt noch eine Reihe weitere, doch möchte ich es dabei belassen. Auf jeden Fall sollte deutlich werden, dass vieles von dem, was Evolutionsbefürworter vorbringen, nicht so eindeutig und unzweifelhaft ist, wie das gemeinhin propagiert wird.

LG Philipp

DiegoderAeltere 08.08.2017, 08:43

Auf die gleiche Weise könnte man argumentieren, dass der Aufbau eines Hauses nicht zweckmäßig ist. Schließlich schützt das Fundament nicht vor Schnee und Regen, und das Dach kann keinen festen Stand garantieren. 

Niemand hat je behauptet, dass durch Selektion neue Merkmale erzeugt werden würden. Neue Merkmale entstehen durch Mutationen und teilweise durch Rekombinationen. und Selektion verändert deren Häufigkeit über Generationen hinweg.

Mutationen haben auch keinen allgemeinen "Defektcharakter". Die meisten Mutationen haben neutrale Auswirkungen, und einige eben positive oder negative. Wenn eine Mutation den Defekt eines lebensnotwendigen Proteins bewirkt, dann wird diese Mutation sich nicht durchsetzen können und durch die Selektion aus dem Genpool entfernt. Wenn eine Mutation günstige Auswirkungen hat, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit erhalten und vererbt werden. Beispiele hierfür gibt es zuhauf.

Durch Selektion können zwar bestimmte Merkmale stärker ausgebildet werden, doch werden die Individuen mit diesen Merkmalen untauglicher im Überlebenskampf sein.

Fällt dir da kein Widerspruch auf?

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oopexpert 11.08.2017, 07:59

"Viele Neodarwinisten sehen in der Selektion einen unabdingbaren und richtungsgebenden Faktor in der Höherentwicklung der Lebewesen"

Strohmannargument... kein seriöser Wissenschaftler sprich von "höheren" Lebewesen.

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Argumente, die nicht widerlegt werden können, können keine naturwissenschaftlichen Argumente sein. So wie ja auch eine Theorie, die nicht widerlegt werden kann, keine naturwissenschaftliche Theorie sein kann.

Gibt es nicht.

Fakten sind nun mal keine Abstimmungs- oder Meinungssache.

Die gibt es nicht.

Die gibt es nicht :D

Mir sind keine bekannt. Und allen, die sich damit auskennen, wohl auch nicht.

Sind mir keine bekannt! Wieso willst du denn gegen sie argumentieren?

NoNst0p 06.08.2017, 21:42

Ich will nicht gegen sie argumentieren, sondern nur sehen was andere dazu antreibt nicht daran zu glauben

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rumar 06.08.2017, 21:50
@NoNst0p

Mit anderen Worten: du möchtest nur andere dazu provozieren, hier irgendwelchen Mist zu präsentieren, der schon hundertfach vorgebracht wurde ?

So hätte ich einen passenderen Namen für Dich:  refäktsim

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matmatmat 07.08.2017, 13:06
@NoNst0p

was andere dazu antreibt nicht daran zu glauben

Da steckt schon die Antwort drin: Glauben! Glauben bedeutet an Annahmen festhalten, selbst wenn die Beweislast dagegen erdrückend ist. Glauben ist eben nicht Wissen.

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Gummibaer19999 06.08.2017, 21:43

Meistens ist es der Glaube an Gott oder vergleichbares.

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SlowPhil 07.08.2017, 01:18

Der Glaube an Gott ist kein Argument gegen die Evolutionstheorie.

Ich habe noch niemanden gesehen, der behauptet, er sei nicht auf natürliche Weise entstanden und geboren worden, sondern von Gott geschaffen. Hier sieht niemand einen Widerspruch.

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