Arbeitsunfähig als 400 Euro Jobber - wovon leben?

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8 Antworten

Für November, Dezember und Januar hat ihr Arbeitgeber ihr 400 Euro weiter gezahlt, jetzt nicht mehr. Was für Möglichkeiten hat Sie? Wenn sie kündigt, wird sie ja von der Arbeitsagentur eine Sperre bekommen. Und der Arbeitgeber darf garnicht kündigen, da sie krankgeschrieben ist. Von irgendwas muss sie aber leben. Wer weiß was?

Sie soll Antrag auf ergänzende Leistung stellen( Hartz IV)

MfG

Johnny

Was für Möglichkeiten hat Sie?

Sie kann ALG2 oder Sozialhilfe beantragen.

Wenn sie kündigt, wird sie ja von der Arbeitsagentur eine Sperre bekommen.

Nein. Bei einem Minijob gibt es keine Sperrfristen, da hier ja auch keine Ansprüche durch den Minijob entstehen mangels Beitragspflicht zur ALV.

Und der Arbeitgeber darf garnicht kündigen, da sie krankgeschrieben ist.

Das ist eine weit verbreitete Irrmeinung. Der AG kann sehr wohl während der Krankheit kündigen, und zwar auch wegen der Krankheit. Die Anforderungen sind nur höher.

Und der Arbeitgeber darf garnicht kündigen, da sie krankgeschrieben ist.

Wo steht denn der Müll? Natürlich darf der Arbeitgeber trotz Krankheit kündigen...

Bleibt also Jobcenter oder Sozialamt.

Auch 400-Euro Jobber haben Anspruch auf Krankengeld. Das ist zwar nicht viel, aber immerhin etwas. Hat der AG kein Krankengeld gezahlt, soll sie beim Arbeitsgericht Klage erheben. Sind die 6 Wochen Entgeltfortzahlung durch den AG um, erhält sie Krankengeld von der KK.

Reicht das Geld nicht fürs Leben, zum Jobcenter gehen und aufstockendes ALG II beantragen.

FordPrefect 10.02.2014, 15:03

Auch 400-Euro Jobber haben Anspruch auf Krankengeld.

Aber nein! Anspruch auf Lohnfortzahlung nach EntgFG natürlich schon, aber das endet mit dem 42. Tag. Ein KG-Anspruch kann aus dem Minijob mangels daraus erwachsender KV-Pflicht gar nicht entstehen.

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angy2001 11.02.2014, 00:33
@FordPrefect

Gut, ich meinte die Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber, darauf hat sie Anspruch, wenn sie mehr als 4 Wochen bei dem AG tätig war. Deshalb sprach ich auch davon, zum Arbeitsgericht zu gehen und den AG zu verklagen, wenn sie diese Zahlung nicht bekommen hat. Die Krankenkasse verklagt man ja schließlich nicht vor dem Arbeitsgericht.

In Bezug auf das Krankengeld von der Krankenkasse hast du aber Recht.

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FordPrefect 11.02.2014, 08:30
@angy2001

Dachte ich´s mir doch :-)

Nur: Die Mutter hat ja von ihrem AG 3 Monate Lohnfortzahlung erhalten. Denn der OP schreibt doch:

"Meine Mutter wurde im November operiert und konnte seit dem nicht arbeiten. Sie arbeitet auf 400 Euro Basis und ist bis jetzt krankgeschrieben. Für November, Dezember und Januar hat ihr Arbeitgeber ihr 400 Euro weiter gezahlt"

Demzufolge ist die Frist nach EntgFG abgelaufen, und KG steht ihr keines zu. Hier bleibt nur der Weg via ALG2 respektive Sozialhilfe.

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Hallo,

bis wann und wie lange hat sie Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt? Die Beiträge fallen an, wenn sie als Arbeitnehmerin mehr als 400 bzw. 450 Euro verdient hat.

Wovon wird neben den 400 Euro aktuell der Lebensunterhalt bestritten (z.B. Miete)?

Wie ist sie aktuell krankenversichert?

