Arche Noah Projekt?

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6 Antworten

Arche Noah für Kinder

Hallo Y2JTruth,
vorweg: ich befürchte, dass du mit dem Spiel am Sinn der Geschichte vorbeigehst. Es müsste schon etwas sein, was die Geschichte selbst verdeutlich und zum Sinn führt.

Was du zunächst einmal für dich selbst unternehmen musst:
-Lies dir aus Genesis die ganze Geschichte mal vollständig durch. (1. Mose 6,5-7,22
- Versuche, eine Interpretation (Exegese) zu der Stelle zu finden.
- Überlege dir, wie du selbst zu diesem Text stehst. Nur mit einem eigenen Standpunkt kann man etwas vermitteln.
- Es muss dir selbst klar sein, dass es sich nicht um eine historische Begebenheit handelt, sondern dass es sich um eine von Orientalen verfasste Glaubensaussage in Form einer Sage handelt.

Für die Vorüberlegung deines Projektes müsstest du überlegen: Einzelstunde oder Unterrichtseinheit von mehreren Stunden? Zielgruppe: Wie groß, welches Alter, welches (durchschnittliche) soziale Umfeld (bürgerlich, sozialer Brennpunkt, Akademikerumfeld, Kinder mit religiösem Hintergrund oder nicht, konfessionell gemischt oder homogen, konfessioneller oder städtischer Kindergarten….)

Für die inhaltliche Gestaltung würde ich dir das Vorbereitungsmaterial für einen Kindergottesdienst empfehlen:
http://www.derkindergottesdienst.de/kleinkinder/archenoah.htm

Hier hast du dann
- Die Geschichte selbst in einfacher Form,
- Ideen zum Material und zu Spielen, Basteln, Singen
- auch für dich und zur Umformulierung für die Kinder eine Kurzinterpretation zum Sinn

(Zitat): Gott ist treu. Durch den Regenbogen hat er das Noah gezeigt. Auch heute noch, wenn wir einen Regenbogen sehen, können wir an Gottes Treue denken. Gott ist treu in dem, was er gesagt hat, sein Wort ist wahr. Und Gott ist treu in seiner Liebe. Er steht zu uns, egal, was geschieht. Er liebt uns und nichts kann diese Liebe wegnehmen. Egal, was ist, wir können immer wieder zu Gott kommen, denn er steht treu zu uns, auch wenn wir untreu sind.

Bei einer Sache musst du noch genau sein: Dein Projekt ist eine Art Unterrichtsstunde. Hier ist das Ziel nicht die Einführung in einen Glauben, sondern die Information und die Auseinandersetzung mit einem Text. Das Gebet gehört also als „Ausführen einer religiösen Handlung“ nur hinein, wenn es sich direkt um eine konfessionelle Kindergruppe handeln sollte, für die eine „Katechese“ gehalten werden soll.

Außerdem gehört zur Genauigkeit, dass du nicht sagst: „Gott hat…“, sondern „In einer Geschichte der Bibel steht, dass Gott….“

Viel Erfolg – es ist bestimmt keine einfache Arbeit.

Hallo Y2JTruth,

Ich darf wiederholen (anlässlich der übrigen Kommentare hier):
Es muss dir selbst klar sein, dass es sich nicht um eine historische Begebenheit handelt, sondern dass es sich um eine von Orientalen verfasste Glaubensaussage in Form einer Sage handelt.

Die Geschichte geht zurück auf das babylonische Gilgamesch-Epos und ist vermutlich während der sog. Babylonischen Gefangenschaft der Juden im 6. Jahrhundert v. Chr. entstanden.

Der orientalische Schriftsteller will mit kräftigen Bildern eine Glaubenserfahrung darstellen - bis hin zur Vernachlässigung der historischen Tatsachen. Als Wahrheit wird der Sinn gesehen.

Der Westeuropäer - also wir - ist darauf versessen, eine historische, protokollarisch genaue Darstellung zu bekommen - bis hin zur Vernachlässigung des Sinnes. Als Wahheit wird dann die Historizität gesehen.

Dadurch kommen dann die sogenannten "Widersprüche" zur Wissenschaft, die keine sind.

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@Nadelwald75

Wann war nach der Bibel die Sintflut? 

Ca. im November / Dezember 2370 v. u. Z. — verblüffend: das ist die Zeit, in der bis heute besondere Feiertage für die Toten begangen werden.

