Arbeitsunfall bei Arbeitsbeginn

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5 Antworten

Hoi.

Normalerweise würde ja Lohnfortzahlung über den Arbeitgeber bestehen, aber:

§ 3 EntGFG Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

(3) Der Anspruch nach Absatz 1 entsteht nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses

Daher bekommt er jetzt gleich Verletztengeld, ausgezahlt durch die Krankenkasse.

Die Höhe ergibt sich aus:

§ 47 SGB VII Höhe des Verletztengeldes

(1) Versicherte, die Arbeitsentgelt oder Arbeitseinkommen erzielt haben, erhalten Verletztengeld entsprechend § 47 Abs. 1 und 2 des Fünften Buches mit der Maßgabe, daß

  1. das Regelentgelt aus dem Gesamtbetrag des regelmäßigen Arbeitsentgelts und des Arbeitseinkommens zu berechnen und bis zu einem Betrag in Höhe des 360. Teils des Höchstjahresarbeitsverdienstes zu berücksichtigen ist,

  2. das Verletztengeld 80 vom Hundert des Regelentgelts beträgt und das bei Anwendung des § 47 Abs. 1 und 2 des Fünften Buches berechnete Nettoarbeitsentgelt nicht übersteigt.

Ciao Loki

gabili1122 10.10.2013, 22:12

Bekommt er nun 100%, oder nicht??? Das ist meine Frage

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Lokicorax 10.10.2013, 23:07
@gabili1122

Hoi.

Da man seine Steuerklasse und alles weitere nicht weiss, kann man dazu nichts sagen. Es muss halt von der Stelle ein Brutto-Netto-Vergleich gemacht werden und darüber erhält man eben auch was schriftliches.

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Die BG ist zwar im Obligo, aber

die Krankenkasse geht in Vorlage

. Hoffentlich ist der Unfall auch ordnungsgemäß an die BG gemeldet worden. Dazu ist der Betrieb verpflichtet.

Die Höhe ergibt sich aus dem Arbeitsvertrag. Das Verletztengeld ist praktisch der gleiche Betrag, den er netto verdient hätte.

gabili1122 10.10.2013, 20:18

Wurde alles ordnungsgemäß gemeldet - meine Frage dazu ist, die KK zahlt 70%, übernimmt dann die BG den Rest, denn eigentlich müßte er doch 100% Lohnausfall bekommen, oder?

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ProfFarnsworth 11.10.2013, 08:44
@gabili1122

Nein, die BG zahlt nicht automatisch Verletztengeld in Höhe des Nettoverdienstes. Die Höhe des Verletztengeldes richtet sich nach dem im letzten abgerechneten Entgelt. Es darf nie höher sein als 80% des nach den § 47 SGB VII berechneten Regelentgeltes und des nach § 47 SGB V berechneten, für die Krankengeldberechnungen maßgebenden Nettoarbeitsentgelts (welches nebenbei gesagt nicht dem vom Arbeitgeber gezahlten Nettoverdienst entspricht, sondern von der Krankenkasse entsprechend dem § 47 Abs. 2 SGB V berechnet wird).

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Ja, das tut sie auch. Und zwar über die Krankenkasse. Zu der Höhe des Verletztengeldes wurde in den anderen Antworten schon genug gesagt, allerdings ist die Aussage, die BG würde das Nettoentgelt ersetzen, viel zu pauschal. Dazu sind die Vorschriften über die Berechnung des Verletztengeldes zu vielfältig und kompliziert. Dein Partner sollte davon ausgehen, in etwa 80% seines letzten Nettoentgeltes als Verletztengeld zu erhalten.

Gute Besserung und ein baldiger Wiedereinstieg ins Berufsleben :-)

Stimmt bei einem Arbeitsunfall muss die BG zahlen, aber nur wenn es auch gemeldet wurde.

Wenn der Unfall gemeldet ist und er bei einem durchgangsarzt gewesen ist dann ja. Es kann auch eine Verrechnung zwischen der KK und der BG geben. LG und gute Besserung

gabili1122 10.10.2013, 20:16

Vielen Dank für die Antwort. Ja, der Unfall wurde gemeldet und er war auch beim Durchgangsarzt. Die Krankenkasse zahlt aber nur 70 %. Übernimmt dann die BG den Rest?

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Alexuwe 10.10.2013, 20:18
@gabili1122

Ja . Du bzw dein Gatte hat Anspruch auf volle Lohnfortzahlung. Dazu wende dich bitte an die BG. Aber Achtung. Nicht auf Zuschläge welche entstehen können. Zb nachtzuschlag LG

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ProfFarnsworth 11.10.2013, 08:31
@Alexuwe

Nein, die BG zahlt Verletztengeld, keine Lohnfortzahlung. Und Lohnfortzahlung entsteht erst nach einer midnestens 4-wöchigen Dauer des Arbeitsverhältnisses. Daher bekommt er Verletztengeld, ausgezahlt durch die Krankenkasse.

Die Höhe des Verletztengeldes ist oben erläutert und ist in aller Regel etwas höher als das Krankengeld. Ein Irrtum ist es allerdings zu glauben die BG würde das Krankengeld auf Nettolohnniveau hochstufen oder die Differenz zahlen, das tut sie nicht.

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