Arbeitslosikeit relativ zum Mindestlohn?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit ist nicht zwingend die Folge.

Wenn die Arbeitnehmerschaft eh schon am Limit ihrer Leistungsfähigkeit arbeitet und die Einsparungen bereits mehr als ausgreizt sind, kann auch keiner mehr entlassen werden, weil sonst der ganze Laden zusammenbricht.

Der Mensch ist nur begrenzt belastbar. Und wenn die Arbeitnehmerschaft bereits bis auf das Skelett ausgedünnt ist, lässt sich niemand mehr wegkürzen.

Hierzulande sieht man das bereits in diversen Kliniken, die zeitweilig Notaufnahmen schließen müssen, weil es an Personal fehlt.

Der Mindestlohn muss angepasst werden und sollte zum Leben reichen, auch bei einfachen Arbeiten. Wenn der Lohn nicht mehr für Miete, Wärme und Nahrung reicht, wird es einen Aufstand geben. Wenn es keinen Anreiz für den Arbeitnehmer gibt, die Arbeit zu machen, muss der Arbeitgeber halt selbst ran.

LG TE

Das würde sie nicht. Es kann sein, dass hier und da ein Blumenhändler einen Mitarbeiter entlassen muss, das ist nicht auszuschließen. Aber Mindestlöhne reaktivieren die Nachfrage im Land, die Binnenwirtschaft. Die meisten denken nur, dass sie dann mehr Geld für ihre Mitarbeiter ausgeben müssen und nicht daran, dass die Menschen dann auch mehr Geld hätten, um bei ihnen einzukaufen. Es ist ja ein Kreislauf und keine Einbahnstraße. Außerdem würde es auch die Motivationen und damit auch die Produktivität der Mitarbeiter steigern.

Es würde auch dem Staat mehr Geld bringen, weil die Subventionierung der Wirtschaft (Aufstockerleistungen) entfallen, mehr eingekauft und mehr Steuern bezahlt werden würden. Es kommt also darauf an, wie der Mindestlohn und zu welcher Höhe er eingeführt wird, und ob es für kleinere Betriebe anderweitige Erleichterungen geben soll, um das auch stemmen zu können und Regeln für die großen Konzerne, sich nicht davon drücken zu können, wie es heute zum Teil der Fall ist.

Jedes Land ist anders, jede Wirtschaft anders, und deshalb muss die Einführung des Mindestlohnes nicht von allgemeinen Daten ausgehen, sondern an die speziellen Gegebenheiten vor Ort angepasst werden.

Die Warnungen vor dem Mindestlohn scheinen mir bisher alle sehr einseitig. Es geht ja nicht nur darum, OB, sondern vor allem auch WIE der Mindestlohn organisiert wird.

19

Mit der Stärkung des Binnenmarktes hast du Recht, doch das geht nur begrenzt, denn je höher die Löhne, desto höher die Preise. Das kann dazu führen, dass die Menschen zwar mehr Geld verdienen, die Produkte aber auch mehr kosten, dass sie also real kaum an Kaufkraft gewonnen haben.

Eine weitere Kehrseite davon: Die globale Wettbewerbsfähigkeit sinkt mit erhöhten Produktionskosten und erhöhten Preisen.

Aber wie du schreibst: Es geht beim Mindestlohn nicht um das OB, sondern um das WIE und in welcher Höhe.

0
Warum würde die Arbeitslosigkeit steigen je höher der Mindestlohn ist?

Weil tendentiell die Nachfrage sinkt wenn der Preis steigt.

Der Gedanke dabei ist, das ohne Mindestlohn werden dann z.B. statt 9 Arbeitern für je 8,84€/ Stunde 10 Arbeiter für je 1,20€/Stunde eingestell werden. So hat man einen Arbeitslosen weniger.

Das Beispiel zeigt aber auch, das die Betrachtung der Arbeitslosenquote allein im Zusammenhang mit den Mindestlohn komplett irreführend ist. Sehr viel relevanter ist die Lohnsumme.

