Arbeitsrecht: geistiges Eigentum

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4 Antworten

Das ist ein hochkomplexes Thema und ich glaube nicht, daß Du hier eine kompetente Antwort findest.

Grundsätzlich ist Urheber- und Nutzungsrecht zu unterscheiden. Das Urheberrecht bleibt Dir auf jeden Fall erhalten; das nutzt Dir aber recht wenig, wenn das Nutzungsrecht beim Arbeitgeber ist.

Kopien darfst Du Dir vermutlich machen, aber die Verwendung wird sehr eingeschränkt sein.

(Gesetzestexte werden Dir hier nicht sehr viel helfen; es gibt sehr umfangreiche Literatur zu diesem Thema, die ich auch nicht zur Gänze überschaue.)

gisi1958 28.06.2010, 22:29

Es handelt sich um eine Lehrtätigkeit an einer anderen Schule. Die Unterrichtsinhalte werden die gleichen sein; also MUSS ich die Unterlagen weiterverwenden.

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Wenn die Unterlagen im Rahmen Deines Beschäftigungsverhältnisses (Stelle) erstellt wurden, sind sie tatsächlich Eigentum des Arbeitgebers geworden.

Der Chefentwickler von BMW kann z.B seine Konstruktionszeichnungen, die er für seinen Arbeitgeber erstellt hat, auch nicht einfach mitnehmen, wenn er den Job wechselt.

Ist denn dazu im Arbeitsvertrag nichts geregelt?

gisi1958 28.06.2010, 22:34

Im Arbeitsvertrag ist dazu nichts geregelt.

Der Vergleich mit dem Chefentwickler kann auch nicht auf meinen Fall übertragen werden. -- Ich habe kein Wissen produziert (sondern das Wissen aus Lehrbüchern übernommen), sondern nur didaktische Aufbereitungen gemacht. Diese didaktischen Aufbereitungen werde ich auch ganz klar bei dem neuen Arbeitgeber verwenden.

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outfreyn 28.06.2010, 22:47
@gisi1958

Ich fürchte, Du wirst um einen Besuch bei einem spezialisierten Anwalt nicht herumkommen. Das klingt nach einer sehr komplexen Gemengelage.

Ich kann beide Seiten verstehen. Dem bisherigen Arbeitgeber schmeckt es natürlich nicht, dass der neue Arbeitgeber von Unterlagen profitiert, für die er (der bisherige AG) bezahlt hat.

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Das kommt darauf an was vereinbart wurde.

Meist ist es so, dass die Firma, in deren Auftrag Sie tätig wurden, die Früchte Ihrer Arbeit alleine verwerten darf. Es spielt dabei keine Rolle ob man etwas entwickelt hat, oder Wissen zusammengetragen hat, um eine Präsentation zu erstellen.

Die Originalunterlagen bleiben beim Arbeitgeber, er hat Sie ja schließlich für die Erstellung der Manuskripte bezahlt. Mit der Erlaubnis des Arbeitgebers, oder wenn es vertraglich so vereinbart wurde, können Sie die Manuskripte weiterverwenden. Ansonsten dürfen Sie die Manuskripte nicht weiterverwenden.

Fazit:

Sie sind der Urheber der Arbeit, die Nutzungsrechte liegen in aller Regel beim Arbeitgeber.

Peter Kleinsorge

Ja, wenn der Arbeitsgeber Dir den Auftrag gegeben hat, ist es leider sein Eigentum. Wenn Du aber es ohne Auftrag es gemacht hast, dann ist Deines geistiges und wissenschaftliches Eigentum aber hier muss du via Prozess zu Deinem Recht kommen kostest viel Geld.

gisi1958 28.06.2010, 22:26

Danke, dass du dich mit meiner Frage beschäftigt hast.

Ich werde mal etwas konkreter: Das Wissen, das in den Manuskripten ist, ist Lehrbüchern entnommen. Die didaktische Umsetzung, verbunden mit Aufgabenstellungen, Schülerarbeitsblättern, Testfragen etc. sind selbst entworfen. Frage: Hat der Arbeitgeber einen Anspruch darauf, diese Unterrichtsmaterialien im Original zu behalten?

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outfreyn 28.06.2010, 22:30
@gisi1958

Wenn die Erstellung dieser Aufgaben zu Deinem Aufgabengebiet gehörte, hast Du die Unterlagen ja im Rahmen Deiner Tätigkeit für den Arbeitgeber erstellt.

Hast Du das Zeug nicht digital?

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gisi1958 28.06.2010, 22:36
@outfreyn

Doch, natürlich habe ich die Unterlagen in digitaler Form -- aber mein bisheriger Arbeitgeber ist der Ansicht, ich dürfte GAR NICHTS mitnehmen.

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gisi1958 28.06.2010, 22:41
@gisi1958

Hinzu kommt, dass ich den Kollegen, die mir in all den Jahren niemals, auch nicht ansatzweise, ihre Unterlagen zu Verfügung gestellt haben, meine (sehr guten) Unterlagen überlassen möchte.

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