Arbeitszeugnis, was ist die wahre Beurteilung?

7 Antworten

Man kann ein Arbeitszeugnis nur dann einigermaßen seriös bewerten, wenn man es vollständig liest, also von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum. Denn überall dort können Informationen enthalten sein, die für die Einschätzung eines Zeugnisses wichtig sind. Zu dem Auszug aus deinem Zeugnis kann man folgendes sagen:

Frau XY besitzt fundierte Fachkenntnisse.

Für sich genommen entspricht das einem "gut", das aber durch das nachfolgende "zufriedenstellende Lösungen" abgewertet wird.

Wir haben Frau XY als eine ehrliche und gewissenhafte Mitarbeiterin kennengelernt.

Da dein Zeugnis nicht vollständig ist, kann ich nur vermuten, dass du Kassenverantwortung hattest? In dem Fall ist der Ehrlichkeitsvermerk wichtig, wenn er der Wahrheit entspricht. Ansonsten ist er eher negativ zu sehen.

Frau XY hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.

Das entspricht einem "befriedigend".

Ich denke, dass da jemand nicht besonders viel Erfahrung im Zeugnisschreiben hatte. Einige Formulierungen sind sehr ungewöhnlich und ungeschickt. Wie ist der Rest des Zeugnisses? Es wäre hilfreich, wenn du das noch einstellen würdest.

"Frau XY besitzt fundierte Fachkenntnisse. Aufgrund ihres Fachwissens fand sie zufriedenstellende Lösungen."

Da ist wohl noch Luft nach oben. "Zufriedenstellende Lösungen" hört sich nicht gut an. Das liest sich nicht gut. Man ist zufrieden, mehr aber auch nicht.  Note 4-5, wenn man es benoten würde.


Grundsätzlich kann man ein Arbeitszeugnis nur dann beurteilen, wenn man es vollständig liest - von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum/Unterschrift, denn überall können sich versteckte Hinweise für den potentiellen neuen Arbeitgeber befinden, z.B. in der Reihenfolge der Auflistung der Tätigkeiten.

Insofern rate ich dazu, das Zeugnis noch einmal anonymisiert, jedoch vollständig (!) hier einzustellen - nur dann kann man endgültig sagen, in welcher Form es zu reklamieren ist bzw. Dir weitere HInweise geben.

Die bisherigen Textausschnitte lassen erkennen, dass der Zeugnisautor leider "null" Ahnung von der Formulierung eines Arbeitszeugnisses hat.

Würden zusätzlich noch Formfehler auftauchen, hätte man zumindest die Chance, neben der Fehlerkorrektur noch Einiges "nach oben korrigieren“ zu lassen.

Insgesamt sind bereits die Textausschitte so "unterirdisch", dass ich Dir dazu rate, Dir einen kompetenten Berater zu suchen, der Dich bei der Reklamation des Zeugnisses unterstützt, notfalls ein Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Dann werde ich gleich das Zeugnis meiner Schwester vollständig reinstellen

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