Architekt fordert für ein unverbindliches Angebot Geld (Schweiz)

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3 Antworten

Wichtig: Wenn der Architekt in der Schweiz sitzt, dann gilt Schweizer Recht, daher kann ich hier nur bedingt aussagen tätigen bzw mich nur auf deutsches recht berufen.

In DE gilt: Kosten müssen vorher klar erkenntlich ausgemacht werden! Fordert man etwas kostenlos an und es wird geliefert, darf man nachher dafür nichts mehr verlangen.

Das es ein "unverbindliches Angebot" ist spielt dabei keine Rolle. Jeder Architekt (wie auch jede andere Berufsgruppe) darf für ein unverbindliches Angebot Geld verlangen. Das muss aber wie gesagt vorher ausgemacht werden!

Vielen Dank Scaver,

ja, leider fehlen uns auch die Erfahrungen im Schweizer (Architekten-)Recht. Ich werde versuchen, dies noch mal zu googeln... Aber dies mal dahingestellt - wie wäre es in Deutschland gewesen:

der Architekt hätte uns VOR Erstellung seiner Ideenskizze einen Kostenvoranschlag für diese Vorleistung machen müssen?

Nochmals vielen Dank für die Hilfe, Fidelio123

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genau so wie bei designern ist es unüblich, kostenlose entwürfe zu machen. es wird geistiges gut in anspruch genommen, kein auto in dienstleistung repariert. die referenz sollte genügen, eine auswahl des passenden architekten oder designers zu wählen. hier handelt es sich um vorentwürfe, unverbindliches arbeiten -eher ungewöhnlich.

man stelle sich vor, man greife die idee des ersten architekten auf, ginge damit zum zweiten, würde die idee dort vortragen und ergänzen lassen usw.

und wettbewerbe sind nur bei öffentlichen bauten (renommé und auftragsgrösse) üblich, bei designern in form von pitches. im privaten bereich unüblich.

Meine Meinug: und ich habe ein wenig Recht in meiner Ausbildung gehabt: Unverbindlich ist hierzulande nicht gratis. Der genaue Ausdruck wäre "Kostenlos" Faktisch ist, dass ihr nach dem Obligationenrecht der Scxhweiz ein Werk vom Architekten verlangt habt, nämlich die Pläne. Somit ht er auch das Recht, seine Aufwenungen in Rechnung zu stellen. Sollte er wirklich mündlich zugesagt haben, dass er alles kostenlos macht, müsst ihrs vor Gericht beweisen. Könnt ihr das nicht, dann habt ihr ein Problem.

Und mal ganz unter uns: Ich glaube nicht, dass es in D üblich ist, dass man von einem Architekt gratis Leistungen abrufen kann.

Es bleibt wohl nichts anderes übrig als bei einem Anwalt Rat zu holen. Der wird aber sicher eine Rechnung stellen!

Und in Zukunft nichts mehr mündlich machenn.

http://www.admin.ch/ch/d/sr/2/220.de.pdf

Art. 363 Durch den Werkvertrag verpflichtet sich der Unternehmer zur Herstellung eines Werkes und der Besteller zur Leistung einer Vergütung

Lieber guru61, vielen Dank für Deinen Rat. Ich denke, man sollte in Zukunft alles nur noch schriftlich vereinbaren.

Der Architekt hat es uns definitiv mündlich zugesagt. Und es ist auch nicht unüblich, dass ein Architekt in geringem Maße in Vorleistung geht - man baut ja nicht unbedingt ein Haus "von der Stange". Und wie will sich ein Architekt sonst bewerben, um ein Projekt an Land zu ziehen? Zwei weitere Architekten haben uns übrigens die gleiche Leistung kostenlos angeboten, dies in sehr ähnlicher Art durchgeführt und sich an ihr Wort gehalten.

Zudem haben wir ja keinen fertigen Hausplan "bestellt", sondern er hat uns eine grobe Ideenskizze (etwaige Anordnung der Räume und Etagen bei gegebener Topographie) angeboten. Und das ist auch das, was wir erhalten haben: eine Vorab-Skizzierung und einen ganz groben Kostenrahmen.

Nochmals Danke und schönen Abend!

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@Fidelio123

Bitte gerne geschehen. Eine Möglichkeit gibts noch: Lass den Architekten wissen, dass du beim SIA (www.sia.ch) anfragst, ob die Forderung gerechtfertigt sei, und dass du dem Beobachter, oder Kassensturz ebenfalls anfragst. Schlechte Presse hassen die Arschitekten! Bein SIA würde ich auf jeden Fall anfragen und auch fragen, ob es eine Schlichtungsstelle, oder einen Ombudsmann gibt.

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