Arbeitsverbot als med. Fachanfestellte?

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4 Antworten

Zunächst einmal ist dein Arbeitgeber nach Kenntnis deiner Schwangerschaft in die Pflicht genommen. Er muss auf Grundlage „seiner“ Gefährdungsbeurteilung und meist in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt oder der aufsichtführenden Behörde (z.B. Gewerbeaufsichtsamt) deinen Arbeitsplatz prüfen oder gegebenenfalls ein arbeitsplatzbezogenes, generelles Beschäftigungsverbot (also ohne besonderes ärztliches Attest) aussprechen. Darunter fallen z.B. Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, erhöhte Unfallgefahr, schweres Heben, ständiges Stehen, Akkordarbeit usw. Dein Arbeitgeber kann dich auch in eine andere Abteilung (z.B. Büro) versetzen.

Ein individuelles Beschäftigungsverbot spricht der behandelnde Facharzt ganz oder teilweise per Attest aus und ist auf den persönlichen Gesundheitszustand der werdenden Mutter bezogen. Dabei muss noch kein krankhafter Zustand vorliegen, es genügt alleine die Möglichkeit eines Schadenseintrittes infolge der weiteren Beschäftigung. Dies trifft z.B. auch für psychische Belastungen am Arbeitsplatz, anhaltende Rückenschmerzen oder auch bei Übelkeit und Erbrechen zu.

Das Attest beim individuelles BV ist klar abzufassen. Es muss neben der Rechtsgrundlage die voraussichtliche Geltungsdauer („zunächst bis ...“) enthalten. Der Facharzt kann auch den Umfang, d.h. die begrenzte Arbeitsmenge („nicht mehr als ... Arbeitsstunden pro Tag“) bzw. die Art der untersagten Tätigkeit möglichst genau und mit allgemein verständlichen Angaben darstellen. Es ist auch möglich darzustellen, welche Art von Tätigkeit die Schwangere ausüben darf (Positivliste).

Wird ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen, hast du gegen deinen Arbeitgeber Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Zahlung des vollen Arbeitsentgelts (Mutterschutzlohn). Dieses bekommt der Arbeitgeber auf Antrag über das Umlageverfahren 2 (U2-Verfahren) von deiner Krankenkasse erstattet.

Alles Gute für dich und eine gesunde Schwangerschaft und schöne Geburt!


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Arbeitest du in der Nuklearmedizin? Trägst du ein Dosimeter? (musst du dort tragen - vor allem wenn du schwanger bist, dann zusätzlich ein Schwangerschaftsdosimeter)

Wenn du tatsächlich in der Nuklearmedizin arbeiten solltest, dann raus mit dir! Es ist verboten, als Schwangere dort zu arbeiten (du könntest radioaktive Substanzen inkorporieren wenn du dich stichst oder so) Außer, wenn du außerhalb des Kontrollbereichs am Empfang arbeitest (dann solltest du aber ein SS-Dosimeter bekommen)

Sind deine Arbeitskollegen MTRA´s? (Medizinisch-technische Radiologieassistenten) Dann können sie dir auf jeden Fall in dieser Frage weiterhelfen - das beinhaltet ihre Ausbildung!

Du kannst auch schauen, ob du im Kontrollbereich arbeitest. Das muss gekennzeichnet sein. (Großes Schild - kannst ja mal googeln ;) ) Wenn es nicht als Kontrollbereich gekennzeichnet ist, dürfte es auch kein Problem (aus Strahlenschutzgründen) für dich sein, dort weiter zu arbeiten. :)

Weitere Hilfen für dich, wie du dich verhalten kannst: Halte Abstand zu Patienten, die gespritzt wurden (wenn sie eine Schilddrüsen-Szintigraphie bekommen) Wenn mit Tc-99m gearbeitet wurde (kannst ja mal deine Kolleginnen fragen) ist es nicht so schlimm, das ist normal keine hohe Aktivität was die da bekommen.

Wenn die Patienten allerdings Iod-131 bekommen oder Iod-125 (beides radioaktives Iod, kein normales (nicht radioaktives) Iod zum Einnehmen), dann solltest du dich von ihnen auch fern halten. Und verringere die Zeit, in der du mit den gespritzten Patienten in Kontakt bist.

Weiß dein Chef, dass du schwanger bist (blöde Frage - sieht man sicher schon ;) )? Du solltest es ihm sagen, er weiß auch, was für dich zu tun ist.

Überall, wo mit radioaktiven Substanzen umgegangen wird, müsste es einen Strahlenschutzbeauftragten geben. Kannst dich ja mal informieren und ihn fragen was du in deinem Fall zu beachten hast (es ist schwer für mich, das zu sagen, weil ich nicht weiß inwiefern du mit Strahlung in Berührung kommst)

Ich möchte dich hier wirklich nicht verunsichern. Also schau mal, welche Punkte auf dich zutreffen. Und wenn du nicht in der Nähe vom Kontrollbereich arbeitest, ist es normal kein Problem :)

So, das war jetzt ein viel zu langer Text :D Ich konnte dir zwar nicht in deinen anderen Fragen weiterhelfen, aber vielleicht bringen dir ja meine Tipps was. Ich wünsche dir alles alles Gute! Und einen guten Verlauf deiner weiteren Schwangerschaft und natürlich auch Geburt :))

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Hat dich dein Arzt oder Chef da nicht aufgeklärt? Diese Stellen das aus wenn die Arbeit eine Gefahr für die Schwangerschaft darstellt. Und dann erstmal nicht mehr arbeiten. 

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