Gruß

RHW

Hallo,

allen voran gleich mal, der Arbeitgeber darf durchaus kündigen, allerdings darf die Krankheit nicht der Grund sein. Es ist ein Irrglauben das man im Krankenstand nicht gekündigt werden kann.

Ferner wird bei einem Minijob eine Pauschalabgabe an die Knappschaft bezahlt, von der Deine Mutter nach 6 Wochen Krankengeld beziehen sollte.

vanillalila 08.02.2014, 21:28

Hallo Quasimo. Danke für die Antwort. Muss man sich dann direkt an die Knappschaft wänden?

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ralosaviv 08.02.2014, 21:39

Das ist beides nicht richtig.

Krankheit darf uU auch Grund für eine Kündigung sein.

Minijobber haben keinen Anspruch auf Krankengeld.

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vanbea 09.02.2014, 15:16

nein, da hier nur geringfügige abgaben bezahlt werden, gibt es auch kein krankengeld, denn dies würde die volle abgabe im vorfeld voraussetzen - es werden aber nur geringe pauschalbeträge durch den ag entrichtet, der an bezahlt garkeine soz.versicherungsbeiträge. siehe auch unter "Minijobzentrale".

Hier bleibt nur der Gang zum JobCenter.

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FordPrefect 10.02.2014, 10:33

allerdings darf die Krankheit nicht der Grund sein

Doch. Nur sind die Anforderungen höher, aber rechtlich möglich ist das in jedem Fall.

Ferner wird bei einem Minijob eine Pauschalabgabe an die Knappschaft bezahlt, von der Deine Mutter nach 6 Wochen Krankengeld beziehen sollte.

Nein. Die Pauschalabgabe berechtigt den AN zu keinerlei Leistungen seitens der Knappschaft (von der ges. Unfallversicherung abgesehen). KG gibt es nur bei einem voll SV-pflichtigen Arbeitsverhältnis, respektive aufgrund eigenständiger Absicherung.

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Hallo,

  • es ist sehr lobenswert, dass du dir über eure finanzielle Situation Gedanken machst, aber ganz so schlimm wie es dir vielleicht ist erschein ist die Sache nicht.
  • Da deine Mutter bereits Leistungen durch das Jobcenter bezieht, wird ihr der größte Teil der 400,- € bereits auf die Leistungen angerechtet.
  • Der Teil, der behalten werden darf liegt bei ca. 169,- €
  • Ist deine Mutter bei der ArGe as Arbeitssuchend gemeldet hätte sie bereits dort angeben müssen, dass sie krank ist.
  • Während dieser Zeit, immerhin mehr als 3 Monate ist sie nämlich nicht vermittelbar.
  • Ob der Arbeitgeber kündigen darf oder nicht, sehe ich zwar anders, spielt aber jetzt erst mal keine Rolle.
  • Deine Mutter muss auf jeden Fall dem Jobcenter die neue Situation mitteilen.
  • Also angeben, dass sie zukünftig kein weiteres Einkommen hat und somit auf volle Leistungen angewiesen ist.
  • Da man sicher davon ausgehen kann, dass es was Ernstes ist, wenn man 3 Monate krankgeschrieben wird, braucht deine Mutter keine Sorge haben, dass sie eine Sperre bekommt.
  • Wichtig ist in jedem Fall, dass sie ihrer Meldepflicht nachkommt.

Wieviel man als Leistungsempfänger bei einem 400,- - Euro-Job anteilig behalten darf, und welche Bestimmungen und Pflichten es sonst noch gibt, kannst du unter:

www.arbeitsagentur.de nachlesen

Ich hoffe mein Tipp hat dir weitergeholfen und wünsche deiner Mutter gute Besserung

vanillalila 08.02.2014, 21:46

Vielen lieben Dank für die ausführliche Antwort. Meine Mama ist nicht beim Jobcenter gemeldet , hat auch keine Leistungen von denen bezogen. Das wollten wir die ganze Zeit vermeiden, aber wenn diese 400 Euro nun ausfallen, dann wäre das wahrscheinlich der nächstmögliche Schritt,sich dort zu melden....

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Fragt die Krankenkasse, und die Agentur für Arbeit wegen der Krankheit.

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