Arbeitsvertrag auf Grund von zu vielen "Fehlzeiten" nicht verlängert. Rechtens?

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18 Antworten

Ich gehe mal davon aus, dass du einen zeitlich befristeten Arbeitsvertrag nach Paragraph 14 Abs. 2 TzBfG hast. Sprich die Zeit ist nach dem Kalender bestimmt und nicht durch einen sachlichen Grund im Sinne des Paragraphen 14 Abs. 1 TzBfG begründet.

Wenn dem so ist, steht es dem AG frei, ob er dich weiter beschäftigt oder nicht. Er muss dies nicht einmal begründen.

SollteSt du aber beim selben AG bereits länger als zwei Jahre oder häufiger als dreimal zeitlich ohne sachlichen Grund befristet worden sein, hast du einen unbefristeten Vertrag (Paragraph 14 Abs. 3 und 16 TzBfG).

Zu viele Fehltage anzugeben ist immer relativ, da viel eine persönliche Einschätzung ist. Auch einen Schnitt von Land oder Bund anzugeben ist m.E. nur relativ zu betrachten. Vielmehr wäre ein Schnitt des Unternehmens sinnvoller und von diesem ca. 30% bilden, der dann darüber liegen muss, um viel sagen zu können. Aber nichtsdestotrotz würde dir das rechtlich nicht weiterhelfen, da der Vertrag nicht fortgesetzt werden muss.

Auch der Betriebsrat kann grundsätzlich erstmal nichts gegen diese Entscheidung machen, da das BetrVG explizit nichts dazu vorsieht (vgl. Paragraph 91 BetrVG). Ggf. kann man dies weiter auslegen und als Fall der Personalplanung sehen und als besondere Härte nach Paragraph 92 Abs. 1 BetrVG. Das muss aber der Betriebsrat für sich entscheiden.

Im Übrigen ist Krankheit ein Kündigungsgrund. Wahrscheinlich sogar der häufigste Grund der personenbedingten Kündigung. In größeren Unternehmen kommt dieser aber nicht mehr allzu häufig zum Einsatz, da die Voraussetzungen immer mehr werden, umso größer das Unternehmen ist.

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Kommentar von Familiengerd
03.03.2017, 13:27

oder häufiger als dreimal zeitlich ohne sachlichen Grund befristet

So nebenbei und um genau zu sein: viermal, das befristete Arbeitsverhältnis selbst und drei Verlängerungen - wenn nicht die Ausnahmen (Alter, Neugründungen) oder Tarifverträge längere Zeiten und häufigere Verlängerungen erlauben.

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Hat jemand von euch vielleicht eine Ahnung ob ich da vielleicht über den Betriebsrat oder irgendwie anders etwas erreichen könnte?

Das bezweifle ich.

Befristete Arbeitsverträge laufen einfach aus. Es gibt für den Arbeitgeber keine Verpflichtung zur Verlängerung, bzw. unbefristeten Übernahme. Der AG muss nicht einmal begründen, warum ein Arbeitnehmer nicht weiter im Betrieb arbeiten darf. Da ist es irrelevant, dass wegen dieser Anzahl von Krankheitstagen i.d.R. nicht gekündigt werden darf (außer in Kleinbetrieben oder wenn der AN noch nicht länger als sechs Monate im Betrieb ist, da hier das Kündigungsschutzgesetz nur in wenigen Ausnahmen greift).

Der Betriebsrat hat kein rechtliches Mittel eine Verlängerung/Übernahme zu erzwingen. Er braucht, anders als bei Kündigungen, nicht informiert, geschweige denn gefragt werden, wenn ein Vertrag ausläuft und der AN nicht weiter beschäftigt wird.

Es ist sehr schade, dass manche Arbeitgeber alleine auf Krankheitstage schauen (wenn es denn so ist). Hier wäre ja die Möglichkeit einer Verlängerung der Befristung gegeben aber wenn der AG das nicht möchte, sehe ich leider keine Möglichkeit daran etwas zu ändern.

 

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Leider ist der AG ja nicht dazu verpflichtet mich zu verlängern

Genau so ist es. Der Vertrag läuft aus und damit hat das Unternehmen seine vertragliche Pflicht erfüllt. Dafür brauch es keinerlei Begründung oder sonstiges.

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Also erstmal vielen Dank für die vielen Antworten in dieser kurzen Zeit, leider zwar alles genau das was ich befürchtet habe, aber was solls.

Wenn ich hier lese ich würde zur "bei Schnupfen krank" Fraktion gehören oder 14 Fehltage wären viel krieg ich das kotzen. Ich wiederhole gerne noch einmal für diese Leuchten, ich arbeite in einem PHARMAUNTERNEHMEN, im  Reinraumbereich und komme mit gefertigten Ampullen auch nach Sterilisation in Kontakt, ganz streng genommen dürfte ich also rein theoretisch nicht mal mit dem Verdacht auf einen Schnupfen dort erscheinen!