Der biblische Sintflutbericht wurde 1513 v. u. Z. von Mose unter Inspiration Gottes geschrieben.

Das Gilgamesch-Epos wurde in Akkadisch auf Tontafeln festgehalten. Das, was man darüber weiß, stützt sich hauptsächlich auf einen Keilschrifttext aus der Bibliothek Assurbanipals (Regierungszeit 668-627 v. u. Z.) im alten Ninive.

Hier Auszüge aus dem Gilgamesch-Epos (Quelle: "Die Suche der Menschheit nach Gott"). Bitte vergleichen mit dem Bibelbericht und dann selbst Schlüsse ziehen:

"Das Epos beschreibt die Heldentaten Gilgameschs, der zu zwei Drittel Gott und einem Drittel Mensch oder ein Halbgott gewesen sein soll. 

In einer Version des Epos heißt es: "Die Mauer des umfriedeten Uruk ließ er bauen, vom heiligen Eanna, dem reinen Tempel, für Anu, den Gott des Firmaments, und für Ischtar, die Göttin der Liebe . . ., unsere Herrin der Liebe und des Krieges." 

Gilgamesch hatte aber nicht gerade eine angenehme Art. Die Einwohner Uruks beklagten sich bei den Göttern und sagten: "Nicht läßt Gilgamesch die Jungfrau zum Geliebten, die Tochter des Helden, die Gemahlin des Mannen."

Was unternahmen die Götter daraufhin? Die Göttin Aruru erschuf Enkidu, der der irdische Rivale Gilgameschs sein sollte. Sie waren aber keine Feinde, sondern wurden gute Freunde. 

Nach einiger Zeit starb Enkidu. Der bestürzte Gilgamesch schrie: "Werd ich nicht, sterbe ich, sein wie auch Enkidu? Harm hielt Einzug in meinem Gemüte, Todesfurcht überkam mich, nun lauf ich hin in die Steppe." 

Er wollte das Geheimnis der Unsterblichkeit lüften und begab sich auf die Suche nach Utnapischtim, dem Überlebenden der Flut, dem zusammen mit den Göttern Unsterblichkeit verliehen worden war.

Schließlich fand Gilgamesch Utnapischtim, und dieser erzählte ihm die Geschichte von der Sintflut. Auf der elften Tafel des Keilschrifttextes, die als die Sintfluttafel bekannt ist, berichtet Utnapischtim von den Anweisungen, die ihm hinsichtlich der Sintflut gegeben wurden. 

Sie lauteten: "Reiß nieder das Haus, baue ein Schiff, laß fahren Reichtum, suche Leben! . . . Führe allerlei Lebenssamen in das Schiff hinauf!" 

Utnapischtim konnte Gilgamesch aber keine Unsterblichkeit geben. Der enttäuschte Gilgamesch kehrte nach Uruk zurück. Der Bericht endet mit seinem Tod. 

Die traurige Tatsache, daß der Tod und der Eingang ins Jenseits unabwendbar sind, ist der Hauptgedanke, den das Epos vermittelt. 

Diese Leute des Altertums fanden nicht den Gott der Wahrheit und der Hoffnung. 

Es ist aber ganz offensichtlich, daß zwischen dem Epos und dem einfachen Bibelbericht über die vorsintflutliche Zeit eine Verbindung besteht."

Ich spare mir jetzt hier, die vielen Beweise aufzuzählen, die für eine Sintflut sprechen — auf Wunsch gern ...

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@OhNobody

Hallo OhNobody,

interessant und als Ergänzung zu meinem Kommentar, was du über das Gilgamesch-Epos bringst.

Zur Niederschrift der Noah-Geschichte liefert allerings ein Link zur Bibelwissenschaft andere Daten:

https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/mose/ch/5d463bad69ed228c129e66cf519cf08b/

Dein letzter Satz: Ich spare mir jetzt hier, die vielen Beweise aufzuzählen, die für eine Sintflut sprechen....:

Brauch auch nicht.  Wichtig ist die Aussage der Noah-Geschichte zum Glauben. Der Orientale nimmt grundsätzlich zu Sinnausgaben Geschichten. Die  können frei erfunden sein, können sich aus Tatsachen und Dazugedichtetem zusammensetzen, können auch historisch sein.

Ob die Sintflut historisch war oder nicht, das ist ein gern diskutiertes Thema, aber es nicht die Absicht des Verfassers und würde auch hier an der Fragestellung  vorbeigehen.

