Arbeitsrechtliche Frage - Bin unsicher.

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Wie Maximilian112 schon sagte, dürfte der Nachweis Deiner längeren Arbeitszeiten kein Problem sein, wenn Du die Zeiten notiert hast. Der Arbeitgeber muss dann den Beweis des Gegenteils erbringen.

Wenn Dein Arbeitgeber tatsächlich Lohn in sittenwidriger Höhe gezahlt haben sollte, käme das außerdem Deiner Glaubwürdigkeit, die Mehrarbeit betreffend, zugute.

Einmal abgesehen davon, dass er bei einer tatsächlich sittenwidrigen Entlohnungshöhe wahrscheinlich Nachzahlungen an Dich zu leisten hätte (strafrechtlich relevant ist es zudem noch), könnte er sich bezüglich der Mehrarbeit aber eventuell damit "heraus reden", dass er diese Mehrarbeit weder ausdrücklich angeordnet noch genehmigt/geduldet habe - denn nur dann ist er grundsätzlich zur Entgeltung verpflichtet.

Ich denke wie Maximilian112, dass sich der "Hauptzeuge" hüten wird, vor Gericht die Unwahrheit zu sagen.

Aber da Du einen Anwalt eingeschaltet hast, kann er Dir auch alles dazu sagen!

Rockhound22 06.09.2013, 08:19

Sollte ich nun nachträglich die Zeiten auflisten? Und wie siehts mit den Zeugen aus, derer Adressen ich nicht kenne ist die Arbeitsstelle eine Ladungsfähige Adresse?

0
Familiengerd 06.09.2013, 12:51
@Rockhound22

"Eigentlich" ist die ladungsfähige Anschrift einer Privatperson deren Wohnadresse. Aber die Ladung eines Zeugen kann auch über den beklagten Arbeitgeber erfolgen, wenn die Wohnadresse des Zeugen nicht bekannt und der Zeuge aktuell Mitarbeiter des Arbeitgebers ist.

Das Landgericht Berlin (Urteil vom 21. 11. 2000 - 13 S 27/00) hat formuliert:

Ein Zeuge ist benannt, wenn seine Person hinreichend individualisiert ist. Die Angabe irgendeiner ladungsfähigen Anschrift, geschweige denn die der Wohnanschrift des Zeugen ist im Regelfall für die Individualisierung nicht erforderlich [...].

0

Ja richtig er arbeitet wieder (!) da. Mein RA hat mir insofern zu verstehen gegeben, dass mit diesem Zeugen einfach mehr rauszuholen ist, was die glaubwürdigkeit betrifft. Von einer Kalendarischen auflistung war seinerseits nie die Rede. Die anderen Zeugen, ausser meine Frau, können halt auch nur Tageweise Arbeitszeiten bezeugen. Es geht sich hier um einen nicht unerheblichen Betrag, und meine befürchtung ist das ich hinterher dumm dastehe und in die Röhre schau wenn mein AG sagt ich hätte nie die Arbeitszeit überschritten.

Eigentlich sollte Dein RA Dich darüber beraten.

Aber wenn Du ordentlich kalendarisch auflistest wann Du wie lange gearbeitet hast und vor Gericht nicht bloß die Behauptung des vielen Arbeitens gemacht wird, warum sollte ein Arbeitsgericht Deine Arbeitszeiten in Zweifel ziehen.

Ich vermute Dein Zeuge ist auch dort angestellt und will es auch bleiben. Aber vor Gericht wird er nicht lügen.

Wenn er umgedreht wurd kannst du ja einbisschen machen damit er sich zurückdreht allerdings stehen deine chancen jetzt schon gut wegen den anderen zeugen.

Sollte ich die Arbeitszeiten jetzt nachträglich grob aufschreiben?

sorry fürs durcheinander

Den Zeugen kann ich auch nur mit Namen benennen. Die Adresse kenne ich nicht. Reicht das wenn das Gericht die Namen Kennt und den Arbeitsort?

Was möchtest Du wissen?