Wie schon gesagt, das erste halbe Jahr hatte ich wirklich Pech, die Umstellung für meinen Körper auf das vollkontinuierliche Schichtsystem hat meinen Körper und Kreislauf glaube ich ziemlich zu schaffen gemacht und aus meinem Türkeiurlaub hab ich mir nette kleine Salmonellen mitgebracht, da hätte ich nicht mal die Fahrt zur Firma überstanden.. ich bin sicher keine faule Sau oder jemand der seine Arbeit nicht macht und auch kein Kollegenschwein, was das zweite halbe Jahr denke ich auch gut zeigt, aber nun gut, ändern kann ich an dieser Entscheidung nun eh nichts mehr und das Leben geht weiter.

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14 Tage finde ich sehr viel. Die meisten haben 0 bis 3 Tage. Aber wenn du etwas spezielles hattest und da alles im ersten Halbjahr war kannst du mt ihnen reden. 

Es gibt nun Mal Arbeitnehmer, die schon bei der Andeutung eines Schnupfens krank sein wollen. Die will man dann eben los werden. Gerade bei einem befristeten Vertrag muss man darauf achten, dass ein solcher Verdacht gar nicht aufkommt. Notfalls taucht man Todkrank auf und lässt sich heimschicken.

Ist keine Kritik an dich nur ein Vorschlag für deine Argumentation, wieso du ganz sicher nicht dazu gehörst.

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Kommentar von Rheinflip
03.03.2017, 03:45

13 Tage sind der Bundesdurchschnitt. 

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Kommentar von Familiengerd
03.03.2017, 12:36

14 Tage finde ich sehr viel. Die meisten haben 0 bis 3 Tage.

Das ist einfach nur Unsinn!

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Die Nichtverlängerung eines befristeten Vertrags hat nichts mit einer Kündigung zu tun. Der Vertrag läuft nun mal verzragsgemäß zu diesem Zeitpunkt aus. 

Wenn Dein Arbeitgeber ihn nicht verlängert / verlängern will ist es sein gutes Recht, egal aus welchen Gründen. Auch wenn alle anderen Verträge verlängert werden.

Das er Dir den Grund nennt, ist eigntlch nett. Dann weist Du wenigstens warum.

Und ganz ehrlich, 14 Fehltage in 10 Monaten sind (sehr) viel. Damit liegst Du weit über dem Durchschnitt. Da wundert es mich nicht, dass Dein Vertrag nicht verlängert wird.

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Kommentar von PeterSchu
03.03.2017, 10:32

"Und ganz ehrlich, 14 Fehltage in 10 Monaten sind (sehr) viel."

Das kann ich nicht bestätigen. Der Durchschnitt lag meinens Wissens 2016 bei 12,6 Tagen, und das ist kein gewaltiger Unterschied. Und ein Durchschnitt setzt sich immer zusammen aus Werten die darunter, und Werten, die darüber liegen. Man kann nich alle Werte über dem Durchschnitt als "viel" bezeichnen.

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Kommentar von Familiengerd
03.03.2017, 12:30

Und ganz ehrlich, 14 Fehltage in 10 Monaten sind (sehr) viel. Damit liegst Du weit über dem Durchschnitt.

Das ist schlichtweg völliger Unsinn!

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Niemand kann mich als Arbeitgeber zwingen einen befristeten Vertrag zu verlängern.

Fertig aus.

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Du hat einen befristeten Vertrag, damit besteht kein Anspruch auf Vertragsverlängerung, der Arbeitgeber müsste nicht mal Gründe nennen warum er nicht verlängert ...

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Du hast keinen Anspruch auf eine Verlängerung bzw. einen Neuvertrag.

Befristete Verträge sind heute nicht umsonst üblich. Die Firma will sicherstellen, dass sie sich nicht dauerhaft einen unerwünschten Mitarbeiter ans Bein binden muss.

Wenn Du etwas Spezielles hattes (z. B. Lungenentzündung oder einen Unfall) kannst Du nichts für Deine gehäuften Fehlzeiten und der Arbeitgeber kann davon ausgehen, dass diese Sache einmalig war. In diesem Fall kannst Du mit Deinem Vorgesetzten reden, ob er Dich nicht doch weiter beschäftigen möchte. Der Betriebsrat ist schön und gut, hat aber da kein Mitspracherecht.

Da man Dich gehen lässt, gehörst Du aber wohl eher zur "bei Schnupfen krank"-Fraktion. Da musst Du Dich nicht wundern.

Sei froh, dass man Dir den Grund für den Vertragsauslauf nennt und nimm es als Lehre für Dein weteres Berufsleben. Sei beim nächsten Arbeitgeber etwas weniger wehleidig.

Natürlich musst Du zu Hause bleiben, wenn Du ernsthaft krank oder ansteckend bist.