Entscheidend für die richtige Höhe des Mindestlohns ist die Preiselastizität. Also wie stark sich die Nachfrage nach Arbeitskräften je nach Höhe des Mindeslohns ändert. Diese ist im unteren Lohnsektor heute aber eher gering. D.h. eine Erhöhung des Mindestlohns führt zu einer Unterproportional sinkenden Nachfrage.

Das hat verschiedene Gründe. So sind lohnintensive Arbeiten bereist vor Jahrzenten ins Ausland ausgelagert worden. Der Niedriglohnsektor ist daher in Deutschland von stark lokalisierten Tätigkeiten geprägt. Die Arbeit von Postboten, Wachleuten, usw. läßt sich schlicht nicht nach Vietnam auslagern. Lokal in Deutschland trifft es alle Unternehmen aber gleichmäßig, d.h. der Mindestlöhner kann preislich gerade nicht unterboten werden. Dadurch können die Unternehmen die Preise weitergeben.

Dazu kommt, das die Kosten im Niedriglohnsektor nur einen geringen Teil der Gesamtkosten ausmachen.

Und nicht zuletzt führt der Mindestlohn dazu das die Kaufkraft und damit die Nachfrage steigt.

Unterhalt für arbeitslose Ehefrau & Kind bei Steuererklärung geltend machen

Hallo,

ich habe einen 4 jährige leibliche Tochter und deren Mutter seit ca. Mitte letzten Jahres zur Frau. Leider ist sie seit Herbst letzten Jahres arbeitslos und bekommt weder ALG I (da sie noch kein volles Jahr in Arbeit gewsesen ist) noch ALG II (da der Verdienst aus meiner Arbeit knapp über den Bemessungsgrenzen der ARGE liegt).

Sogesehen unterhalte ich also mein Kind und meine Frau mit meinem überschaubaren Lohn und möchte daher gern wissen, ob ich evtl. diese "Unterhaltskosten" bei meiner Steuererklärung geltend machen kann, etwa als außergewöhnliche Belastung?

Es handelt sich ja nicht um Unterhalt für eine Ex-Frau (weil wir nicht getrennt sind) und mein Kind lebt dauerhaft bei mir. Also gibt es weder Belege, noch Bescheide, noch Urteile, über die Höhe der Aufwendung. Aber vielleicht kann man wenigstens den Bedarf aus Berechnungstabellen für Unterhalt für Frau und Kind geltend machen, denn die Kosten habe ich ja trotzdem zu tragen.

Habe bereits versucht, im Netz nach vergleichbaren Situationen zu fanden, aber leider nichts passendes gefunden. Dort geht man immer davon aus, das beide Eltern jederzeit Arbeit haben....

Ich würde mich freuen, über ein paar nützliche Infos. Vielen Dank schon mal im Voraus.

Liebe Grüße

...zur Frage

Psychisch krank mit 21 - Wie sichere ich meinen Lebensunterhalt?

Hallo Community... Ich leide unter schweren Depressionen und einer Angststörung, weshalb ich gerade so meinen mittleren Abschluss geschafft habe. Zwar sind die Noten ganz gut, aber ich schaffe es nicht eine Ausbildung zu machen. Ich würde gerne eine Therapie machen, dazu fehlt mir aber die Zeit! Ich muss dringend von Zuhause ausziehen, kann mir aber aufgrund meiner Arbeitslosigkeit keine Wohnung leisten. Da ich "zu faul zum arbeiten" bin will mein Vater keinen Unterhalt mehr zahlen. Ich weiß nicht was ich beantragen kann, damit ich endlich einen Lebensunterhalt habe und eine Therapie machen kann. Da ich noch nie gearbeitet habe steht mir kein Harz 4 und kein Arbeitslosengeld zu. Bafög fällt ebenfalls weg, da ich ja seit letzten Sommer nicht mehr zur Schule gehe. Was soll ich jetzt machen? Mich auf unbestimmte Zeit krank schreiben lassen und Unterhalt einklagen? Laut der Düsseldorfer Tabelle stehen mit monatlich ca. 660 Euro Unterhalt vom Vater zu.

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?