Arbeitsrecht - 1100€ Rechnung als Azubi?

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8 Antworten

Die Haftung des Arbeitnehmers ist üblicherweise auf grob fahrlässiges schuldhaftes Verhalten beschränkt. Die Anforderungen an einen Azubi liegen sicherlich noch um einiges niedriger.

Fahrlässig ist dein Verhalten sicherlich gewesen, den Schlüssel offen auf einem Schreibtisch liegen zu lassen. Das hat nichts damit zu tun, ob die Schlüssleübergabe jetzt dokumentiert war oder nicht.

Dein Fall ist sicherlich im Bereich erheblicher Fahrlässigkeit anzusiedeln, trotzdem hätte nach meiner Ansicht dein Arbeitgeber keine Chance, das Geld von dir einzuklagen.

Du wirst allerdings in diesem Betrieb dann auch kaum eine Chance haben, nach deiner Ausbioldung dort als Fachkraft zu arbeiten.

Da hier nicht nachweisbar ist, wo der Schlüssel ist und ob er nicht geklaut worden ist und somit der Verdacht besteht, das Jemand das Fahrzeug klaut ist ein Austausch des Schlosses angemessen. 

Was anderes währ es z. B. wenn der Schlüssel Kaputt währe, hier würde es reichen einen Schlüssel nachzumachen

Normalerweise lässt man das über die Betriebshaftpflicht laufen.

Und es gibt diverse Urteile, das wenn ein Angestellter einen Schaden anrichtet er im Höchstfall mit einem Monatsgehalt haftet.

Also erstmal keine Panik.

Nach § 619a BGB: der Arbeitgeber steht in der Beweislast. Er muss beweisen können, dass du zweifelslos den Schlüssel verloren hast und es deine Aufgabe war, ihn sicher zu verwahren. Der AG muss dir nachweisen, dass du vorsätzlich oder fahrlässig gegen deine AN-Pflichten verstoßen hast.

Ansonsten gibt es durchaus die Möglichkeit für den AG, von einem AN Schadenersatz zu verlangen. Dieser wird aber auch nach BGB in den meisten Fällen gemindert. Eine 100% Erstattung ist utopisch...

https://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Haftung_Arbeitnehmer.html

Du solltest die Forderung zurückweisen und auf KEINEN Fall zahlen und auch kein Schuldanerkenntnis oder Ähnliches unterschreiben.

Es muß erst einmal ein Verschulden nachgewiesen werden und wie schwer das Verschulden wiegt - dann kann ggf. eine (Teil-)Haftung eintreten - aber hier dürfte das nicht der Fall sein, zumal jeder Zugang zu dem Schlüssel hatte...

Zudem wäre es für Dich auch entlastend, wenn der Ausbildungsbetrieb keine entsprechende Versicherung hat.

Der Ausbildungsbetrieb kann das ruhig einklagen - dann entscheidet ein Gericht ---> zu Deinen Gunsten...

Der Ausbildungsbetrieb darf Dir auch nichts von der Ausbildungsvergütung abziehen - sollte das geschehen, dann mußt Du das unverzüglich schriftlich anmahnen und dann beim Arbeitsgericht einklagen, wenn Dir der abgezogene Betrag nicht ausgezahlt wird.

Vielen Dank für die vielen schnellen Antworten!

Nein ein Diebstahl steht natürlich nicht im Raum. Fahrlässigkeit liegt in dem Maße vor, dass ich den Schlüssel nicht in meiner "Tasche" hatte und den Kollegen vertraut habe. Ich erklär die Situation etwas genauer: Ich hatte den Schlüssel letzte Woche von Dienstag bis Freitag. Es hätte evtl sein können, dass ich ihn gleich Montag früh wieder brauche, deshalb hatte ich ihn noch nicht abgegeben. So oder so stand aber auch nirgends, dass ich ihn hätte Freitag abgeben müssen. Ich war eben einfach vorerst für ihn verantwortlich. Nach Hause nehmen wollte ich ihn aus genau diesem Grund nicht, ich wollte nicht, dass er irgendwo verschwindet, also ließ ich ihn in der natürlich abgeschlossenen Firma. Montag und Dienstag war ich kurzfristig krank geschrieben und als ich Mittwoch wiederkam war er weg. Zwei der Kollegen, die mit in dem Raum arbeiten können aber eindeutig für mich aussagen, dass der Schlüssel Montag früh bis Mittag noch am Platz lag. Das würden sie in dem Fall auch meinem Chef gegenüber aussagen. Das Auto selbst ist seit Freitag übrigens auch nicht da, das steht beim Besitzer des eigentlichen Schlüssels (ich hatte ja den Ersatzschlüssel). Dass eine 100% Erstattung utopisch ist klingt schonmal sehr gut. In einem Schlüsselschrank ist der Schlüssel nur, wenn ihn keiner braucht.

DerCaveman 07.07.2017, 12:05

Du hast den Schluessel also einfach so auf einen Tisch im Gemeinschaftsbuero gelegt und bist dann ins Wochenende gegangen? In einem Raum, der fuer viele leicht zugaenglich ist?

Da koennte man u.U. durchaus von einer zumindest mittleren Fahrlaessigkeit ausgehen, vorstellbar waere wohl auch eine schwere.  

Wie schaetzt du selbst denn die Sicherheit dort ein? Haettest du beispielsweise dein Smartphone oder deine eigenen Autoschluessel dort auch bedenkenlos uebers Wochenende auf den Tisch gelegt?

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Nicht alles muss it vertrag und unterschrift besiegelt sein. In deinem Fall reicht es schon aus das ein anderer kollege wusste dass du den schlüssel bekommen hast.

Dein AG ist im recht. Du bist für den schlüssel verantwortlich, ihn einfach auf dem Tisch liegen zu lassen ist fahrlässig

Es gibt zwei Überlegungen.

War es Diebstahl? Oder hast du Fahrlässig gehandelt?

Bei einem Diebstahl muss dir die Schuld nachgewiesen werden. Vermutlich steht das auch überhaupt nicht im Raum.

Bleibt nur noch Fahrlässigkeit üprig. Das wenn du pflichtbewusster und sorgfältiger Gearbeitet hättest, wäre dann kein Schaden entstanden?

Ist der Schlüssel besonders gesichert und hat seinen festen in eniem Schlüsselschrank??

Man kann sich auf mitlerere Fahrlässigkeit einigen, das heißt der Schaden wird geteilt.

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