Nur mal so als Denkanstoß: die Personaldecke ist heute überall dünn. Wenn Du krank machst, müssen Deine Kollegen für Dich mit arbeiten. Gerade in Stoßzeiten braucht man das so dringend wie Fußpilz.

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Kommentar von Familiengerd
03.03.2017, 12:20

Deine gehäuften Fehlzeiten

Wie kommst Du hier auf eine solche Behauptung, dass es sich um "gehäufte" Fehlzeiten handeln würde?!?!

Sei beim nächsten Arbeitgeber etwas weniger wehleidig.

Was für ein Blödsinn ist das denn?!?!

Wenn Du krank machst, müssen Deine Kollegen für Dich mit arbeiten. Gerade in Stoßzeiten braucht man das so dringend wie Fußpilz.

Eine Erkrankung sucht man sich ja auch gerne aus, weil sie so großen Spaß macht!

Diese Aussagen in Deiner Antwort sind eine unverfrorene Anmaßung!

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Befristung heißt: Der Arbeitgeber kann verlängern oder nicht. Dazu braucht er nur eine Entscheidung, sonst nichts.

Ganz wichtig: Melde dich so früh wie möglich arbeitslos. Lass dir bestätigen, dass dein Vertrag nicht verlängert wird. Schreibe Bewerbungen, lass dich nicht runterziehen und mach deinen Job bis zum Schluss so gut wie möglich. Du bekommst ein Zeugnis, denk dran. 

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Leider ist das so, dass bei befristeten Arbeitsverträgen der AG entscheidet,ob er das Vertragsverhältnis fortführen möchte, oder beenden. Er muss dazu nicht mal einen Grund angeben, warum er das Arbeitsverhältnis beendet. Auch ein Betriebsrat kann die Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht aufheben.

Wenn der AG die Beendigung des Vertragsverhältnisses wegen deiner Fehlzeiten begründet ist das seitens des AG nicht besonders gut überlegt, ändert aber nichts daran, dass es in seinem Ermessen liegt, ob er das Arbeitsverhältnis beendet oder dich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übenrimmt. In deinem Falle hat er sich gegen dich entschieden und somit ist der 31.03.2017dein letzter Arbeitstag in dieser Firma.

Die befristeten Arbeitsverhältnisse wurden ja deshalb eingeführt, dass den Arbeitgebern Klagen vor einem Arbeitsgericht erspart bleiben, die es bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen gäbe, so eine Kündigung ausgesprochen wird.

Fast jede grössere Firma bietet Bewerbern zunächst mal einen befristeten Arbeitsvertrag an. In dieser Zeit kann der AG feststellen, ob der neue Mitarbeiter den Ansprüchen der Firma gerecht wird oder nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass Fehlzeiten bei der Entscheidungsfindung, ob ein Vertrag beendet oder verlängert wird, bzw. eine Übernahme erfolgt, eine Rolle spielt.Das aber muss der AG nicht angeben.

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Kommentar von Familiengerd
03.03.2017, 12:33

Fast jede grössere Firma bietet Bewerbern zunächst mal einen befristeten Arbeitsvertrag an. In dieser Zeit kann der AG feststellen, ob der neue Mitarbeiter den Ansprüchen der Firma gerecht wird oder nicht.

Dafür sind nicht zeitbefristete Arbeitsverhältnisse da, sondern die Probezeiten!

Im Übrigen ist Deine Aussage, dass "fast jede größere Firma" so verfahren, nichts weiter als eine bloße Behauptung!

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Was glaubst du, warum du nur einen befristeten Vertrag bekommen hast? Damit man dich eben wieder loswerden kann, wenn du zu viel fehlst, oder es andere Problem gibt!

Wie kommst du auf die Idee, der Betriebsrat könnte dir da helfen?

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Betriebsrat ist eine gute Idee.  Allerdings kann er nur Einfluß nehmen,  generell sind die Verlängerungen nicht Mitbestimmungspflichtig. 

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An sich ist das natürlich rechtens, weil es hier um eine (Nicht-)verlängerung geht und nicht um eine Kündigung. Aber es stellt sich natürlich die Frage, inwieweit das auch tatsächlich der Grund ist. Kann auch viele andere Gründe geben, da 15 Fehltage nicht so übertrieben viel ist.

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da kannste nix machen war nur Zeitvertrag für ein Jahr da gilt die Kündigung zum 15 oder Letzten eines Monats

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Jeder Arbeitgeber darf entscheiden, ob er jemanden beschäftigt oder nicht. Dein Vertrag läuft ganz regulär aus. Ein Anspruch auf Verlängerung besteht nicht.

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Jap, das ist rechtens. Genau für soetwas gibt es Befristungen. Das entscheidet auch alleine der AG, keine Kollegen, freunde, haustiere oder putzfrauen.

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Da Du nicht gekündigt wirst, sondern es darum geht einen neuen Vertrag mit Dir zu machen, liegt es an der Firma, es zu tun oder nicht.

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