arbeitsunfähigkeitsversicherung vs berufsunfähigkeitsversicherung

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6 Antworten

wäre es dann nicht schlauer eine allg. arbeitsunfähigkeitsvers. abzuschliessen, denn dann wäre ja alles abgedeckt?

Zum einen heißt das Erwerbsunfähigkeit zum anderen ist das ja gerade ungünstig. Wenn sie Erwerbsunfähig sind, sind sie in jeden Fall auch berufsunfähig, aber nicht umgekehrt. Der andere Beruf wird ja ihnen entgegengehalten.

Nehmen wir einmal an, sie arbeiten als Maurer und verlieren einen Arm. Dann konnen sie in ihrem Beruf nicht mehr arbeiten, d.h. sie sind berufsunfähig. Aber, sie können immer noch als Telefonist im Callcenter arbeiten. Folglich sind sie nicht erwerbsunfähig.

Arbeitsunfähigkeit ist zeitlich begrenzt. Hier geht es um die Lohnersatzleistungen im Krankheitsfall, sog Krankengeld. Diese ist aber zeitlich begrenzt. Zur Zeit sind es bei der GKV noch 78 Wochen in 3 Jahren. Allerdings wird die Dauer in Zukunft sicherlich deutlich reduziert werden.

mein versicherungsberater sagt mir dass ich keine solche versicherung bräuchte da ich eine unfall. und eine pflegeversicherung hätte und damit alles abgedeckt sei.

Suchen sie sich einen andern Versicherungsvertreter !!

Eine Unfallversicherung ist eher überflüssig, wenn man eine BU hat. Eine Unfallversicherung ist sinnvoll, wenn man keine BU mehr abschließen kann. Aber sie denkt nur einen sehr kleinen Teil ( ca. 20%) der Fälle ab. In 80% der Fällen sind Krankheiten Ursache für die Berufsunfähigkeit.

ich übe einen beruf am schreibtisch aus.

Das wird bei der Prämie eingepreist. Heißt, sie zahlen weniger als z.B. ein Tischler. Ihr Risiko ist ja auch viel geringer.

Was dein Versichernugsberater sagt ist ziemlicher Unsinn, denn genau das glauben sehr viele Leute, das im Falle eines Arbeitsunfalls und die dann eintretende Berufsunfähigkeit mit einer einfachen Unfallversicherung gedient ist. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nach dem Eintritt der Berufsunfähigkeit einen monatl. Betrag, den Sie selber im Voraus festlegen und dementsprechend bis dahin einen bestimmten Beitrag jeden Monat einzahlen. Deswegen lohnt es sich sehr so zeitig wie möglich anzufangen einzuzahlen.

http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/berufsunfaehigkeit/berufsunfaehigkeit/berufsunfaehigkeitsversicherung-das-unterschaetzte-risiko_aid_11146.html

Hier sind wohl einige Punkte zu klären:

  1. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt Dich gegen das Risiko, Deinem Lohnerwerb einmal aufgrund von Krankheit, Schwäche oder Unfallfolgen nicht mehr nachgehen zu können. Es geht also um das Risiko, dass man nicht mehr dafür sorgen kann, dass regelmäßig Einkommen rein kommt. Dabei ist die Berufsunfähigkeitsversicherung so gestaltet, dass es eine versicherte Tätigkeit gibt und wenn man die nicht mehr ausüben kann, springt die Berufsunfähigkeitsversicherung ein. (Wobei man natürlich berufsunfähig im Sinne des unterzeichneten Vertrages sein muss, das geht aber vielleicht ein bischen zu weit hier in so einem Forum ins Detail. Lies mal am besten auf der wegweiser-berufsunfaehikeitsversicherung.de so was nach.)

  2. Der Begriff Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist m.W. nicht korrekt. Es gibt eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Die schützt vor dem gleichen Risiko wie die Berufsunfähigkeitsversicherung, allerdings mit dem Unterschied, dass es keine versicherte Tätigkeit gibt. Die greift also erst, wenn man gar keinen Erwerb mehr nachgehen kann. Beispiel: Ein Chemielaborant ist berufsunfähig, wenn er auf bestimmte Chemikalien eine solche Allergie entwickelt hat, dass er das Labor nicht mehr aufsuchen kann. Er ist aber noch lange nicht erwerbsunfähig, da ihm die Allergie ja nicht davon abhält, eine andere Tätigkeit, z.B. am Schreibtisch oder im Verkauf auszuüben.

