Arbeitsrecht - Probleme mit dem Arbeitsvertrag

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"Arbeitsort: Brandenburg adH und Baustellen des Unternehmens" Auch hiermit bin ich nicht einverstanden. Der Arbeitgeber hat doch, wenn ich richtig informiert bin, ein Weisungsrecht. Dh, er könnte aufbauent auf diesem Vertrag, mich auch nach München öÄ versetzten, wenn dort Baustellen sind. Sehe ich das richtig?

Vollkommen richtig

Jahresurlaub von 24 Werktagen

§ 2 BUrlG lautet: (1) Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage. (2) Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

"Der Arbeitnehmer versichert, kein weiteres Arbeitsverhältnis auszuüben." Ist diese Klausel rechtens? Ich arbeite "in meiner Freizeit" ja schließlich auch auf dem Landwirtschaftlichen Betrieb meines Verlobten und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Kann ich an dieser Klausel rütteln?

Das ist rechtens. Bekommst du dafür Lohn/Gehalt?

Nein, bekomme ich nicht. Lediglich eine Aufwandsentschädigung pro Einsatz.

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Das ist rechtens.

Die Klausel darf zwar im Vertrag stehen - sie ist aber bedeutungslos, wenn die Arbeitnehmerin den Arbeitgeber informiert, dass sie eine Nebentätigkeit ausübt.

Der Arbeitgeber muss über einen Nebenjob lediglich informiert werden; verbieten darf er ihn nur dann, wenn er negative Auswirkungen auf das Hauptarbeitsverhältnis hat (Konkurrenz, Überarbeitung usw.).

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Ich beginne von hinten. Die "Arbeit" bei deinem Verlobten kannst Du so unbesorgt weiterführen wie das Ehrenamt bei der freiwilligen Feuwehr. 2. Ja wenn der Urlaub in Werktagen angegeben ist, hat die Urlaubswoche 6 Werktage (also 4 Wochen Urlaub). Wenn Du Vertriebsleiterin bist, musst Du schon auch den Vertrieb ausserhalb des Standortes führen und kontrollieren. Du hast also auch Reisezeiten. Logischer Weise hat die geschäftsleitung Weisungsbefugnis und kann Dir im Rahmen seiner Direktionsrechte andere Tätigkeiten anordnen, auch Arbeitsorte. Wenn ich das richtig erkenne, sollte diese Position neu installiert und aufgebaut werden. Daher darfst Du die Aufgabenstellung und Leistungsbeschreibung selbst erstellen, was natürlich auch Vorteile bringen kann. Wenn der Gehalt, Umsatzbeteiligung und geldwerte Leistungen, wie Firmenwagen, Laptop, betriebliche Altersversorgung ....entsprechend ist, kann das ein sehr interessanter Job werden.

Aber genau von dieser Vertriebstätigkeit war nie die rede. Nach von anderen erstellten Angeboten hinterhertelefonieren, Zwischenfragen stellen, ob alles ok mit dem Auftrag ist, und evtl. bei großen Projekten ein bis zwei Mal im Jahr als Dienstreise hinfahren. Ansonsten also ein "schnöder" Bürojob.

Richtig, eigentlich ist es ganz interessant. Deswegen wollte ich es auch machen. Aber 120km hin und zurück und dann ein komplett Lückenhafter Vertrag... Ich meine, es gibt keinen Firmenwagen, Laptop, Altersvorsorge. 1600brutto stehen drin. Was als Bürokraft auch angebracht, als Vertriebsleiterin mit allen Aufgaben doch aber wohl eine Frechheit ist... Oder sehe ich das Falsch?

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Ich kann nur zu Punkt 3 etwas sagen:

24 Tage sind der Mindesturlaub im Jahr bei einer 5 Tage Woche. 6 Tage in der Woche darf Dich der Arbeitgeber also nicht ohne Weiteres einsetzen.

das ist nicht richtig. der gesetliche MIndesturlaub sind 4 Wochen, nicht 4 1/2.

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Hallo, das stimmt leider nicht. 24 Tage Mindesturlaub gelten bei der 6-Tage-Woche. (s. Bundesurlaubsgesetz). Bei einer 5-Tage-Woche hat man 20 Tage Mindestanspruch.

@angelcs: Du solltest also mit deinem (potentiellen) Arbeitgeber diesen Punkt noch mal klären und bitten das er ergänzt, wie viele Tage du in der Woche arbeiten sollst. Wenn es der Betrieb erfordert kann es durchaus sein, dass du auch mal am Wochenende eingesetzt wirst, dafür musst du dann entsprechenden Ausgleich (Überstundenabbau) bekommen.

Zum Arbeitsort: Wenn du nur in Brandenburg eingesetzt werden möchtest, dann lasse das in deinem Arbeitsvertrag entsprechend ändern.

Gleiches gilt für die Position: Vertriebsleiterin und Kundenbetreuerin sind 2 ziemlich unterschiedliche Positionen und mit unterschiedlichen Tätigkeiten verbunden. Sprich das noch mal mit dem Arbeitgeber ab, lass es ändern und bestehe auch eine kurze Tätigkeitsbeschreibung um dich abzusichern.

Hast du denn bei dem Landwirtschaftsbetrieb und der FFW einen Arbeitsvertrag? Wenn nein, kannst du da auch ohne weiteres in deiner Freizeit tätig sein. Du darfst halt nicht angestellt dort sein und entsprechend keine Vergütigung erhalten, darüber müsstest du den Arbeitgeber informieren. Verbieten darf er aber prinzipiell die Nebentätigkeit nicht. Bzgl. der FFW solltest du dennoch deinen Arbeitgeber informieren, damit ihr eine Regelung findet, falls Einsätze in der Arbeitszeit abgeleistet werden sollen. Ob es hierfür bereits Regelungen vom Gesetzgeber her gibt, weiß ich leider nicht.

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@HamsterBruce

Für den Hinweis mit den Urlaubstagen bedanke ich mich, da hatte ich wohl gefährliches Halbwissen weil ich meinen AG erst letztes Jahr darauf hingewiesen habe dass der Urlaub zu gering wäre der bei mir auf der Lohnabrechnung steht.

Jetzt habe ich wohl mehr als mir gesetzlich zu steht. =)

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@DaMenzel

Jetzt habe ich wohl mehr als mir gesetzlich zu steht.

Nein!

Mit der Vereinbarung eines Urlaubs von 24 Werktagen (Montag bis Samstag) hast Du genau den gesetzlichen Mindestanspruch nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG - unabhängig davon, wie viele von diesen Werktagen für Dich dann tatsächlich auch Arbeitstage sind: es läuft immer auf 4 Wochen hinaus!

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