Architekturstudium - Was tut man in die Zeichenmappe?

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1 Antwort

Sinnvoll wären perspektivische Zeichnungen (z.B. von einem Bauwerk welches Dir gefällt), Stillleben ist auch immer gut (z.B. eine Haufenkomposition, das bedeutet, dass du Zeichnungen von einem Haufen Bücher oder Batterien) zeichnest. Interessant wären auch Exposionszeichnungen, also eine Zeichnung in der eine Maschine oder ein Bauteil zeichnerisch "auseinander" nimmst um so den Aufbau oder die Funktionsweise aufzuzeigen. Auch nett sind sogenannte Vergrößerungszeichnungen, hierbei Stellst Du dir vor Du wärst eine Ameise und zeichnest zum Beispel die Zeiger einer Wanduhr aus der Ameisenperspektive, so dass sie zum Beispiel beängstigend groß wirken. Oder produziere eine Kollage die ein räumliches Gefüge ergibt. Schattenstudien sind auch interessant - hier kannst Du zum Beispeil einen Pappkarkon nehmen - Löcher und Öffnungen hineinschneiden und den Karton beleuchten - das Zeichnest du dann mit einem Kohlestift (nicht vergessen die Zeichnung mit Haarspray zu fixieren

Wichtig ist auch, dass es nicht alles nur Bleistiftzeichnungen sind - variiere die Techniken - es sollten vielleicht auch eine oder zwei Computerzeichnungen dabei sein. (mit Illustrator, Photoshop oder sogar Cinema4d, aber das ist ein komplizierteres Programm).

Sehr wichtig sind auch Schnittzeichnungen oder Schnittdarstellungen. Das heiß Du nimmst ein räumliches Objekt (das kann alles mögliche sein Schädel, Stuhl, Staffelei, Elefant, es muß nicht unbedingt ein Gebäude sein) wichtig ist nur, dass du auf einem Blatt eine Ansicht, Draufsicht, 2 Schnitte durch das Objekt zeichnest.

Was auch wichtig ist, dass Du die Zeichnungen schön "komponierst" also ästhetisch ansprechend präsentierst.

Nutze unterschiedliche techniken, es sollte minimalistische, einfache, schlichte Zeichnungen und Darstelluungen enthalten sein es können aber auch ein paar grelle und bunte Darstellungen dabei sein.

Eine schlichte Ästhetik sollte aber überwiegen - das ist wichtig!

Eine Sache fällt mir noch ein Zeichne eine Serie von einem veränderichen Objekt (oder eine sogenannte Addition bzw. Subtraktion), d.h. du zeichnest einen Apfel mehrere Male aber jedes Mal ist ein Stück mehr abgebissen oder die Serie zeigt den Verfallsverlauf eines alten Fensters.

Sehr wichtig ist immer auch eine atmosphärische Stimmung rüberzubringen in deinen Zeichnungen bzw dem was Du produzierst.

Du kannst Dir auch selbst eine Aufgabenstellung für einen einfachen Entwurf stellen, das muß auch kein Gebäude sein es kann auch einfach ein Stuhl sein.

Du kannst auch Fotoserien beifügen die den Entwurfsprozess aufzeigen bzw. wie Du von der ersten Idee zum fertigen Entwurf gekommen bist.

Auch nicht schlecht können (wenn sie künstlerisch gefertigt wurden) ganz einfache, schnelle Skizzen sein - auch hier kannst Du Serien produzieren und nur die allerbesten nehmen und auch nicht damit übertreiben.

Melifaction 18.03.2012, 21:33

Oh vielen Dank!!! Du studierst Architektur? Welche Unis könntest du empfehlen?

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lastannahme 19.03.2012, 15:06
@Melifaction

Bitte. Ich habe mal Architektur studiert. Sieben Jahre lang! Ohne Absschluß obwohl ich gar nicht allzuweit vom Diplom entfernt war. :( Ich will Dir lieber keine Unis empfehlen - die auf der ich war würde ich nicht empfehlen - ich möchte aber hier nicht sagen welche das war. Wenn Du meine Meinung hören willst solltest Du Dir aber sehr bewußt sein, das Architektur eines der härtesten Studiengänge überhaupt ist, weil Du praktisch kaum noch Freizeit haben wirst. Das ist kein Witz: Du wirst noch im ersten Monat des Studiums deine erste Nacht durchgearbeitet haben und das ändert sich nur wenig - es ist wirklich so! Ich will Dir keine Angst machen aber ein Architekturstudium ist nicht so wie es sich viele Leute vorstellen - es ist ein saftiger Haufen knallharte Arbeit. Für den Beruf Architekt sollte man sich schon wirklich berufen fühlen, es muß ein Teil der eigenen Identität und des Selbstverständnisses werden und man muß sein Leben extrem stark darauf ausrichten - es bleibt wenig Platz für Anderes - wenn man dazu nicht bereit ist (ich habe es bei mir leider zu spät bemerkt), sollte man es sich ernsthaft überlegen diesen Schritt zu wagen. Diese Zeit hat meine persönlichkeit sehr stark geprägt - ich war vor dem Studium ein anderer Mensch als danach - das hat mir schon sehr zu denken gegeben - ich habe dabei einen Teil meiner Persönlichkeit aufgegeben und nie wieder gefunden. Das ist jetzt ein ernstes Problem für mich und ich weiß, das ich nicht der Einzuige bin der an dieser Sinnfrage "zerbrochen" ist.

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poohbearchen 20.03.2012, 12:40
@lastannahme

Das stimmt, das Architekturstudium darf man nicht unterschätzen! Ich würde es allerdings immer wieder so machen. Ich mache gerade meine Abschlussarbeit Master, wirklich bereut habe ich es nie. Ich weiß nur, dass München an sich auch ganz gut sein soll, von Berlin als Studienort habe ich keine Informationen.

Die Ideen für die Mappe sind klasse: beweise einfach Vielfältigkeit, Kreativität und technisches Verständnis. Wirre Handskizzen, die beim durch-die-Stadt-laufen entstehen und mal mit Bleistift, mal mit Kuli, Edding oder Kohle gemacht worden, werden sehr gerne angenommen. Such dir was, was dich interessiert, bei mir war das ein Tischtennisschläger, und den hatte ich als "Dreitafelprojektion" gemalt, also in Grundriss, Ansicht und Schnitt sozusagen. Das kam gut an.

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