Arbeitszeugnis (FSJ) gut?

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5 Antworten

Man kann ein Zeugnis nur dann richtig beurteilen, wenn man es vollständig liest, also von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum und der Unterschrift. Denn überall dort können Informationen enthalten sein, die für die Bewertung des Zeugnisses wichtig sind. Auch wenn das Zeugnis hier nicht vollständig vorliegt, kann man folgendes dazu sagen:

Ich kann nirgends erkennen, dass es sich um eine befristete FSJ-Stelle handelt. Fehlt ein Beendigungsgrund, gibt das immer Anlass zu massiven Bedenken beim Leser.

Man beurteilt zuerst die Fachkenntnisse und danach die Leistung. In diesem Fall ist das also falsch herum geschehen. Deine Fachkenntnisse und deine Leistung werden "befriedigend" beurteilt, Die Zusammenfassung "Frau XY erfüllte ihre Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit" entspricht jedoch einem "gut". Das ist widersprüchlich.

Die Pünktlichkeit zu betonen war früher durchaus üblich, heutzutage geht man aber davon aus, dass das so eine banale Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben ist und deren Erwähnung eher negativ zu sehen ist

Dein Sozialverhalten wird ebenfalls mit "befriedigend" bewertet. "Jederzeit einwandfrei" würde einem gut entsprechen, "jederzeit vorbildlich" einem Sehr gut.

 Wir bedauern den Ausscheiden dieser jungen, tüchtigen Mitarbeiterin sehr usw....

Hier wäre gerade das "..." noch interessant gewesen. Aber schon der Anfang widerspricht m. E. dem durchschnittlichen Zeugnis. Laut deiner Aussage wurdest du ja danach übernommen. Das geht aus diesem Zeugnis nicht hervor, wäre aber als Info für den Leser sehr wichtig.

Ich wage zu behaupten, dass der Autor des Zeugnisses keinen blassen Schimmer davon hatte, was er da geschrieben hat. Aufgrund der vielen Mängel solltest du das Zeugnis auf jeden Fall beanstanden.

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nachdem, was du selber als Kommentar geschrieben hast, hättest du ein gutes bis sehr gutes Zeugnis bekommen müssen, das ist hier leider nicht so, wie "DarthMario" und "Hideaway" dir schon prima und ausführlich erklärt haben.

Arbeitszeugnisse gehören zu den wichtigsten Bestandteilen einer Bewerbung, sie dienen der Entscheidung von Personalern, ob man jemanden zum Gespräch einlädt.
Lass dir bitte ein neues ausstellen, begründen kannst du es ja jetzt.

Viel Erfolg!

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Das Zeugnis (soweit man das bei einem Ausschnitt überhaupt beurteilen mag), ist in sich nicht ganz schlüssig. Das mag daran legen, dass es nicht von einem "Profi" erstellt wurde. Vielleicht hat er es gut gemeint, aber irgendwie sehe ich eine gewisse Schieflage.

"Frau XY erfüllte ihre Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit." ist ein GUT (2).

"Frau XY wandte ihr erworbenes Fachwissen gekonnt an und erreichte damit gute Leistungen" ergibt ein BEFRIEDIGEND (3), ebenso deine Leistungsfähigkeit.

Für das Sozialverhalten ebenfalls  ein BEFRIEDIGEND (3), da hat es irgendwie gehakt. In der Teamfähigkeit besteht Verbesserungsbedarf. Die Erwähnung der Pünktlichkeit könnte darauf hinweisen, dass Mehrarbeit ungern geleistet wurde.

"Wir bedauern den Ausscheiden dieser jungen, tüchtigen Mitarbeiterin sehr......" (schade, dass der Rest der Dankesfloskel fehlt) erscheint üblicherweise bei einer guten oder sehr guten Beurteilung, was bei dir aber nicht durchgehend der Fall ist. Sehr irritierend ist es zudem, dass der Grund für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses fehlt. Das ist immer negativ zu bewerten.

Mehr als BEFRIEDIGEND (3) mit Tendenz nach oben ist es leider insgesamt nicht. Ich wäre als potentieller Arbeitgeber bei diesem Zeugnis vorsichtig und würde nähere Informationen beim Zeugnisersteller einholen.

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Anna0207 09.11.2015, 20:50

Ja, das ist ziemlich verwirrend. Zumal ich eine super Beurteilung seitens meiner Kollegen bekommen habe. 
Ich war immer pünktlich und hab ständig zusätzliche Dienste übernommen (da hab ich auch n riesen dankeschön vom chef bekommen). 

der grund des ausscheidens war einfach nur weil mein Freiwilliges Soziales Jahr sich dem ende hingeneigt hat ;) 
Mein Chef / Arbeitsstelle hat mich nach dem FSJ behalten...also kann ich ja gar nicht so schlecht gewesen sein wie es plötzlich da drin steht. 
Das Arbeitszeugnis wurde auch nicht vom Chef angefertigt sondern kommt von dem Team der Freiwilligendienste. 

Trotzdem danke! 

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Hideaway 09.11.2015, 20:53
@Anna0207

Unter diesen Umständen solltest du deinen Chef bitten, ein neues Zeugnis aufzusetzen, dass all diese Missverständlichkeiten ausräumt. Ich habe nur versucht, es so zu lesen, wie es ein unbefangener (künftiger) Arbeitgeber tun würde.

 sondern kommt von dem Team der Freiwilligendienste

Bei denen scheint noch erheblicher Schulungsbedarf zu bestehen.

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Nightstick 09.11.2015, 22:57
@Hideaway

So ist es - wer kein Ahnung vom Zeugnisschreiben hat, sollte es sein lassen!

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O.k. anscheinend bin ich nicht mehr am laufenden..... Wieder was dazugelernt :-)

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.... erfüllte ihre Aufgaben unserer VOLLSTEN ZUFRIEDENHEIT......,   das ist ein Super Arbeitszeugnis !!!!, das kannst Du auf jeden Fall beilegen :-) , alles Gute  !

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Hideaway 09.11.2015, 20:39

das ist ein Super Arbeitszeugnis

Diesen Optimismus kann ich als früherer Abteilungsleiter und Personalvertreter leider nicht teilen. Ja, die Zeugnissprache hat so ihre Tücken und die Verpflichtung zur "wohlwollenden" Abfassung hält manchen Fallstrick bereit.

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DarthMario72 09.11.2015, 21:51

erfüllte ihre Aufgaben unserer VOLLSTEN ZUFRIEDENHEIT

Das machst du nur daran fest? Dann möchte ich von dir kein Zeugnis bekommen. Dieses Zeugnis "glänzt" nämlich nur so vor Mängeln...!

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rotreginak02 10.11.2015, 12:18

@Abbrandler: nein, es ist kein "super Arbeitszeugnis", die Zeugnissprache hat so ihre Tücken und man merkt diesem Zeugnis deutlich an, dass der Verfasser ebenfalls keine Ahnung davon hat..sonst wäre es nicht so widersprüchlich formuliert...das ist wiederum schlecht für zukünftige Bewerbungen.

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