Arbeitszeugnis im 5. Monat ausstehend, kann man die Ausstellung erzwingen?

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3 Antworten

Du kannst zum Arbeitsgericht gehen und dort eine Klage auf Zeugniserteilung stellen ,entweder schriftlich od zur Niederschrift bei der Geschäftstelle, ein Anwalt ist hierzu nicht nötig ,dann folgt eine Güteverhandlung, meist endet das Verfahren dann und ist kostenlos, nur wenn dort keine Einigung zu Stande kommt , wird ein Termin zur Hauptverhandlung bestimmt und es gibt ein Urteil, aber auch hier sind die Kosten moderat, weil im Sonderfall der Arbeitsgerichtsbarkeit ,Auslagen der Gegenseite nicht erstattet werden müssen.

Ok wenn Du einen Anwalt nimmt und dem Rechtsstreit gewinnst werden auch Dir die Kosten der ersten Instanz nicht erstattet, aber da dieser nicht nötig und wenn Du Schwierigkeiten beim ausformulieren hast ,einen Termin dort beim Rechtspfleger machen und den Antrag auf Zeugniserteilung zur Niederschrift geben.

5 Monate sind aber schon krass und lassen nicht mehr auf ein besonders gutes Verhältnis(Verhalten des Arbeitgebers schließen. Deshalb brauchst Du keine Rücksicht mehr zu nehmen.

Als Erstes musst Du dem Arbeitgeber eine Frist setzen, mit dem Hinweis auf Weiterungen, wenn das Arbeitgeberzeugnis nicht bis "dann und dann" vorliegt.

Danach kannst gehst Du zum Rechtsanwalt, die Kosten wird dann Dein ehemaliger Arbeitgeber tragen müssen. Und wenn das Zeugnis nicht zu Deiner Zufriedenheit ausfällt, kann der TA direkt am Arbeitsgericht weiter machen.

(Zitat): "... zum Rechtsanwalt, die Kosten wird dann Dein ehemaliger Arbeitgeber tragen müssen." (Zitat Ende)

Das ist leider falsch!

° Ohne Arbeitsgerichtsverfahren muss der Fragesteller den RA sowieso bezahlen.

° Mit Arbeitsgerichtsverfahren muss der Fragesteller den RA (zumindest in der ersten Instanz) auch selber bezahlen - ein Grundsatz bei Arbeitsgerichtsverfahren!

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@Nightstick

Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Mit dem er sich übrigens auf eine neue Arbeitsstelle bewerben muss. Ein Fehlen des Arbeitszeugnisses wäre grundsätzlich nachteilig.

Der Arbeitgeber hat eine Verpflichtung, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen, üblicherweise zum Zeitpunkt des Ausscheidens des Arbeitnehmers.

Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach, hat er schuldhaft gehandelt. Dass ein Arbeitnehmer nach wiederholter Aufforderung an den Arbeitgeber, ein Zeugnis auszustellen, seinen RA in diesem Fall selbst bezahlen muss, kann nicht stimmen.

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@TheoBN

Leider hast Du von dieser arbeitsrechtlichen Materie kaum ein Ahnung, weshalb Du Dich zurückhalten solltest:

1. Der Arbeitgeber hat nur auf Verlangen des ausscheidenden Arbeitnehmers ein Arbeitszeugnis zu erstellen (§§ 109 GewO, 630 BGB). Ausnahme: Beendigung einer Berufsausbildung (§ 16 BBiG).

2. Das mit der Bezahlung des Rechtsanwalts stimmt !!!!!!!!!!

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@Nightstick

"2. Das mit der Bezahlung des Rechtsanwalts stimmt !!!!!!!!!!"
Letzter Einwand: 

Ein Arbeitgeber zahlt dem AN das letzte Gehalt nicht, angenommene 1.500€ netto.

Der AN zieht vor das AG mit Anwalt und bekommt recht. Das erstrittene Gehalt kann er doch gleich an den RA weiterreichen!??

*ein letztes Mal ungläubig! :-)

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@TheoBN

Für Arbeitszeugenisse ist nicht das Amtsgericht sondern das Arbeitsgericht zuständig. 

In I .Instanz besteht kein Anwaltszwang 

Denn vor dem Abeitsgericht werden Auslagen nicht erstattet ,das heisst ,wenn Anwälte eingeschaltet sind , trägt jeder seinen Anwalt selbst in Gegensatz zu anderen Gereichtstypen. 

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Hast Du einmal versucht mit Deinem ehemaligen Chef zu telefonieren und diesen zu bitten doch noch einmal bei der Personalabteilung zu intervenieren?

Habe ihn vor ein Paar wochen getroffen, er sagt in der Perso gehe es "drunter und drüber" und konnte mir nichts neues sagen

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@ich500

Nachdem nun wieder Wochen verstrichen sind, solltest Du ihn noch einmal anrufen und Dein Zeugniss anmahnen.

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@wilees

Nein, alles nur noch schriftlich und nachweislich (z.B. durch Einwurf-Einschreiben) !!!!!

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@Nightstick

Gehe gleich zum Arbeitsgericht ,wie lange willst Du noch warten ?

Wer zu lange warte hat auch verloren ,7st zwar hier noch etwas Zeit aber 2 Jahre nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses ist das erteilen eines Zeugnis ,bzw dessen Berichtigung verwirkt .

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@Schlauerfuchs

Das ist leider auch falsch!

Ein Zeugnisanspruch ist grundsätzlich nach Ablauf der dreijährigen Frist gemäß § 195 BGB erloschen!

ABER: Wenn der Fragesteller ein qualifiziertes Arbeitszeugnis haben möchte, so kann er dies nur maximal innerhalb von sechs Monaten nach Ausscheiden fordern.

Nur dann, wenn er nachweisen kann, wann und wie er sein Zeugnis angefordert hat, bzw. wann und wie er seinen Ex-Arbeitgeber jeweils daran erinnert hat, könnte sich die genannte Halbjahresfrist u.U. verlängern.

Fazit: Es ist Eile geboten!

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