Arbeitsvertag umwandeln?! DRINGEND!

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn ein AN einen unbefristeten Arbeitsvertrag hat, kann dieser nicht so einfach in einen befristeten Vertrag geändert werden. Einseitige Änderungen sind sowieso unzulässig.

Dein AG hat die Möglichkeit Dir eine Änderungskündigung zu geben. Da gibt es für Dich dann folgende Möglichkeiten:

1. Du lehnst ab, dann ist die Änderungskündigung eine Beendigungskündigung und Du musst gegen diese beim Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erheben.

2. Du stimmst zu und nimmst den Vertrag an.

3. Du nimmst unter Vorbehalt an und lässt die Änderungskündigung beim Arbeitsgericht prüfen. Ist die Änderungskündigung nicht wirksam, kannst Du zu den Bestimmungen im alten Arbeitsvertrag weiter arbeiten.

Bei Punkt 1 und 3 muss die Klage aber unbedingt innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Änderungskündigung eingereicht werden.

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz lässt nach § 14 die nachträgliche Befristung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses zu, wenn die Befristung einen "sachlichen" Grund hat. Bei einer Änderungskündigung bedarf es eines (betriebsbedingten) Kündigungsgrunds.

Aber auch wenn Du die Befristung annimmst, hast Du später die Möglichkeit auf Entfristung zu klagen.

Wie viele AN hat denn der Betrieb? Wenn es nicht mehr als 10 Vollzeitkräfte sind (Teilzeit- und Minijob werden entsprechend aufgerechnet) und/oder Du noch nicht länger als 6 Monate im Betrieb bist, greift i.d.R. das Kündigungsschutzgesetz nicht.

Arbeitest Du allerdings schon länger als 6 Monate kann auch ein AG in einem Kleinbetrieb nicht "willkürlich" kündigen (z.B. um eine Befristung durchzusetzen). Hier sind AN trotz des Ausschlusses nach § 1 Kündigungsschutzgesetz nicht allem schutzlos ausgeliefert. Ein AN kann auch hier gegen eine Kündigung vorgehen, wenn es keine sachlichen Gründe gibt und ein AG z.B. nur Geld sparen möchte.

Die Antwort Deines Chefs auf Deine Frage nach dem "warum" ist ja wohl ein Witz. Mit so einem Satz, dass das jeder AN jetzt so machen muss, liefert er keine Begründung.

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Ich arbeite in meinem Betrieb schon seid August 2014. In unserem Betrieb gibt es 8 Festangestellte. :)

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@KuriosOminoes

Inwieweit wäre diese "nachträgliche Befristung" sachlich zu Begründen? Und inwieweit kann ich einen Vertrag unter "Vorbehalt" annehmen?

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@KuriosOminoes

 Vorsicht, die oben stehenden Ausführungen sind sachlich völlig richtig, greifen aber erst, wenn Du eine Änderungskündigung bekommst. Die liegt aber, wenn ich es richtig verstanden habe, derzeit nicht vor. Insofern kannst Du zum Beispiel den neuen Vertrag nicht unter Vorbehalt annehmen. Du sagst Deinem Arbeitgeber, dass Du den neuen Vertrag nicht annehmen möchtest, dann gilt Dein alter Vertrag weiter. Wenn er Dir dann eine Änderungskündigung  gibt, greift das oben stehende.

Es empfiehlt sich in der Tat,  hier anwaltliche oder gewerkschaftliche Hilfe zu suchen.

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@KuriosOminoes
inwieweit kann ich einen Vertrag unter "Vorbehalt" annehmen?

Du nimmst den Vertrag nicht unter Vorbehalt an. Den Vertrag unterschreibst Du oder eben nicht.

Unter Vorbehalt kannst Du eine Änderungskündigung annehmen und dann dagegen klagen. Ob die Klage Sinn machen würde, kann Dir ein Arbeitsrechtler erklären, wenn er die gesamten Umstände und auch die neuen Vertragsbedingungen kennt.

Wie gesagt, i.d.R. greift beim Kleinbetrieb das Kündigungsschutzgesetz nicht. Wenn es aber reine Willkür vom AG ist und er die Maßnahme nicht begründen kann, kann auch ein AN eines Kleinbetriebs u.U. Kündigungsschutzklage erheben.

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Ist ja schon viel geschrieben worden. Allerdings hat noch keiner erwähnt, dass eine erneute Probezeit bei einem Anschluss-Arbeitsvertrag rechtlich nicht möglich ist.

Ansonsten soll dir der Arbeitgeber eine richtigen Grund nennen. "Müssen alle machen" ist keiner.

Mit Gewerkschaften und Rechtsvertretung ist das si eine Sache. Wenn der Arbeitgeber nicht im entsprechenden Arbeitgeberverband (und somit nicht Tarif gebunden) ist, sollte man das Thema um so kritischer hinterfragen. Eine Rechtsschutzversicherung macht da IMHO mehr Sinn. Gerwerkschaft ist nur ein "Very-Basic-Schutz".

Natürlich kann man das nicht machen. Schon gar nicht mit so einer Räubermasche. Das ist ja Erpressung. Darauf solltest du auf keinen Fall eingehen. Hol dir erst einmal rechtlichen Beistand. Ich bin zwar kein absoluter Rechtsexperte - aber soweit reicht mein Rechtsverständnis noch!

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