Arbeitszeugnis - gut oder schlecht? Versteckte Hinweise oder nicht?

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13 Antworten

Das ist so ziemlich das schlechteste Zeugnis, das ich seit langem gelesen habe.

Deutliche Zeichen für ein unterdurchschnittliches Zeugnis sind hier: 

1.es wurde durchgängig nur in knappen, abgehackten Sätzen verfasst und die Aufgaben  nicht einmal ausführlich aufgelistet.

2. Passivformulierung: " sie wurde mit ... beschäftigt"

3. Das Mittel des Weglassen von wichtigen Details ist mehr als offensichtlich, und zeigt immer geringe Wertschätzung. Wenn man nichts Positives zum Arbeitnehmer schreiben kann oder will, dann lässt man es halt weg: kein Wort zu Arbeitsmotivation, Erfolg, Arbeitsweise, keine Gesamtbeurteilung, keine Beurteilung zum Sozialverhalten, kein Ehrlichkeitsvermerk! Dieser gehört bei Kassiertätigkeit zwingend darein. 

4. "Pünktlich und zuverlässig" .... sind selbstverständliche Grundvoraussetzungen für jeden Arbeitnehmer. Daher erwähnt man die bei guten Zeugnissen erst gar nicht. Bei schlechten schon: entweder hatte deine Tochter nicht mehr zu bieten..oder man will betonen, dass sie auch immer "pünktlich" gegangen ist.

Usw....auch die Schlussformulierung ist mehr als deutlich für alle zukünftigen Arbeitgeber: kein Bedauern, kein Dank.... und nur gute Wünsche für die Zukunft....tja, die wird deine Tochter wohl brauchen.

In einem Kommentar schreibst du, dass deiner Tochter ein "wohlwollendes" versprochen wurde. Zu deiner Info: ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend formuliert werden, auch bei Zeugnissen, die einer 4 oder 5 gleichkommen. Deshalb hat sich die Zeugnissprache so entwickelt, dass sich alles positiv liest, aber wer die Zeugnissprache beherrscht, genau versteht, was die Aussage bedeutet. Da zählt jedes geschriebene Wort, und ganz besonders auch jedes Weggelassene.

Tut mir leid, dieses Zeugnis ist für die Tonne...

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Grundlegend werden Pronomen wie "Ihr" und "Sie" nur gross geschrieben, wenn der Text sich inhaltlich anredend an die Person wendet. ( "... Frau Mustermann....ich habe mich bei Ihnen beworben " ) oder ( " in diesem Zuge hat sie sich bei uns beworben " )

Inhaltlich würde ich dieses Zeugnis eher als "befriedigend" bis "ausreichend" bewerten, weil mit der Aussage :

" Frau XY war eine pünktliche und zuverlässige Mitarbeiterin. "

nur Eigenschaften angegeben werden, die jeder Arbeitgeber als Grund-Voraussetzung betrachtet und somit regulär nicht sonderlich ohne wirkliche Belobigungen wie fleissig, engagiert, hilfsbereit, freundlich ... äussert. 

Das hört sich somit eher an wie " sie hat Dienst nach Vorschrift geleistet ". 

Untermauert wird dieser Eindruck durch das "fehlende Bedauern" des Ausscheidens aus dem Betrieb. 

Somit tendiere ich hier eher gegen "ausreichend" , weil weder Lob, aber wenigstens auch nichts konkret "negatives" aufgeführt wurde. 

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Dieses Zeugnis ist grottig!

Selbst für eine Verkaufshilfe ist es viel zu knapp und zu kurz. Wesentliche Beurteilungspunkte sind nicht nur etwa negativ, sondern überhaupt nicht formuliert.

Man kann das Zeugnis in seiner Kernaussage zusammenfassen: "Sie war anwesend."

Aus dem Zeugnis lese ich, dass man von ihren Leistungen nicht begeistert war. Es reichte aber, dass sie knapp drei Jahre dableiben durfte.

Letztenendes wurde sie aber gefeuert und man bedauert das nicht im Geringsten.

Außerdem glaubt der Arbeitgeber nicht, dass sie so leicht eine neue Stelle finden wird.

Ich würde jemanden mit so einem Zeugnis nicht einmal zum Gespräch einladen.

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Kommentar von Lsszz
02.08.2017, 19:51

Lieben Dank für die ehrliche Meinung! Dann wird sie wohl doch sagen müssen, dass sie mit dem Zeugnis nicht zufrieden ist. Ihr wurde ein "wohlwollendes Zeugnis" zugesichert.

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Hier wird von deiner Tochter in der 3. Person gesprochen, deshalb gehören "sie" und "ihr" klein.

Ansonsten würde ich das nur bedingt als Arbeitszeugnis betrachten. Entweder hat die Person, die es ausgestellt hat, wenig Erfahrung mit dem Verfassen solcher Zeugnisse oder es hat seinen Grund, weshalb eigentlich nichts drin steht.

Sie war da, sie ist wieder weg, alles Gute woanders. Da muss man sich nicht einmal groß anstrengen, um wenig Trauer hineinzulesen.

Frag mal deine Tochter, ob sie tatsächlich pünktlich war. Nachdem sonst nichts über ihre Leistung geschrieben wurde, kann man zwei Varianten hineinlesen: 1. Sie war rechtzeitig da, das war aber auch schon alles. 2. Es steht sonst nichts drin, das wird betont, d.h. unter Umständen war nicht einmal das der Fall.