Also ganz gut, dass du dir das sparst.

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@Nadelwald75

So sehe ich das auch ... Dein Link scheint mir eher "Bibelkritik" zu sein ...

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@OhNobody

Nobody,

Dein angegebenes Datum ist eher zweifelhaft. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon die ägyptische Hochkultur und ein Teil der Pyramiden war schon erbaut. 

Wenn diene Angaben stimmen würden, könnten wir diese Pyramiden heute nicht mehr bestaunen .... 

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Nadelwald. Lass Ohnobody in Ruhe er ist Rentner und war in einem DDR-Gefängnis. Außerdem ist er der beste Mensch auf der Welt.

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@genetics2

Genetics2,

nun mach mich mal nicht besser, als ich bin. Ich bin so unvollkommen, wie jeder andere. Das DDR-Gefängnis war allerdings eine gute Schule im Üben von Zurückhaltung.

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...vielen Dank für den Stern!

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Ist die Lehrerin denn etwas korpulent, dass sie als Arche herhalten soll? Sie könnte auf allen vieren die Kinder auf ihrem Rücken tragen und umher krabbeln und dabei eine Pappmaché-Schiffsform tragen... wenn sie wirklich etwas korpulenter ist, könnte sie zum Spaß auch so tun, als würde sie die Kinder fressen wollen, damit die Kinder in die Arche kommen....Das würde die Kinder jedenfalls auch nicht weniger verstören, als die Geschichte wie Gott alle Menschen der Welt durch die Sintflut getötet hat ;)

Mein Thema ist die Arche Noah.

Gut. Dann erkläre den Kindern, dass es sich dabei um ein Märchern handelt, das mit der Realität nichts zu tun hat, erläutere, wie dieses Märchen in die Bibel gelangt ist und dass es mit den realen Fakten zur Artenentstehung nichts zu tun hat.

Zuerst müsstest du dich der Wahrheit zuliebe über die Sintflut kundig machen. Es handelt sich dabei nämlich um eine profane Naturkatastrophe im Zuge des Klimawandels, nach der letzten Eiszeit. Schauplatz war das damalige Mesopotamien, also der Nahe Osten. Es versteht sich somit von selbst, dass auf der Arche nur ortsansässige Tierarten Platz finden mussten. Es gibt ein gutes Buch zu diesem Thema, und zwar "Klima und Kulturen - die Geschichte von Paradies und Sintflut" von Elmar Buchner. Darin wird neben dem Wie, Wann und Wo der Sintflut auch der Garten Eden behandelt. Auch Paul Hengge kommt in seiner Bibelkorrektur auf beides zu sprechen.

Diese Version kindgerecht aufzubereiten, ist keine große Schwierigkeit. Dank ihrer gleichzeitigen Faszination und Schlichtheit ist sie für Kinder mindestens so gut nachvollziehbar wie die traditionelle, religiös verfloskelte. Eher besser.

Schade, dass Kinder immer noch im Sinne bronzezeitlicher Mythen indoktriniert werden.

Du willst Meinungen und Verbesserungsvorschläge? Gerne.

Bring ihnen lieber bei, dass nicht genug Wasser auf der Erde ist für eine globale Überschwemmung, dass zwei einer Art nicht für den Arterhalt reichen oder dass ein Gott, der die Menschheit bis auf ein paar Individuen  auf derart grausame Weise ausrottet, nur böse sein kann.

Als Erzieher ist es deine Aufgabe, junge Menschen auf die Welt vorzubereiten und nicht ihnen antike Mythen als Wahrheit zu verkaufen.


Meine Meinung - lass den Quatsch.
Kindern eine "religiöse" Vorstellung zu vermitteln, welche sie später auch mit veranlaßt ihre ganze rel. "Überzeugung" in die Tonne zu hauen ist völlig sinnlos.
Das Christentum hat mit solchen Erzählungen oder Mythen nichts am Hut.
Solcher Aktionismus ist mit der Grund dafür, daß sich (denkende !) Jugendliche später mit Grauen von der Kirche (bzw. dem Christentum) abwenden.
Und Schuld daran sind auch Menschen wie du, welche "Unglaubwürdigkeit" mit Christentum suggerieren.
Gut - du weißt es auch nicht besser - wird Zeit, daß du mal darüber nachdenkst.


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