  3. Die Überlegung, dass man mit einer Schreibtischtätigkeit nicht berufsunfähig werden kann ist schlichtweg falsch. Die Liste der Krankheiten, die die Natur so zustande bringt ist lang und da trifft es auch Schreibtischtäter immer wieder. Das geht über psychische Erkrankungen hin zu Rückenerkrankungen und über Herz-Kreislauferkrankungen hin zu Krebserkrankungen und vieles, vieles mehr.

  4. Eine Unfallversicherung leistet ausschließlich bei Unfall. Manche gute Police eventuell noch bei Schlaganfall oder zwei, drei weiteren Erkrankungen. Schaut man sich die Statisitk der Berufsunfähigkeiten an, erkennt man schnell, dass nur ca. jeder 10. BU-Fall auf einen Unfall zurückgeht. Mit der privaten Unfallversicherung sind also die anderen 9 (!!!) Fälle nicht abgedeckt. Ich weiß nicht, wie Ihr Versicherungsberater darauf kommt. Ist das ein unabhängiger Versicherungsberater vom BVVB (bvvb.de)? Oder ein Versicherungsvermittler, der nur für eine einzige Versicherung arbeitet?

  5. Am besten vielleicht selbst einmal ein bischen in dieses Thema einlesen. Das geht z.B. über die o.g. Internetseite oder über auch ganz gute Verbraucherliteratur von Wiso oder Verbraucherzentrale. Und wenn man dann ein bischen im Thema drin ist, sollte man einen unabhängigen Berater aufsuchen (Makler oder Versicherungsberater BVVB, den Berater fragen, ob er eins von beiden ist) und das Thema bezogen auf die eigenen Bedrüfnisse angehen.

TOP Antwort mit einer kleinen Ergänzung: ausschließlich Versicherungsberater (keine Makler) sind in zwei Berufsverbänden organisiert: dem bereits erwähnten BVVB und/oder dem Bundesverband Deutscher Rechtsbeistände/Rechtsdienstleister (BDR), beide in Bonn unter gleicher Anschrift erreichbar.

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Hallo, die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist von existenzieller Bedeutung. Dieser Vertrag sichert Dein Einkommen, wenn Du auf längere Sicht hin Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Die Arbeitsunfähigkeit ist eine relativ kurze krankheitsbedingte arbeitsunfähige Zeit bis zur Wiederherstellung der Arbeitskraft im Allgemeinen. Diese kurze Zeitspanne kann sich aber auch über mehrere Monate hinziehen, also ein dehnbarer Begriff. Es kann natürlich auch sein, dass man aus einer längeren Krankheit dann in eine Berufsunfähigkeit (privat) oder Erwerbsminderung (gesetzlich) übertritt bzw. übertreten muss.

Wegen der Ausführlichkeit siehe den Beitrag von Schokolade.

also ganz kurz gesagt, bei der arbeitsunfähigkeitsversicherung kannst du überhaupt keine arbeit mehr machen. bei der berufsunfähigkeitsversicherung kannst du noch andere berufe ausüben, die aber nicht deinem leistungsniveau entsprechen.

Bei beiden Fällen wirst du von der Versicherung dann unterstützt ;)

Also die Berufsunfähigkeitsversicherung schütz Dich wenn du KEINEN Beruf mehr ausüben kannst.

Die Arbeitsunfähigkeitsversicherung schützt Dich wenn du Deine Arbeit nicht mehr ausüben kannst

achso und ich hatte es genau andersherum verstanden... :-/

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@suna84

versuche diese Antwort besser nicht zu verstehen, ist nämlich komplett falsch.

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Also die Berufsunfähigkeitsversicherung schütz Dich wenn du KEINEN Beruf mehr ausüben kannst.

Nein. die Berufsunfähigkeitsversicherung schütz Dich wenn du DEINEN Beruf mehr ausüben kannst. Wichtig ist es hier auf die sog. abstrakte Verweisbarkeit zu achen. Diese sollte ausgeschlossen sein.

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