Ehrlich gesagt würde ich mir gründlich überlegen, ob ich so ein Zeugnis einer Bewerbung beifügen würde.

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Kommentar von Lsszz
02.08.2017, 19:47

Ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass meine Tochter eine sehr zuverlässige und pünktliche Person ist. Außerdem kam sie mit jedem im Betrieb klar, außer ihrer neuen Chefin, die natürlich dieses Zeugnis verfasst hat.

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Hallo.

Das Zeugnis bitte nicht nehmen zum Bewerben.

Die anderen haben fast alles geschrieben

Was mich auch stört ,ist  Frau  XY schied zum 31.Mai 2017 aus unserm Unternehmen aus.

Nach meiner Meinung ist das für ein Todesnachruf schied  ... aus.
Für den Betrieb gestorben.

Tut mir Leid, es so zu schreiben, aber so würde es bewertet.

Ich vermute mal, der Schreiber hat keine Ahnung vom Zeugnis schreiben.

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Wegen der Ihr und Sie Großschreibung: Hier natürlich nicht, da ja keine direkte Ansprache erfolgt (1. Person), sondern über sie gesprochen wird (3. Person). Das hat nichts mit Änderungen zu tun, sondern das war schon immer so.

Das Zeugnis ist keineswegs überragend. Es entspricht etwa der Note "Ausreichend" oder sogar schlechter.

Der Schlüsselsatz:

Frau XY war eine pünktliche und zuverlässige Mitarbeiterin.

Ist sehr, sehr knapp und "hölzern" formuliert und dort ist auch nur Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit erwähnt, sodass eindeutig klar wird, gelinde gesagt, dass das Zeugnis nur der Form dient und keinesfalls eine gute Note darstellen soll.

Eine bessere Note wäre etwa: "Frau XY erledigte die ihr gestellten Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit"



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zuerst einmal Sie und Ihr wird groß geschrieben halt Anrede, so wie ich es gerade geschrieben habe. Außer das Sie pünktlich und zuverlässig war geht nichts überragendes hervorgehoben. Z. B. Im Verkauf beriet Frau XY unsere Kunden zu unserer vollen Zufriedenheit, oder ähnliches. Also habt ihr ein 

08/15 Zeugnis. Eher befriedigend als gut, wenn nicht sogar nur ausreichend.

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Kommentar von rotreginak02
02.08.2017, 21:14

1. Sie und Ihr wird in der 3. Person nicht groß geschrieben.

2. Das ist nicht einmal ein 08/15 oder befriedigendes Zeugnis, sondern unterdurchschnittlich. Siehe Erläuterungen in meiner Antwort.

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Bei einen 450€ Job gibt es gar keinen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Ansonsten ist das Zeugnis rechtlich auch nichts in Ordnung.

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Kommentar von Mojoi
02.08.2017, 20:05

Es gibt immer ein Anspruch auf ein Arbeitszeugnis bei einer abhängigen Beschäftigung.

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Man schreibt es nicht groß, weil es keine persönliche Anrede ist...

Insgesamt enthält das Zeugnis allerdings sehr wenig, m.A.n. zu wenig

Frau XY war eine pünktliche und zuverlässige Mitarbeiterin.

( so wie viele andere auch...)

Und sonst ?

Wie kam sie bei Kunden und Mitarbeitern an ?

Wie war ihr Engagement insgesamt ? Arbeite sie mit Begeisterung und Freude ?

Bedauert die Firma ihr Ausscheiden ?

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Das ist kein Zeugnis sondern ein Witz. Dieses Zeugnis kann in die Tonne.

Das Zeugnis sagt aus sie war da. 

Deinen Tochter muss nicht besonders gut gearbeitet haben. Mit diesen Zeugnis stellt sie niemand ein.

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Kommentar von Nightstick
02.08.2017, 21:06

Nicht in die Tonne, sondern unbedingt fachgerecht (!) reklamieren - notfalls mit Hilfe eines Arbeitsgerichtsprozesses, weil es eine wesentliche Zeitstrecke in ihrem beruflichen Werdegang darstellt!

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Da fehlt vor allem das Wörtchen "ehrlich". Und mit den Mitarbeitern, Kunden und Chefs ist sie wohl auch nicht klargekommen. Ist sie gekündigt worden oder hat sie gekündigt?

Nein, ihr und sie wird in keinem Fall großgeschrieben.


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Kommentar von Lsszz
02.08.2017, 19:45

Sie ist mit allen sehr gut klar gekommen, außer mit ihrer letzten Chefin. Was dann letztenendes dazu geführt hat, dass mehrere Mitarbeiter rausgeworfen wurden, die ihr nicht in den Kram passten, weil sie auch mal ihr Mund aufgemacht haben. Nicht nur meine Tochter.

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Hallo,

"ihr" und "sie" werden nur bei der formalen Anrede groß geschrieben, nicht, wenn damit eine Frau in der 3. Person gemeint ist.

Viele Grüße

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Das Zeugnis ist Standard. Eher eine 3. Nicht gut, nicht schlecht. Nichts berauschendes. Eben nur Aushilfe. 

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Kommentar von Menuett
02.08.2017, 19:42

Nein, das ist keine 3. Nicht mal wirklich eine 4 ist das.

Und dass bei einer Kassiererin das Wort "ehrlich" nicht vorkommt, das ist ein Hammer.

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