Arbeitszeugnis schlecht?

6 Antworten

Man kann ein Arbeitszeugnis nur dann abschließend beurteilen, wenn man es vollständig (von der Überschrift bis zur Unterschrift) liest.

Alles Andere ist mehr oder weniger "Kaffeesatzleserei", denn überall (z.B. in der Reihenfolge der Aufzählung der Tätigkeiten) können sich ungünstige Formulierungen bzw. versteckte Hinweise für potentielle neue Arbeitgeber befinden.

Die bisher bekannten Ausschnitte lassen nicht viel Gutes ahnen. Abgesehen von stilistischen Mängeln, sind einige Formulierungen einem Zeugnisgenerator entsprungen. Der Zeugnisautor hat sich demnach auch nicht viel Mühe gegeben, ein individuelles Arbeitszeugnis zu erstellen, und die ungünstige Schlussformulierung ist ein mittelschwerer "Tritt in den Allerwertesten".

Ich empfehle, das Zeugnis hier noch einmal vollständig einzustellen - dann sehen wir weiter.

Das Zeugnis hört sich erst einmal gut an. Diese Passage ist allerdings wichtig:

Der andere Text sagt, dass Du bei Bedarf bereit bist Verantwortung zu übernehmen, aber nicht der erste bist, der "hier"schreit.


"zufriedenstellender Weise" (=3)

"Auch für schwierigste Probleme fand und realisierte er jederzeit
wirksame Lösungen, die stets zu guten Arbeitsergebnissen führten. Wir
waren mit den Leistungen stets voll zufrieden."

"Die stets zu guten Arbeitsergebnissen führten" (=2-3)
"Vollen Zufriedenheit" (=2)


Sehr, sehr wichtig ist die Schlußformel. Tipperst Du die bitte noch einmal ein? Ist der Abschluß und da steckt der Teufel im Detail




"... scheidet mit dem heutigen Tag aus dem Unternehmen aus, da sein Arbeitsverhältnis mit Ablauf des befristeten Arbeitsvertrags endet. Wir danken ihm für seine Leistungen und wünschen ihm privat und beruflich weiterhin alles Gute und viel Erfolg." Aber wie ist bspw. das natürliche und korrekte Auftreten zu bewerten? Zudem schwankt die Bewertung doch stark. Erst heißt es, ich erkenne nur das Wichtigste und übernehme nur bei Bedarf (also sonst nicht?) zusätzliche Verantwortung, dann sei man mit mir stets voll zufrieden...

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@patrick222s

Die Passage: "danken ihm für seine Leistungen" müßte eigentlich heißen: "für die stets guten Leistungen" oder so ähnlich. Tut mir sehr leid, dass ich Dir nichts anderes schreiben kann. Was ist denn dort passiert? Wobei, ich habe einige Zeugnisse hier und diese auch alle analysiert. Dabei sind wir auch mit Bekannten zu dem Schluß gekommen, dass eine "1" unrealistisch ist.

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@patrick222s

Sie wünschen dir alles Gute und Erfolg. Hätten sie dir gute Gesundheit gewünscht, wärst du dauernd krank gewesen. 

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@perledersuedsee

Genau. Es ist nicht ein "Überfliegerzeugnis", aber die waren jetzt auch nicht böse zu Dir. Allerdings solltest Du beim nächsten Anschreiben/Vorstellungsgespräch bedenken, dass man Dich danach fragen wird, weshalb der Vertrag nicht verlängert wurde.

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Ich war früher mal selbst Abteilungsleiter und kenne die Zeugnissprache ein klein wenig.

Ich würde Dein Zeugnis - in Schulnoten - mit 2-3 bewerten. Also eigentlich ganz ok.

"Mit den Leistungen voll zufrieden" bedeutet eine klare 2. Eine 1 gibt es, wenn es "vollstens" heißen würde.

Also ich finde das Zeugnis insgesamt gut. Nicht überragend (damit meine ich Schulnote 1), sondern eben gut.

Leider deutet die Schlussformulierung auf eine 4 hin (kein Bedauern, keine gute Leistung!) "
"... scheidet mit dem heutigen Tag aus dem Unternehmen aus, da sein
Arbeitsverhältnis mit Ablauf des befristeten Arbeitsvertrags endet. Wir
danken ihm für seine Leistungen und wünschen ihm privat und beruflich
weiterhin alles Gute und viel Erfolg."
Oder was meinen Sie?

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