Arbeitsvertrag rückwirkend unterschreiben?

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2 Antworten

Wäre der Vertrag mit Datum vom 17.2.2016 überhaupt gültig /befristet?

Nein!

Ein befristetes Arbeitsverhältnis kommt erst dann zustande, wenn
der entsprechende Arbeitsvertrag mit beiden Originalunterschrift vor
Vertragsbeginn geschlossen wird!

Erstens: Wenn die erste Befristung bis Ende Dezember ging und Du mit Wissen und Duldung des Arbeitgebers danach - also über das Befristungsende hinaus - weitergearbeitet hast, dann bis Du in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, siehe das Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG § 15 "Ende des befristeten Arbeitsvertrages" Abs. 5:

Wird das Arbeitsverhältnis nach Ablauf der Zeit, für die es eingegangen
ist, oder nach Zweckerreichung mit Wissen des Arbeitgebers fortgesetzt,
so gilt es als auf unbestimmte Zeit verlängert, wenn der Arbeitgeber
nicht unverzüglich widerspricht oder dem Arbeitnehmer die
Zweckerreichung nicht unverzüglich mitteilt.

Zweitens: Du stehst außerdem auch deshalb in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, weil die Verlängerung der ersten Befristung vor Beginn schriftlich hätte vereinbart werden müssen, siehe TzBfG § 14 "Zulässigkeit der Befristung" Abs. 4:

Die Befristung eines Arbeitsvertrages bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform.

Wird die Befristungsvereinbarung (Verlängerung) nachträglich schriftlich getroffen, ändert das nichts daran, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis entstanden ist.

Du kannst also beruhigt erst einmal - nachträglich - die neue Befristungsvereinbarung unterschreiben, solltest aber erst einmal nicht darauf bestehen, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis entstanden ist; den Stress musst Du Dir nicht jetzt schon antun - Du hast ja erlebt, wie der Arbeitgeber reagiert.

Du kannst dann gegen Ende der neuen Befristung (Dezember 2016) die Entfristung Deines Arbeitsverhältnisses gegenüber Deinem Arbeitgeber behaupten (aus den genannten zwei Gründen) oder arbeitsgerichtlich feststellen lassen.

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Kommentar von Linda0009
18.02.2016, 20:48

Vielen dank für diese ausführliche Antwort ;) das hilft mir sehr. Vor allem beruhigt es :) lg 

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Kommentar von DerSchopenhauer
18.02.2016, 21:48

Perfekte Darlegung der Situation!!!

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Warum solltest Du es Dir "verscherzen", wenn Du den Vertrag nicht unterschreibst?

Du hast jetzt einen unbefristeten Arbeitsvertrag und wenn Du nicht gerade in einem Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften arbeitest, greift das Kündigungsschutzgesetz. So ohne weiteres wird man Dich jetzt nicht kündigen können.

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Kommentar von Linda0009
18.02.2016, 20:36

Weiß nicht warum ich es mir verscherzen könnte. Es war glaub einfach eine Reaktion darauf. Weil sie nicht damit gerechnet hätte.

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