Arbeitszeugnis in der Probezeit?

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4 Antworten

Seit Juli bin ich einer Rechtsanwaltskanzlei tätig, daher noch in der Probezeit.

Das ist keineswegs logisch. Eine Probezeit ergibt sich nicht automatisch, sondern muss ausdrücklich vertraglich vereinbart werden. Zu deinem Zeugnis:

Die Leistungsbeurteilung an sich tendiert m. E. in Richtung "gut". Hast du Fachkenntnisse, die du anwenden musstest? Dann gehört das ins Zeugnis.


Die Tätigkeiten von Frau xx umfassten neben den üblichen Aufgabenbereichen einer Rechtsanwaltsfachangestellten im Wesentlichen das selbständige Schreiben von Schriftsätzen und Führung der Korrespondenz mit Mandanten, die Erledigung von Fristen sowie das eigenständige Erstellen von Kostenrechnungen.

Warum wird das nochmal wiederholt? Das wurde ja schon in der Aufgabenbeschreibung erwähnt und hat hier absolut nichts verloren.

Frau xx erledigte ihre Aufgaben mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit. Durch ihre umsichtige Arbeitsweise erzielte sie stets gute Ergebnisse.

Die geballte Erwähnung von Sorgfalt, Genauigkeit und umsichtiger Arbeitsweise macht mich ein wenig stutzig. Kann sein, dass das tatsächlich positiv gemeint ist, kann aber genau so gut sein, dass man dich als lahme Ente sieht.

die ihre Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigte.

Das deutet zwar auf ein "sehr gut" hin, passt aber nicht zu dem vorher gesagten, das in etwa ein "gut" war.

wegen ihres freundlichen Wesens und ihrer kollegialen Haltung bei Vorgesetzten und Mitarbeitern gleichermaßen beliebt und geschätzt. 

Das schätze ich als "gut" ein. Ich verwende diese Formulierung nicht, wenn ich Zeugnisse schreibe, deshalb kann ich mich in diesem Fall auch irren. Stutzig macht mich aber, dass Mandanten ausdrücklich nicht erwähnt werden. Gab es da Probleme oder hat der Zeugnisschreiber das "nur" vergessen?

Danach sollte eigentlich stehen, warum das Arbeitsverhältnis endete. Das fehlt hier!

Das Ausscheiden von Frau xx bedauern wir sehr und danken ihr für die geleistete, erfolgreiche Arbeit und gute Zusammenarbeit. 

Bis dahin "passt" die Schlussformel zu einem guten Zeugnis.

Für die Zukunft wünschen wir Frau xx beruflich und persönlich alles Gute.

Dieser Teil passt dagegen ganz und gar nicht. Da fehlen Erfolgswünsche und dir wird kein Erfolg bescheinigt. Mit anderen Worten: "Bei uns hatte sie keinen Erfolg und im nächsten Job hat sie bestimmt auch keinen." Ob das so beabsichtigt ist?

Nebenbei: Stimmt das Ausstellungsdatum mit dem letzten Tag des Arbeitsverhältnisses überein?

Auf jeden Fall ist das Zeugnis unvollständig und teilweise widersprüchlich...

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Kommentar von Hideaway
06.10.2016, 20:26

@DarthMario79, mir fallen, neben den von dir schon so gut herausgearbeiteten, noch ein paar andere Punkte auf.

Die Fragestellerin ist ausgebildete Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte und als solche eingestellt worden. Da irritiert mich der Satz:

Frau xx hat sich äußerst engagiert in ihre neuen Aufgaben eingearbeitet

Was ist für eine Fachkraft daran "neu"? Und weshalb braucht sie als solche eine "Einarbeitung"? Heißt "engagiert" auch "flott" (Stichwort: lahme Ente), gründlich und erfolgreich?

Was ist mit Fachkenntnissen? Wie werden die eingeschätzt und wie wurden die qualitativ und quantitativ eingebracht? 

Wie steht es mit Übersicht und Belastbarkeit?

Was ist mit dem Arbeitstempo und der Effizienz der Aufgabenerledigung?

Fragen über Fragen.

Wenn das mal wieder kein selbst zusammen geschraubter Entwurf ist.....

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Doch das ist schon ein sehr gutes Zeugnis. " stets gute Ergebnisse" ist zwar nur eine 2 in Schulnoten, aber das dürfte nicht das Problem sein.

Evtl. würde ich erwähnen, dass du auf eigenen Wunsch die Firma verlässt, auch wenn es indirekt doch da heraus geht.

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Kommentar von DarthMario72
06.10.2016, 11:26

aber das dürfte nicht das Problem sein

Richtig. Denn das Problem liegt bei diesem Zeugnis eher woanders.

Evtl. würde ich erwähnen, dass du auf eigenen Wunsch die Firma verlässt

Eventuell??? Das gehört auf jeden Fall dort hinein.

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Kannst Du es selbst schreiben?

Dann wäre der Satz "erzielte sie stets hervorrangende (alternativ sehr gute) Arbeitsergebnisse" eine 1. "gute Arbeitsergebnisse" entspricht einer 3.

Aber ansonsten ist das Arbeitszeugnis recht gu da Du ja in der Probezeit gekündigt hast. Das ist nämlich definitiv ein Minus. Aber wenn du bereits einen neuen Job hast und da lange bleibst macht das langfristig nichts im Lebenslauf. Es sollte halt kein Muster erkennbar sein ^^


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Kommentar von DarthMario72
06.10.2016, 10:10

Kannst Du es selbst schreiben?

Keine gute Idee.

da Du ja in der Probezeit gekündigt hast. Das ist nämlich definitiv ein Minus

Was soll daran negativ sein? Die Probezeit ist dafür da um herauszufinden, ob es "passt" oder nicht.

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Kommentar von Hideaway
06.10.2016, 20:29

Kannst Du es selbst schreiben?

Hat sie doch offenbar schon. War aber keine ganz so gute Idee. Vom Anwalt kann dieser Entwurf nach meinem Dafürhalten nicht stammen.
Das hat sie doch offenbar schon. War aber keine so gute Idee.

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Ist das vielleicht ein selbst geschriebenes Zeugnis?

Falls ja, welche Note strebst du an?

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